Jetzt auf den Augen - Filme (2018)


  • Ein ungewöhnlich intensiver Film, erzeugt mit sparsamsten Mitteln - so macht man Filme selbst mit kargem Stoff, mit brillianten Schauspielern, guten Dialogen und Atmosphäre.

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • ... gleich im Kino:



    8-)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Sehr beeindruckend!


    Zwar würde ich den kursierenden Urteilen „bester Film aller Zeiten" nicht vorbehaltlos folgen wollen, aber: die angewandte Technik lässt staunen: (fast) der gesamte Film wurde so präsentiert, als würden sich alle Figuren in animierten van-Gogh-Bildern bewegen. Das war für mich auf Dauer etwas anstrengend, da ungewohnt und auch nicht mit herkömmlichem Zeichentrick zu vergleichen. Abwechslung, notwendige Abwechslung, brachten die ebenso tollen s/w-Einlagen.


    :love:


    Der Sohn eines Postbeamten wurde damit betraut, einen Brief aus dem Nachlass van Goghs an dessen Bruder zu übermitteln; was natürlich scheitern musste, da dieser auch bereits verstorben war. Bei seinen Recherchen stieß der Bote unerlässlich auf die Möglichkeit, van Gogh habe keinen Suizid begangen, sondern wurde (versehentlich?) getötet ... altes Spiel: neue Musik.


    Kurz vor Ende rutschte der Film dann aber doch beinahe ins Kitschige ab; dennoch sehr berührend und insgesamt sehr sehenswerte schauspielerische Leistungen - vor allem aber: die Bilder bewegen - teils kommentiert mit Auszügen aus van Goghs Schriftwechseln.


    :jubel::jubel::jubel:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Kürzlich Der Meister des Jüngsten Tages von Michael Kehlmann (1989) nach der Romanvorlage von Leopold Perutz:



    Und ja, lieber Yorick, auf eine DVD-Veröffentlichung von St. Petri-Schnee werden wir wohl noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten müssen, :(.

    Besten Dank, lieber Max, für dieses mehr als willkommene Video, das Erinnerungen wachwerden lässt an die Erstbeschau. :jubel:*yepp*:love:

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...


  • Nach.




    Einer meiner absoluten Lieblingsfilme! Ein Fest der Literatur und ein Beleg für den Film als Kunstform, da er es vermag, einen bloßen Briefwechsel zwischen begeisterter Leserin und Antiquar so in Szene zu setzen, dass nie Langeweile aufkommt und man sich weidet an den unterschiedlichen Charakteren und darüber wundert, wie mit wenigen Einstellungen auch Nachkriegsgeschichte so plastisch wird wie in keinem Lehrbuch. Ganz ganz großes Kino!!!

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • Filmisches aus den 70ern:


     


    Einer von uns beiden (R. Wolfgang Petersen in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm, 1974) nach einer Romanvorlage von -ky mit Klaus Schwarzkopf als etabliertem Superprofessor und Jürgen Prochnow als gescheiteretem Soziologiestudenten, der eher im Schattenbereich der Gesellschaft agiert, in den tragenden/duellierenden Rollen.

  • Kürzlich Der Meister des Jüngsten Tages von Michael Kehlmann (1989) nach der Romanvorlage von Leopold Perutz:



    Und ja, lieber Yorick, auf eine DVD-Veröffentlichung von St. Petri-Schnee werden wir wohl noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten müssen, :(.

    Für einen Fernsehspiel-Redakteur musste ich mal in den späten 1970er Jahren Wohin rollst dur Äpfelchen aus der Fernleihe besorgen; aber daraus ist wohl kein Film bzw. FS-Spiel entstanden. Der Autor war damals in meiner Generation völlig unbekannt, schön, dass seine Werke nun wieder aufgelegt und genutzt werden.



    lg vom eifelplatz, Chris.


  • Es war einmal
    Frankreich 1946
    Regie: Jean Cocteau


    72 Jahre wird dieser Film dieses Jahr, aber er hat nicht einen Cent von seinen Qualitäten verloren. Er zählt immer noch zu den konsequentesten Märchenverfilmungen überhaupt, die mit poetischer Kraft und einer klaren Dramaturgie wesentlich mehr erreichen als jede noch so perfekte Illusion. Das Schloß ist von befremdlichem Zauber, einer eigenen ikonographischen Realität, die stets frei von jeder verwässernden Ideologie bleibt; die reale Welt ist profan, greifbar, nachvollziehbar in seiner liederlichen Problematik. Der Einbruch des Märchenhaften in die Realität bleibt genau separiert, wird aber von den Charakteren trotzdem als real abzeptiert. Die Begierden sind weltlich, aber nur Bella und die Bestie sind an Wahrhaftigem interessiert.


    Cocteau schuf sowas wie eine Blaupause für ein Genre, was man einmal als Fantasy bezeichnen wird; aber selbst im damaligen Kontext des Märchenfilms hatte er nicht mehr ein Interesse daran, eine banale Handlung zu einem Kostümstück zu verdrillen. Hier geht er den schwersten Weg, den zu Abstraktion, zu Poesie, zu Geleichnishaftigkeit. Es ist ein Weg, den kaum einer gefolgt ist, weil das Märchen selten als ein geeignetes Sujet für solche Sachen angesehen wird - doch Cocteau wußte genau, daß es funktioniert, solange man den Grat zwischen Anspruch und Einfachheit nicht verläßt.


    Bis heute ist Es war einmal ein Unikat geblieben, welches in seiner Stilsicherheit zu den wichtigsten Werken der Filmgeschichte gezählt werden darf. Grandios... :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:


  • Früher hieraus:


    Jetzt von der Festplatte über Kinowelt TV.


    Einer der wenigen Filme Bergmans, nach denen man sich nicht gleich aufhängen will. Entspannende Resignation.

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • oder: wie verdammt schwierig es ist, nur einen Kaffee trinken zu wollen:



    Geschaut via ARD-Mediathek ... oh Mann!


    :umfall::jubel:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Der einzige Film mit Schilling, den ich wirklich mag. *yepp*

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • Ich dachte, der würde jeden Augenblick sein Hoverboard auspacken und zu Doc Brown surfen ...


    Schöner, entspannter Film, der 90% des von mir bislang Erlebten bediente ... ^^ - da werden ganz seelenruhig die Schwellen des täglichen Irrsinns aufgezeigt. Gibt mir durchaus geistige Nahrung für meine nähere Zukunftsplanung.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Kürzlich bei Arte:


    Es geschah am hellichten Tag, u.a. mit Michel Simon, Heinz Rühmann, Gert Fröbe, Siegfried Lowitz; R. Ladislao Vajda


    Verfügbar in der Arte-Mediathek bis zum 19.03.2018.


    Weder Sean Penn (vielleicht annähernd wegen Jack Nicholson), noch Rudolf van den Berg (recht interessant) oder gar Nico Hofmann (was sollte das denn?) können es m.E. mit der Ursprungsverfilmung der Dürrenmattvorlage aufnehmen.

  • Lieblingsfilm. Fröbes wegen (nicht etwa, wie man bei mir vermuten dürfte: Rühmanns' ... den ich natürlich über alles liebe).

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790