04 - Impromptus D935 op. post. 142

    • Offizieller Beitrag

    Die vier Impromptus D935 entstanden Ende 1827 und erschienen, nachdem Schubert sie am 21. Februar 1828 dem Verleger Schott als Vier Impromptu's fürs Pianoforte allein, welche jedes einzeln oder alle vier zusammen erscheinen können, nachdem Schott die Herrausgabe als von Schubert bestimmtes op. 101 abgelehnt hatte, erst nach Schuberts Tod als op. post. 142; allerdings bei A. Diabelli & Co. im Frühjahr 1839.


    Nr. 1 - f-moll: Allegro moderato
    Nr. 2 - As-Dur: Allegretto
    Nr. 3 - B-Dur: Thema con Variazioni. Andante
    Nr. 4 - f-moll: Allegro scherzando


    Reizthema: Melina wies mich heute auf Robert Schumanns Glauben hin, Schubert habe hier wohl ursprünglich eine Sonate zu komponieren vorgehabt: "Der erste [Satz] ist so offenbar der erste Satz einer Sonate, so vollkommen ausgeführt und abgeschlossen, daß gar kein Zweifel aufkommen kann", so Schumann; dabei wird der Variationensatz (Nr. 3) ausgeblendet.


    Dem widerspricht allerdings, daß Schubert sein Autograph mit "Vier Impromptu's" überschrieben und die einzelnen Stücke auch mit den Nrn. 5 bis 8 (als Fortsetzung des ersten Zyklus' D899 resp. op. 90) beziffert hat. Für mich persönlich wirkt auch ein fiktives Arrangement der Stücke 1, 2 und 4 als Sonate nicht organisch genug. Wenn auch die Tonartenfolge der so arrangierten Sätze f-moll / As-Dur / f-moll im klassischen Sinne "passen" würde (selbst, wenn man den Variationensatz mit einbezöge), so hält sich Schubert an dieses klassische Schema in der späten Sonate D960 z.B. nicht mehr zwingend: B-Dur / cis-moll / B-Dur / B-Dur. Ebensowenig beim Streichquintett D956: C-Dur / E-Dur / C-Dur / C-Dur.


    Der Umstand, daß die Impromptus eben (auch) einzeln in sich geschlossen und vollkommen wirken, entzieht ihnen m. E. den "Status" eines Sonatensatzes, ohne dabei jetzt näher auf die Form eingehen zu wollen.


    Während das Variationenthema (Nr. 3) als "Rosamunde"-Thema Schuberts (D797/5 und D804/2) bereits bekannt ist, mutierte die ebenso eingängige Melodie Aus Nr. 2 in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Schlager Wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt.

    Alles sollte sein wie es war - und nicht wie wir es uns wünschen!

    (HIPpokrates)

  • Und du hast letztes Wort.
    Das kannst du vergessen! :)
    Ich beschäftige mich jetzt mit vier Stücken etwas intensiver, dann komme ich hier und behaupte das Gegenteil.
    Ich brauche nur etwas Zeit.
    Aber! Sogenannter Nr.2, was wohl entsprechen würde 2. Satz (mit oder ohne Variationen!), gibt mir unglaublich das Gefühl von einer Sonate, es erinnert sogar an eine andere die ich mache (Ich mache jetzt keine Vergleiche, es ist besser. Wenn ich beim Beethoven Mozart höre, lachen alle. Alle die mehr wissen als ich. Dabei sollten die wissen dass Beethoven auch "Mozart-Phasen" hatte und die Werke dann auch einen Mozartduft trugen...).
    Und sicher, die Werken, die vier Impromptus, waren auch so gedruckt, nicht als Sonate ( Das hat niemand behauptet, auch nicht ich im Gespräch). Man vermutet aber, dass es zu änderung kam bei dem Verleger. Und zwar aus rein finanziellen Gründen.
    Letztendlich, wird wohl dieses Geheimnis, vermutlich für immer ein Geheimnis sein.
    Ich finde das schön - wenn nicht alles nackt gelegt wird. Etwas soll auch verborgen bleiben. Für mich hat das etwas mit der Ehre des Komponisten. Auch wenn es verrückt klingt.
    Aber ich darf es empfinden, wie ich es will.
    Und das räume ich auch anderen ein.


    Bis bald! ;)


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)