Mitridate von W.A. Mozart bei den Münchener Opernfestspielen

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    *salut*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Was für eine Musik, von einem Knaben komponiert, unglaublich. Wenn man von dem düsteren Inhalt mal absieht, der mit viel Blut endet, kann ich mich für die Musik begeistern. Mit Koloraturen gespickt, Arien voller Ruhe und selischen Schmerzen, dann wieder Ausbrüche und Wut, ein Duett mit perlenden Koloraturen so übereinstimmend, dass man meinen könnte, es singe nur eine Person. Ein Counter, wie ich ihn so noch nie gehört habe, voller Kraft in der Höhe und fallend in die Tiefe, kein seichter Conter, den ich sonst im Ohr habe und mit dem ich wenig anfangen kann.


    Es war für mich ein Erlebnis und ich bin immer noch berauscht von der Musik. Es gab zwar viele wiederkehrende Passagen, aber sie haben mich fasziniert. Alle Rollen waren super besetzt und die Aspasia....Anja-Nina Bahrmann, habe sie als meine ehemalige Schülerin nach 12 Jahren das erste Mal live gehört und das Wiedersehen war dementsprechend, mein Gott, sie kann es, einfach super.


    Bravo, das meinte auch das Publikum im ausverkauften Prinzregententheater und der Beifall wollte kein Ende nehmen.

  • Hallo,


    es freut mich riesig, daß Du im Genre Opera Seria Begeisterung finden konntest. Der Mithridate ist eine meiner Lieblingsopern von Mozart - auch (oder gerade: weil) sie mit den späteren Werken nicht vergleichbar ist. Daß eine Seria einmal kein lieto fine im herkömmlichen Sinne hat, sorgt auch für eine gewisse "Abwechslung": kein Deus ex machina, keine gekünstelte Wendung zum Guten. Lawrence Zazzo gehört zu den besten Countern überhaupt (eigentlich ist auch die Rolle des Sifare eine Counterrolle) und mit Ivor Bolton habt ihr einen hervorragenden Dirigenten, der mich schon mit Händels Rodelinda fasziniert hat; er hat ein feines Händchen für hochdramatische und psychodramatische Stellen in Opern: musikalischer Nervenkitzel pur.


    Ich gratULLIere zu Deinem Erlebnis.


    :love:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Ja, diese Oper ist nicht mit anderen späteren Opern zu vergleichen. Die einzelnen Rollen waren wirklich super besetzt, ein kleines Orchester und eine Arie mit - ich glaube es war ein Horn - außergewöhnlich. Da störte mich auch nicht das "nicht vorhandene" Bühnenbild, dass im Hintergrund nur einen Vorhang hat, halbrund, der mit Lichspielen, belebt wurde.


    Zu Beginn sah man auf dem Vorhang in kindlicher Bemahlung einen Knaben am Tisch sitzen, der, sollte wohl Wolferl sein, seine Oper schrieb, wobei er brav auf eine Frage des Vater mit "Jawohl Herr Vater" antwortete. Kindgerechte bewegliche Figuren sah man immer wieder, Sterne, Möwen, der ganze Hintergrund war lebendig. einzige Möblelstück war ein großes Schlauchboot und ein Fernseher, wofür er da war, habe ich nicht verstanden, zum Schluß ein Sarg, der eigentlich für die beiden Söhne und Aspasia gedacht war, doch zum Schluss lag der Vater, der sich selber richtete, in dem Sarg.


    Ich weiß nicht ob es diese Inszenierung auch "altbacken" inszeniert gibt, ich bin eigentlich nicht für das Regietheater, doch das hat mich fasziniert, ich habe keine Vergleichsmöglichkeit, doch wenn der Inhalt dem Libretto entspricht, ist es gut, was ja nicht immer der Fall ist und machmal ganz anders ausgeht, wie erwartet.


    Eine super Oper mit wunderbarer Musik und tollen Sängern, muss ich nochmal sagen.

  • Ich weiß nicht ob es diese Inszenierung auch "altbacken" inszeniert gibt, ich bin eigentlich nicht für das Regietheater, doch das hat mich fasziniert, ich habe keine Vergleichsmöglichkeit, doch wenn der Inhalt dem Libretto entspricht, ist es gut, was ja nicht immer der Fall ist und machmal ganz anders ausgeht, wie erwartet.


    Eine sehr imo gelungene moderne Inszenierung bietet auch die M22-Box, die Opern sind auch einzeln zu haben:



    Die "Stars" sind hier Richard Croft als Mithridate und Bejun Mehta als Sifare, der hier auf die unglaublichste Weise die schier endlos scheinende Hornsolo-Arie kurz vor Ende der Oper interpretiert. Könnte Dir gefallen, zumal es hier deutlich mehr zu sehen gibt. *sante*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • nicht dass ich noch ein Opernfan werde...


    Das werden wir doch zu verhindern wissen, oder?


    :beatnik:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790