Jetzt auf den Augen - Dokumentationen (2018)

  • Beeindruckende Leistung der Trainer:


    Der Zorn junger Männer


    Zugleich traurig, wie wenig Einfluß sie tatsächlich nehmen können.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • tagesschau24


    Zitat


    Moritz von Uslars Buch "Deutschboden - Eine teilnehmende Beobachtung" wurde im Herbst 2011 vom Feuilleton gefeiert, wie lang kein anderes mehr. Es sei eine "exzellente Mentalitätsgeschichte", schrieb die FAZ, und "eines der besten Bücher über Deutschland nach der Wiedervereinigung", fand die SZ. Mit seinem Roman hat von Uslar den naheliegenden und doch spektakulären Schritt getan: raus aus der Großstadt, rein in den Alltag einer ostdeutschen Kleinstadt. Drei Monate hat der Reporter in Zehdenick verbracht und eine große Gegenwartserzählung geschrieben: Nah dran an der Tristesse und Eintönigkeit der Kleinstadt, durchdringt er die Ost-Klischees Arbeitslosigkeit, Abwanderung und latenten Rechtsradikalismus - das, was die Bundesrepublik 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch beschäftigt.
    DEUTSCHBODEN ist ein Kino-Dokumentarfilm mit und ohne Moritz von Uslar. Er ist im On zu sehen und erzählt seine Geschichte im Off, doch seine Erlebnisse sind nicht nachgestellt. Wenn sich erste Begegnungen anbahnen, die mit dem Autor des bereits erschienenen Romans ja nicht mehr erstmals stattfinden können, schauspielert er nicht; als Stellvertreter übernimmt der Regisseur immer dann den Part von Uslars, wenn die Kamera die bereits beschriebene Realität beobachtet. Seine Technik ist unsere Technik, beim Bäcker, an der Aral-Tankstelle, in der Gaststätte Schröder: beobachten, freundlich guten Tag sagen, verwirrte Gesichter sehen, die in die Kamera gucken. Perfekt abgebildete Trostlosigkeit, gedreht auf digitalem 35mm-Format.


    Der Film ist - wie das gleichnamige Buch - eine Mentalitätsgeschichte, eine teilnehmende Beobachtung, die Deutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung zum Teil drastisch, aber immer liebevoll und völlig anders als je zuvor beschreibt. "Deutschboden" leuchtet - es ist das Licht der Tankstelle an der Ausfallstraße nachts um halb eins.


    DEUTSCHBODEN ist eine WDR/RBB-Koproduktion mit der Florianfilm GmbH und Cine Plus, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Deutschen Filmförderfonds. DEUTSCHBODEN wurde auf der Berlinale 2015 mit dem "Preis der deutschen Filmkritik" ausgezeichnet.



    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...


  • Da hatte ich mir wesentlich mehr erwartet, ein paar gute Szenen; sonst verhaltende Hagiografie. Schade. Immerhin wird schon deutlich, dass Peter Handke wie alle großen Künstler ein sehr schwieriger Mensch ist und ein Riesenarschloch dazu. Ich, der seine Bücher eher achte denn liebe, habe damit kein Problem, ich bewundere ihn für seinen jahrezehntelangen Mut zur Randständigkeit; beneide ihn aber auch um sein Leben, seine Reisen, seine Frauen, sein Haus. Seine aus der Welt fallende Dichtung tut mir immer dann gut, wenn es mir sehr schlecht geht und dafür sei ihm Dank.

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • Manchmal liebe ich ja Karlsruhe, ab diesen Donnerstag hier schon zu sehen:



    (kein anderer, passender Thread vorhanden, oder?)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Hmmm ... dann hätte sie doch die KdF eigentlich auch vollenden können?


    *flöt**hmmm*


    Schön allerdings:


    Zitat

    In der westlichen Kultur, vor allem in der klassischen Musik, wurden einige religiöse Fallgruben übernommen; daher verhalten sich manche Menschen in diesem Zusammenhang, als ob man über ihre Religion sprechen würde.


    Finde ich, bezogen auf die Grabenkämpfe in anderen Foren, unglaublich zutreffend.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Es ist natürlich außerordentlich schmerzhaft für alle Bachgläubigen, wenn der barocke Übervater der abendländischen Musik, jedenfalls wenn man der Auffassung von Martin Jarvis folgte (was ich nicht tue), plötzlich seine Verdienste teilen müßte. Interessant fand ich diese Doku, weil sie Ansatzpunkte für die Betrachtung liefert, wie der Musikerhaushalt der Bachfamilie im alltäglichen Umgang funktioniert haben könnte.

  • Interessant fand ich diese Doku,


    weil sie vor allem auch aufzeigt, wie leicht Dinge, die eigentlich bloßer Glaube sind, zur Wahrheit werden können (und dabei natürlich reiner Glaube bleiben); ohne dies jetzt im Einzelfall dingfest machen zu wollen (oder gar zu können; zumal im Falle Bachs). Einfach mal alles, was als richtig gilt, nochmals zu hinterfragen, halte ich für noch richtiger. Egal, was dabei herauskommt ... es ist immer eine spannende Sache.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Der Name Harry Dean Stanton war mir kaum geläufig, bevor ich die nachfolgende Dokumentation Partly Fiction von Sopie Huber (2012) angeklickt habe:


    klick, Mitwirkende: Harry Dean Stanton, David Lynch, Sam Shepard, Wim Wenders, Deborah Harry, Kris Kristofferson


    Aber das Gesicht - das war doch der aus ... und aus ..., etc.


    Harry Dean Stanton ist im September des vergangenen Jahres verstorben.

  • Depeche Mode und die DDR: Just can't get enough


    MDR-Mediathek


    Zitat

    Die Begeisterung für Depeche Mode in Ostdeutschland war schon in den 80ern einzigartig. Rund 70 Fanklubs etablieren sich in den späten 1980er Jahren zwischen Rostock und Zwickau. Zu sehen bekamen sie ihre Idole nur einmal: Am 7. März 1988 gab die Synthiepop-Band in der Ost-Berliner Werner-Seelenbinder-Halle das erste und einzige Konzert in der DDR.


    Das MDR Fernsehen zeigt am 10. März um 22:45 Uhr die Dokumentation: "Depeche Mode und die DDR - Just can't get enough". Darin wird der Erfolgsgeschichte der Band nachgespürt, ihre Anfänge in einem englischen Arbeiterort, ihre Schaffenszeit in Westberlin, ihre Einstellung zum Ostblock und ihr besonderes Verhältnis zu den Fans der DDR.


    Höhepunkt dieser außergewöhnlichen Dokumentation sind die beeindruckenden und bisher unveröffentlichten Filmaufnahmen der „Great Fans“ aus dem Jahren1988/89. Der Fanklub aus Zwickau sammelt damals alles, was über seine Idole zu bekommen ist. Die Fans stylen sich wie Gore, Fletcher, Gahan oder Wilder, experimentieren mit Frisuren und Klamotten und veranstalten eigene Depeche Mode-Partys. Inmitten der DDR-Plattenwohnungen sprechen sie über ihre große Liebe zur Band, aber auch über ihr Leben in der DDR und ihre großen Träume. Gedreht hat das, aus einem Privatarchiv stammende Material der ehemalige Jugendklub-Leiter in Zwickau: Detlef Bergmann. So ergibt sich ein einzigartiger zeitgeschichtlicher Blick auf eine Band und ihre besonderen Fans.


    Absolut geilomat - das muss man als Zoni gesehen haben. :love::love::love: Und euch Wessis täte das auch mal gut ... 8-)

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • zdfinfo


    Zitat

    Immer wieder verschwinden Dinge aus unserem Alltag, die wir kurz zuvor noch für unersetzlich hielten. Was hat sie so wichtig gemacht? Wodurch wurden sie ersetzt? Eine Zeitreise mit Beispielen aus der Alltags- und Technikgeschichte. Kommentiert von Promis und Kindern.


    Es ist nicht allzu lange her, da waren sie nicht aus unserem Leben wegzudenken - geniale Erfindungen, die unseren Alltag aufregender machten: Musikkassetten, Schallplatten, der Walkman und die flimmernde Bildröhre. Manche dieser Erfindungen haben Jahrzehnte lang durchgehalten und wecken bis heute nostalgische Erinnerungen, andere gerieten schnell in Vergessenheit. BTX, was war das noch gleich?
    Zeitreise in die Welt der verschwundenen Dinge


    "Das war dann mal weg" widmet sich auf unterhaltsame und informative Weise ausgestorbenen Dingen aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Wie funktionierte ein Fernschreiber? Und was hat ein Bleistift mit einer Musikkassette zu tun? Die Dokumentationsreihe nimmt die Zuschauer mit auf eine wahre Zeitreise. Die Älteren haben vielleicht nie gemerkt, dass Telegramme und Telefonzellen irgendwann mal verschwunden waren. Und die Jüngeren vielleicht nie gewusst, dass es sie überhaupt gab. Prominente steuern ihre persönlichen Anekdoten zu den Kultgegenständen der Vergangenheit bei, Animationen sorgen für so manchen Aha-Effekt.


    Heute Nacht drei Teile. So spannend, aber dieses Format mit dem redundanten Gequatsche der Promis macht einen fertig.

    Wir sollten Karoline Stöhr aus Thomas Manns "Zauberberg" zur Schutzpatronin unseres Forums machen; auch sie liebt die "Erotika" ...

  • Eine sehr gute Dokumentation von Thomas Schuhbauer und Sonja von Behrens zum Thema Stammheim/RAF:



    auch hier --> ARD Mediathek


    Wirklich bemerkenswert mit welcher Offenheit, zum Teil auch Selbstkritik, sich Theodor Prinzing, der damalige vorsitzende Richter im Stuttgarter B/M-Verfahren, äußert. Einiges war mir tatsächlich neu. Streng genommen, hätte man seinerzeit auch über einen Abbruch des Prozesses nachdenken können, aber wer hätte dazu den Mut gehabt (Strapazierung des Rechtsstaats bis zum Anschlag)?