BWV 021 "Ich hatte viel Bekümmernis“ (c1713)

  • Diese fast schon monumentale Kantate gilt sicherlich als eine der schönsten, wenn nicht sogar als die schönste Kantate Bachs.


    Wann genau Bach die Kantate komponierte, ist nicht ganz sicher: man geht davon aus, dass er sie um 1713, vielleicht sogar als Bewerbung für die Stelle des Organisten an der Liebfrauenkirche in Halle, kopmonierte. Sie gehört jedenfalls zu den Kantaten der „Weimarer Zeit“, fällt aber durch ihre Zweiteilung und enorme Länge auf. Bemerkenswert ist auch die dramatische Verdichtung der Kantate, die man in ihrer ganzen Gestalt durchaus als Urahn der großen Passionen sehen kann.


    Der Text der Kantate wird dem Hofpoeten Salomo Franck (1679-1725) zugeschrieben. Grundlage für seinen Text sind diverse Verse und Psalmen für den dritten Sonntag nach Pfingsten. Die Kantate BWV 21 ist sicherlich auch beispielhaft für den im Barock so beliebten Vanitas-Gedanken und den Gegensatz vom Elend der Welt und der Herrlichkeit des Himmels.


    Der erste Teil der Kantate ist ganz in düstere Stimmung gehüllt, Trauer und Hilfeschreie zu Gott bestimmen das Geschehen. Der zweite Teil ist gänzlich anders gestaltet, mit Trompeten und Pauken wird die Erlösung der Seele und die Herrlichkeit Gottes gefeiert.