Sinfonien: Gesamteinspielungen (omi)

  • ich bilde jetzt mal kein Cover ab, sondern überlasse das meinen eifrigen mitlesenden Eroicanern. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst jetzt (in einem vorgerückten Alter) beginne, die Musik von Antonin Dvorak für mich zu entdecken. Vor einiger Zeit habe ich im Radio zufällig ein Streichquartett und einige Klavierstücke von ihm gehört, und die haben mir sehr gut gefallen. Besonders angesprochen hat mich aber eine Sinfonie (ich glaube, es war die Achte - ging im Verkehrslärm leider unter). Also kurz und gut: Auf meinem Wunschzettel steht eine Gesamtaufnahme der Dvorak-Sinfonien, und ich bitte die Forenteilnehmer um eine Empfehlung für eine der einigen derzeit erhältlichen Aufnahmen. Es ist zwar nicht so, dass für mich "Geld keine Rolle spielt", aber der finanzielle Aspekt sollte dabei durchaus zweitrangig sein. Ich freue mich auf eure Vorschläge!
    Danke im voraus und herzliche Grüße,
    harry

  • Auf meinem Wunschzettel steht eine Gesamtaufnahme der Dvorak-Sinfonien


    Dito. Soviele Gesamtausgaben gibt es aber offenbar gar nicht; blind hätte ich jetzt zu Charles Mackerras gegriffen - ein Griff, der ins Leere führt: Mackerras hat (lt. oberflächlicher Recherche meinerseits) nur die Sinfonien 6 bis 9 aufgenommen, zudem mehrfach und mit unterschiedlichen Orchestern (als Box nicht erhältlich). Norrington (SWR) bietet leider auch nur die Sinfonien 7 bis 9...


    Nächster Blindgriff wäre Neeme Järvi (man Neeme Järvi?):



    Allerdings kenne ich von diesem Dirigenten eigentlich nichts...


    Nicht besonders reizen würde mich diese:



    Aber vielleicht kennt sie jemand und kann dazu etwas berichten?


    Zur Auswahl stünden noch:



    London SO, Witold Rowicki



    Staatskapelle Berlin, Otmar Suitner



    Berlin PO, Bayr. RSO, Kubelik


    (Kubeliks Mahler ist für mich sehr überzeugend, käme also in die nähere Wahl...)



    London SO, István Kertész


    An Einspielungen auf Originalinstrumenten (integral) brauche ich wohl vorläufig gar nicht erst zu denken...


    :rolleyes:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Der Kertesz hat mir immer gut gefallen, ich war nur auf der Suche nach einem ETWAS moderneren Klang.


    Du verschweigst uns die hier:


    Bei JPC derzeit sehr teuer, ich bin vor einer Weile günstig an ein gebrauchtes Set gekommen. Neumann ist mein ganz persönlicher Favorit, wenn es um die Gesamteinspielungen geht, wobei ich Järvi nicht kenne.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Auf meinem Wunschzettel steht eine Gesamtaufnahme der Dvorak-Sinfonien, und ich bitte die Forenteilnehmer um eine Empfehlung für eine der einigen derzeit erhältlichen Aufnahmen.

    Wie wäre es damit:


    ?


    Ivan Anguélov dirigiert das Slowakische Radio-Sinfonieorchester, aufg. 2001-04, Oehms Classics, 5 CD.


    Vor einiger Zeit versuchte ich anderenorts die Aufnahmen wie folgt zu charakterisieren: "Besonders gefällt mir der rauhe, transparente, natürliche Klang - ohne Politur und Hochglanz: "slawisch-authentisch"? Jedenfalls energisch und engagiert musiziert: Bin sehr zufrieden und reiche hiermit die Empfehlung gern weiter."


    Damit erntete ich damals allerdings nicht nur Zustimmung, sondern auch heftigen polemischen Protest (nachzulesen ab hier).


    :wink:

    Es grüßt Golaud


    ---
    "[...] man erschießt nun einmal keinen Hund, wenn Bach gespielt wird."
    Aus: Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker

  • Erstmal ganz herzlichen Dank für eure flotten Antworten. Aber: Welche Aufnahmen derzeit greifbar sind, hatte ich eigentlich schon selbst herausgefunden; ich erhoffte mir so etwas wie einen "heißen Tipp" für eine dieser Aufnahmen, evtl. auch mit einer griffigen Begründung. Auf den ersten Blick schien mir ein solcher nicht dabei zu sein, war es aber dann doch. Dazu weiter unten.
    Ja, lieber Ulli, soo wenige Gesamtaufnahmen sind es ja dann doch nicht, und man hat schon die Qual der Wahl. Ich habe mich also, soweit möglich, durch die Hörproben durchgearbeitet und mir als Vergleich den "Furiant" der 6. und das Scherzo und den Beginn des 2. Satzes (Bläserchoral) der 9. Sinfonie gewählt, und möchte meine Eindrücke kurz wiedergeben (in der Reihenfolge, wie in euren Tipps genannt):
    1. Järvi: Auf diese Aufnahme war ich sehr gespannt - und wurde gründlich enttäuscht: Viel zu halliges, unscharfes Klangbild und für meinen Geschmack entschieden zu gemächliche Tempi, v.a. im Scherzo 9. Außerdem preislich (bei Amazon; bei jpc habe ich nicht gesucht) indiskutabel, fällt also raus.
    2. Diverse Dirigenten und Orchester: Mag ich sowieso nicht bei einer GA; außerdem gibt es (bei Amazon) keine Hörproben und der Preis ist schlicht horrend. Fällt also ebenfalls raus.
    3. Rowicki: Ordentliche Klangqualität für Aufnahmen von 1965-71 und sehr zügige Tempi; das wäre schon interessanter, zumal es die Aufnahme bei Amazon zu einem wirklich günstigen Preis gibt. Empfehlung!
    4. Suitner: Obwohl die Aufnahme jünger ist als die vorgenannte (1979), ist die Klangqualität deutlich schlechter: v.a. die Streicher wirken etwas dumpf. Die interpretation ist allerdings noch etwas temperamentvoller als die von Rowicki, weshalb ich die Aufnahme in die engere Wahl gezogen habe. In diesem Fall ist man bei jpc übrigens etwas günstiger dran als bei Amazon.
    5. Kubelik: Dieser Name war für mich schon von vornherein so etwas wie eine Kaufempfehlung, und dafür war die Enttäuschung durch die Hörproben um so größer. Der Klang wirkt irgendwie sehr entfernt und außerdem in einen ziemlich üppigen Hall-Teppich eingehüllt; also das gefällt mir überhaupt nicht. Dadurch lässt sich auch die Interpretation nur schlecht beurteilen, obwohl die Tempi recht zügig sind. Trotz des sehr günstigen Preises werde ich mir diese Aufnahme sicher nicht kaufen.
    6. Kertesz: Trotz des Alters der Aufnahme (1963-67) sehr ordentliche Klangqualität und sehr temperamentvolle Interpretation - speziell im Scherzo 9 kommen die Holzbläser gestochen scharf. Dazu noch ein sehr günstiger Preis, also durchaus eine Empfehlung wert.
    7. Neumann: Auch dieser Name war per se als Interpret slawischer Musik so etwas wie eine sichere Bank. Allerdings war ich etwas vorgewarnt von einem anderen Umschnitt einer Supraphon-Aufnahme (Smetana, Mein Vaterland), was die Klangqualität anbelangt. Leider hat sich das auch hier bestätigt: Das ist für eine Aufnahme aus 1981-87 nicht akzeptabel. Außerdem empfinde ich die Interpretation ziemlich langweilig; da fehlt einfach das Feuer. Dazu noch schlicht überteuert (ca. 55 Euro bei Amazon), kommt also für mich nicht in Frage.
    8. Anguélov: Tja, das war sie dann, die Überraschung (und damit letzten Endes doch der "heiße Tipp")! Von diesem Dirigenten hatte ich noch nie etwas gehört und entsprechend war meine Erwartungshaltung (zumal ich Deinem Link, lieber Golaud, erstmal gefolgt war und die Reaktion von A. dort gelesen hatte). Ich mache es kurz: Diese Aufnahme überzeugt mich von allen gehörten am meisten, und obwohl sie nicht gerade billig ist (30 Euro bei Amazon wie bei jpc), werde ich mir diese unter den Weihnachtsbaum legen. Ich muss das Zitat von Golaud nicht noch einmal zitieren; man lese dort nach und überprüfe es anhand der Hörproben. Das ist für mich einfach ein spritziges, temperamentvolles und dabei niemals oberflächliches Musizieren eines Orchesters, das mit seinem Dirigenten offensichtlich absolut einig ist.
    Nun habe ich selbst noch 2 GA der Dvorak-Sifonien gefunden, die ich hier der Vollständigkeit halber noch einfüge, für alle, die daran ein besonderes Interesse haben. Leider kann ich zu diesen Aufnahmen nichts sagen, da es bei Amazon keine Hörproben davon gibt.


    Und dazu noch eine zweigeteilte:


    Jetzt reicht's aber!
    Viele liebe Grüße,
    harry

  • Lieber Harry,


    das war sehr spannend zu lesen, aber eine kleine Anmerkung hätte ich: leider sagt die Tonqualität der Hörproben oft nichts über die Tonqualität der Scheibe aus. Ich hab schon öfters erlebt, dass eine in der Hörprobe schrecklich sich anhörende Aufnahme in der Realität eine hervorragende war.


    LG
    Tamás
    :wink:

  • Zitat

    leider sagt die Tonqualität der Hörproben oft nichts über die Tonqualität der Scheibe aus

    Das kann ich bestätigen, sowohl in positiver, als auch in negativer Hinsicht. Aber man erhält doch zumindest einen groben Eindruck. So bin ich z.B. froh, von der Kubelik-Aufnahme eine Hörpobe zu haben, da ich schon drauf und dran war, mir diese Aufnahme zu besorgen, und mir durch die Hörprobe (vielleicht?) eine ziemliche Enttäuschung erspart blieb.


    Herzlichen Gruß
    harry

  • Das stimmt, Tschabendreki, aber es stimmt auch, dass die Tonqualität der Supraphon-Aufnamhen mit Neumann einfach nicht an eine Decca-Tonqualität heranreicht. Ich liebe diese Box nichtsdestotrotz und würde sie empfehen, ebenso wie den Kertesz, der mich viele Jahre meines Lebens begleitet hat.


    Aber jede und jeder muss die Box nehmen, mit der sie oder er persönlich glücklich wird, dazu ist Musik selbst einfach zu persönlich.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Erstmal ganz herzlichen Dank für eure flotten Antworten. Aber: Welche Aufnahmen derzeit greifbar sind, hatte ich eigentlich schon selbst herausgefunden; ich erhoffte mir so etwas wie einen "heißen Tipp" für eine dieser Aufnahmen, evtl. auch mit einer griffigen Begründung. Auf den ersten Blick schien mir ein solcher nicht dabei zu sein, war es aber dann doch. Dazu weiter unten.
    Ja, lieber Ulli, soo wenige Gesamtaufnahmen sind es ja dann doch nicht,
    4. Suitner: Obwohl die Aufnahme jünger ist als die vorgenannte (1979), ist die Klangqualität deutlich schlechter: v.a. die Streicher wirken etwas dumpf. Die interpretation ist allerdings noch etwas temperamentvoller als die von Rowicki, weshalb ich die Aufnahme in die engere Wahl gezogen habe. In diesem Fall ist man bei jpc übrigens etwas günstiger dran als bei Amazon.


    6. Kertesz: Trotz des Alters der Aufnahme (1963-67) sehr ordentliche Klangqualität und sehr temperamentvolle Interpretation - speziell im Scherzo 9 kommen die Holzbläser gestochen scharf. Dazu noch ein sehr günstiger Preis, also durchaus eine Empfehlung wert.


    Vielen Dank


    für Deine Anfrage wegen der DVORAK-Sinfonien... vor allem, weil dadurch eine lebendige Diskussion, (fast) ein DISKUSSIONS-Forum geworden ist... DAS liebe und schätze ich. Deinen Favorit-Dirigenten kenne ich nur dem Namen nach, aber nicht mit den Sinfonien.


    Mich hat die Frage nach guten Aufnahmen/Interpretationen der Sinfonien des Böhmen heute zu einer Aufnahme der >zweiten Sinfonie< unter Rozhdestvendky greifen lassen. Ich war hin und weg... diese Aufnahme von 1985 (LIVE) ist in der 10 CD-Box (ca 10 Euro) !!mit diesem Dirigenten. Keine gängige Aufnahme, hier kurz angedeutet warum:


    Tempi Vergleich Suitner mit Rozhdestvensky


    1. Satz 12.12 | 18.47
    2. Satz 11.20 | 15.59
    3. Satz 11.54 | 13.59
    4. Satz 09.57 | 13.31


    Herausgekommen ist bei diesen langsamen Tempi KEINE Langeweile, sondern eine Art episches Gemälde mit böhmischem Kolorit. Brucknerische Längen lassen manchmal grüßen, aufhorchen, verwundern und staunen. Da >Ausnahmen die Regeln bestätigen<.... kann ich diese Interpretation wärmstens empfehlen.



    Gruß..................Arnulfus

  • Lieber Arnulfus,


    also meinen "Favorit"-Dirigenten kannte ich bis zur Antwort von Golaud vom 31.10. nicht einmal dem Namen nach. Ob das ein echtes Versäumnis ist, wage ich nicht zu beurteilen; aber vielleicht wäre das etwas für den Dirigenten-Thread. Die Hörproben der Dvorak-Sinfonien waren jedenfalls eine Art Aha-Erlebnis für mich.
    Die von Dir genannte Aufnahme würde mich sehr interessieren, da mir gerade die "gemächlichen" Interpretationen z.B. von Järvi oder Neumann eben nicht behagt haben. Das würde ich doch gerne mal nachvollziehen, was diese Aufnahme für Dich so faszinierend macht. Kannst Du vielleicht einen Link zu dieser 10-CD-Box, von der Du sprichst, einstellen? Das wäre super!


    Viele liebe Grüße,
    harry

  • Was die Zeitangaben angeht, muß man berücksichtigen, ob Wiederholungen gespielt werden bzw. ob es Kürzungen gibt. Ivan Anguélov gesteht in einem Interview mit Richard Eckstein (in seiner Dvořák-Box enthalten) freimütig, daß er Eingriffe vorgenommen hat: Vaclav Neumann, dessen Assistent Anguélov war, "meinte mir gegenüber, dass man bei der Ersten einige Sachen wegnehmen muss, weil hier soviel thematisches Material vorhanden sei, dass man gleich mehrere Sinfonien daraus machen könnte. Es sei einfach zuviel drin. [...] Ich habe nun eine Art neuer Redaktion gemacht aus dem, was ich von Neumann erfahren habe und aus Überlegungen zu den mir bekannten Aufnahmen [Kertész (dessen Aufnahmen Anguélov "legendär" nennt), Suk, Neumann]. Im Finale der Neunten habe ich mir deswegen erlaubt, in den Posaunen ein Crescendo-Decrescendo einzufügen." Von dieser Idee sei Neumann begeistert gewesen. "Ich habe ausschließlich dort, wo ich es nach meinen Recherchen für zwingend nötig hielt, Striche gemacht."


    Aufschlußreich: "Interessant ist bei Dvořák, dass er von der 1. Sinfonie an stets auf die gleiche Art und Weise instrumentiert hat. Schlägt man irgendeine Partitur auf, lässt sich sofort sagen, ob es sich um ein Werk von Dvořák handelt oder nicht. Das bedeutet, Dvořák hatte schon als ganz junger Komponist eine überaus klare Vorstellung von 'seinem' Klang."


    Und noch ein grundsätzliches Bekenntnis: "Mir war bei meiner Interpretation daran gelegen, einen irgendwie altmodischen Dvořák-Klang zu vermeiden. Ich habe versucht, einer eher aktuellen Klangästhetik zu folgen - vor allem durch einen besonderen rhythmischen Puls und eine besondere Art der Phrasierung. Natürlich darf man dem Stück die Romantik nicht austreiben, das muss bleiben. Jeden kleinen Akzent, der in der Partitur steht, soll man hören. Der Sinn jedes Akzents will aber wohlüberlegt sein, für sich gesehen bedeutet er ja noch nichts. Erst aus dem Gesamtzusammenhang wird deutlich, ob es sich um einen kurzen, tieferen oder weichen Akzent handelt. Genau diese Überlegungen stellen dann eine Verbindung mit unserem heutigen Klangempfinden her. Ich glaube, ich habe einen Dvořák-Sound gefunden, der durchgehend bei allen Sinfonien spürbar ist."


    Stark vereinfacht würde ich sagen, daß dieser "Sound" eher die rhythmischen Aspekte als die melodischen herausstellt, ohne letztere zu vernachlässigen. Gerade dadurch erscheint sein Dvořák mir auch, wie schon geschrieben, grobkörniger und weniger poliert. Man könnte das als "antiromantisch" sehen, auch wenn der Dirigent selbst hier differenziert.


    :wink:

    Es grüßt Golaud


    ---
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  • Eine späte Fortsetzung dieses Themas, einfach deshalb, weil ich mir die besagte Aufnahme erst letzte Weihnachten unter den Christbaum gelegt habe. Nachdem ich jetzt alle Sinfonien bis auf Nr. 5 und 6 gehört habe, kann ich das folgende nur bestätigen:

    Vor einiger Zeit versuchte ich anderenorts die Aufnahmen wie folgt zu charakterisieren: "Besonders gefällt mir der rauhe, transparente, natürliche Klang - ohne Politur und Hochglanz: "slawisch-authentisch"? Jedenfalls energisch und engagiert musiziert: Bin sehr zufrieden und reiche hiermit die Empfehlung gern weiter."


    Stark vereinfacht würde ich sagen, daß dieser "Sound" eher die rhythmischen Aspekte als die melodischen herausstellt, ohne letztere zu vernachlässigen. Gerade dadurch erscheint sein Dvořák mir auch, wie schon geschrieben, grobkörniger und weniger poliert. Man könnte das als "antiromantisch" sehen


    Es ist in der Tat so, dass diejenigen, die einen eher weichen oder warmen Orchesterklang bevorzugen, mit dieser Aufnahme nicht glücklich werden können, weil Anguélov das rhythmische Element doch sehr stark in den Vordergrund stellt. Das Klangbild wirkt da schon zuweilen ziemlich rauh und deftig; aber ich finde, dass die Musik das auch sehr gut verträgt, und der rhythmische Impetus Dvoraks in manchen anderen Interpretationen zugunsten des Wohlklangs etwas vernachlässigt wird (das war mein Eindruck z.B. bei der Järvi-Aufnahme). Der Dirigent begründet das ja auch sehr überzeugend in dem im vorhergehenden Posting wiedergegebenen Zitat. Mir gefällt das jedenfalls, und ich bereue den Kauf dieser Aufnahme keine Sekunde.
    Viele Grüße,
    harry

  • Ich ringe seit dem Erscheinen mit mir, habe bislang nur Kubelik ...

    Czech Philharmonic Orchestra, Jiri Belohlavek, 2014

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Ich liebäugle vor allem auch deshalb, weil ich die Konzerte bislang nur hiermit habe:




    Bei mir aber noch anderes Cover.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Antonin Dvorak

    Symphonien Nr.1-9


    RSO Prag

    Valek
    2003

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Noch nicht genannt:


    Box:

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    Einzeln:


    Auch hier enthalten:



    Slovak Philharmonic Orchestra

    Stephen Gunzenhauser
    1989-1992


    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793