08 - Die späten Streichquartette: Einspielungen (opi)

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    Gähnende Leere... *wait*


    Liebe Festetics, Mosaïques, Authentics, Quatuor Cambini Paris, Quatuor Franz Joseph... tut endlich etwas gegen diesen unerträglichen Mißstand!


    *mist*


    Gleichwohl haben die Mosaïques am 26. October 2007 in Leeds (UK), University of Leeds (The Clothworkers' Centenary Concert Hall) eine Aufzeichnung des B-Dur-Quartetts inkl. der "Großen Fuge" gemacht - es kursiert ein Radio-Mitschnitt, den ich auch besitze, aber zu kaufen gibt es da leider noch immer nichts.


    :boese:


    Ich bin wirklich gespannt, wer sich als erster traut, mit den späten Beethoven-Quartetten an den Markt zu gehen!

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    Ich bin wirklich gespannt, wer sich als erster traut, mit den späten Beethoven-Quartetten an den Markt zu gehen!


    And the Winner is ...



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)
    Streichquartett B-Dur op. 130
    Große Fuge op. 133


    Edding Quartet


    Baptiste Lopez, Violine italienischer Herkunft, 1890
    Caroline Bayet, Violine Claude-Augustin Miremont, Paris 1872
    Pablo de Pedro, Viola unbek. Herkunft, 1. Hälfte des 17. JHs
    Ageet Zweistra, Violoncello Paolo Maggini, 1596


    Daß Edding nicht abgeht, ist eine glatte Lüge („Was geht ab?“ - „Edding schonmal nicht°)! Das B-Dur-Quartett wird hier in seiner originalen (besser: ursprünglichen) Gestalt dargeboten, d.h. mit der „großen Fuge“ als Finalsatz. Der kurz nach der Uraufführung nachkomponierte 6. Satz, der forthin die große Fuge ersetzten (und zu einem eigenständigen Werk machen) sollte, ist nicht enthalten. Nachträgliche Änderungen an bereits fertigen Werken sind sowieso meistens ein Sakrileg ... sie entzaubern den originären Charakter.


    Das Edding-Quartett legt einen sehr sorglosen, stabilen und verbindlichen Stil an den Tag. Unsicherheiten, wie ich befürchtet (und auch anderweitig schon zu Gehör bekommen) hatte, gibt es hier nicht. Die Intonation ist zumindest für mein Gehör perfekt. Das Quartett jongliert sehr angemessen zwischen zartesten Tönen, die wie gehaucht klingen (ich mag dieses beinah tonlose Schaben auf den Saiten), und rabiatem Impetus (große Fuge). Das Presto habe ich selten mitreißender, den dritten Satz selten subtiler, das alla Danza tedesca selten s(w)ingender, die Cavatina selten lyrischer, kurzweiliger und unübertrieben gehört. Und die große Fuge: ziemlich großes Kino mit einem drängenden finalen Stretto!


    Wer mit dem Film Klang der Stille (Copying Beethoven) etwas anfangen kann, muß die gF lieben.


    Das Booklet kann bei outhere kostenfrei eingesehen werden; ehrlich gesagt, steht aber nicht wirklich etwas Weltbewegendes darin; immerhin eine Möglichkeit, etwas über die bespielten Instrumente zu erfahren, was leider auf dem Coverback nicht erscheint.


    Ich glaube, da ist etwas sehr geglückt und verlangt nach Fortsetzung. Ich bin jedenfalls überaus glücklich mit dieser Aufnahme. Endlich. Das Geile am 21. Jahrhundert, daß manchmal gleich alles richtig klappt. Aber nur manchmal. Ganz selten.


    *kiss*

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    Quartette opp. 127, 130, 131, 132, 135
    Große Fuge op. 133


    Quatuor mosaïques


    Dazu später mehr.


    Vorab: erfreulicher Weise beim Download mit DigiBook und brauchbaren Tags.


    Endlich mal op. 130/133 und op. 132 vergleichshören können. :thumbup:

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    ... brauchen wir ja auch nicht. Es geht um den Vergleich der vergleichbaren Teile innerhalb dieser Aufnahmen und nicht von Äpfeln und Gurken ...


    Edding: 13
    Quatuor Terpsycordes: 6 und 15
    Quatuor Mosaiques: 12, 13, 14, 15, 16, 17


    Da blieben für einen Vergleich nur:


    Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130: Edding vs. Quatuor Mosaiques
    Streichquartett Nr. 15 in a-Moll op. 132: Quatuor Terpsycordes vs. Quatuor Mosaiques


    Wenigstens haben bei op.130 beide die Fuge statt des nachträglichen Rondos.

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    Eroica Quartet (2000)


    Quartett F-Dur op. 135 (1826)

    Versteht ihr diese Rezension?

    Zitat

    As the Amazon reviewer notes, the Eroica Qt. are good at what they set out to do, which is to reconstruct Beethoven's quartets as theyu might have been heard in his day. This means gut strings, lower tuning, and little or no vibrato. This last point is debatable but has become standard with period performance groups. The individual musicians of the Eroica are good (by no means comparable to great quartets like the Tokyp, Emerson, Alaban Berg, etc.), and although they skim over the surface of Beethoven's eloquence and seriousness, that too hs become standard with period groups.

    The overall result is eye-opening, but approach with caution. The zingy "white" sound of the violins drove me up the wall, and I ran to turn off Op. 135 as soon as I could. Times have changed, and if you are sued to contemporary string quartets--that is, groups founded since the beginning of recorded sound--the Eroica makes grotesque noises. I can see y9ounger listeners and those who love the period style being much happier than I wqas.


    Google-Übersetzer

    Zitat

    Wie der Amazon-Rezensent feststellt, ist der Eroica Qt. sind gut darin, was sie vorhaben, nämlich Beethovens Quartette zu rekonstruieren, wie man sie zu seiner Zeit gehört haben könnte. Das bedeutet Darmsaiten, tiefere Stimmung und wenig oder gar kein Vibrato. Dieser letzte Punkt ist umstritten, wurde jedoch zum Standard für Periodenleistungsgruppen. Die einzelnen Musiker der Eroica sind gut (keineswegs vergleichbar mit großen Quartetten wie Tokyp, Emerson, Alaban Berg usw.), und obwohl sie die Oberfläche von Beethovens Beredsamkeit und Ernsthaftigkeit überfliegen, sind sie auch bei Periodengruppen Standard .

    Das Gesamtergebnis ist augenöffnend, aber nähern Sie sich mit Vorsicht. Das knisternde "weiße" Geräusch der Geigen trieb mich die Wand hoch und ich rannte los, um Op. 135 sobald ich konnte. Die Zeiten haben sich geändert, und wenn Sie sich gegen zeitgenössische Streichquartette - also Gruppen, die seit Beginn der Tonaufnahmen gegründet wurden - richten, macht die Eroica groteske Geräusche. Ich kann sehen, dass jüngere Zuhörer und diejenigen, die den Stil der Epoche lieben, viel glücklicher sind als ich.


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    Ich gehe mal davon aus, Du meinst verstehen und nicht nachvollziehen (könnte ich nicht, kenne die Aufnahme nicht):


    Alles in allem ist die Google-Übersetzung doch bis auf Kleinigkeiten ganz gut und verständlich - paraphrasiert: der Rezensent hat olle Hörgewohnheiten, kann von ihnen nicht lassen, erlebt die *opi*-Interpretation deshalb als unerträglich unangenehm, gibt aber zu, dass andere Hörer mit anderen Gewohnheiten oder mehr Offenheit tolle Musik von der CD bekommen. Hast Du denn bestimmte Fragezeichen?


    Ich kann jetzt nur vermuten, wo: der Satz "[...] and although they skim over the surface of Beethoven's eloquence and seriousness, that too hs become standard with period groups" ist im Original schon etwas unklar, meint wohl ungefähr: "und wenn sie auch die Eloquenz und Ernsthaftigkeit Beethovens nur oberflächlich streifen, so ist auch das Standard bei Ensembles historischer Aufführungspraxis". Blöde Behauptung.


    Das knisternd weiße Geräusch ist wohl eine Anspielung auf perkussive Klanganteile: "zingy" ist nicht gerade "knisternd" sondern eher onomatopoetisch: schwirrend, zischend, auch fetzig (von einer schwungvollen Bewegung her gedacht = "zing") und mit dem "'white' sound" mag weißes Rauschen gemeint sein: ein sehr Höhenbetontes Rauschen, hier wahrscheinlich polemisch abwertend gemeint, da es, zitieren wir mal Wikipedia, "in den Ingenieur- und Naturwissenschaften häufig verwendet [wird], um Störungen in einem sonst idealen Modell abzubilden". "Sued to contemporary string quartets" verstehe ich sprachlich zwar auch nicht, aber sinnvoll im Kontext ist nur ungefähr: "falls Sie dem Klang zeitgenössicher Streichquartette (omi) verpflichtet sind - also Ensembles wie sie seit dem Beginn der Tonaufzeichung gegründet wurden -, macht Eroica grotesken Krach". Ich glaube, im Detail macht der Rezensent bereits semantische Fehler, was die Übersetzung erschwert.


    Kurz: kannste kaufen. ^^


    *sante*

  • Kurz: kannste kaufen.

    Yo... :D


    Ernsthaft: die übliche Irritation von Leuten, die fünfzig Jahre lang *omi* gehört haben und nun mit *opi* nichts anfangen können, weil sie sich nicht mehr mit was Neuem auseinandersetzen wollen. Aber der Gag mit den Streichquartetten, die seit dem Beginn der Tonaufzeichnung gegründet wurden, ist echt stark: d.h. die *opi*-Ensembles sind alle davor gegründet worden...*lol*