The Turn of The Screw op. 54: Einspielungen (DVD)


  • Miah Persson, Toby Spence,
    Susan Bickley, Giselle Allen,
    Joanna Songi, Thomas Parfitt
    London Philharmonic Orchestra
    Jakub Hrusa


    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Die oben gezeigte Glyndebourne-Produktion hatte ich zwar bestellt, sie wurde aber Anbieterseits postwendend storniert... es ist ja noch nicht aller Tage Abend (hoffe ich). Allerdings erreichte mich heute ebenso postwendend die Aufzeichnung aus dem Rokoko-Theater in Schwetzingen von 1990, die sowohl sängerisch als auch von der Inszenierung her einigen Amazon-Rezensenten folgend als die beste gilt, wo gibt:



    Helen Field als Governess
    Menai Davies als Mrs. Grose
    Richard Greager als Quint / Prologist
    Phyllis Cannan als Miss Jessel
    Machiko Obata als Flora
    Samuel Linay als Miles


    Radio Symphony Orchestra Stuttgart
    Steuart Bedford


    Michael Hampe konstruiert eine historisch sehr glaubhafte Szenerie, bei der alles aufeinander abgestimmt ist: Interieur, Kleidung und Gesten; ein wenig erinnert sie mich an die bekannte Mary-Popins-Verfilmung und war vielleicht sogar davon inspiriert? Auch die Kameraführung ist sehr abwechslungsreich und zeigt interessante Einblicke in den Orchestergraben, wenn die Akteure auf der Bühne gerade verharren oder nichts Bewegendes zu tun haben. Helen Field und Menai Davies sind stimmlich brillant und bringen ihre Rollen auch optisch überzeugend rüber; überraschend gut macht sich Richard Greager im Prolog, der sogleich fesselt... Machiko Obata ist allerdings für meinen Geschmack für die Rolle der Flora nicht wirklich geeignet - die Stimme ist zwar schön, aber - wie auch ihre Statur - zu wenig kindlich. Für mich ist Miles zwar eigentlich ein Blondie (ich finde aber gerade keinen passenden Beweis aus dem Originalplott von Henry James), aber trotz für mich irritierender Haarfarbe spielt und singt er seine Rolle extrem gut. Das Orchester folgte dem akkuraten Dirigat sehr aufmerksam. Die markerschütternde Wiederaufnahme des Malo-Songs durch die Governess am Schluß hat mich äußerst berührt... das war in der Tat sehr gänsehautig.


    Hinter dem Cover-Link verbirgt sich auch ein Videotrailer; so kann sich jeder selbst überzeugen (lassen). Ich fand den Kauf jedenfalls sehr lohnenswert.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790