Der ultimative EROICA-SmallTalk-endlos-Faden

  • Immerhin meinte ich eben nicht das Gefühlsleben als solches in all seinen Schattierungen, sondern ich meinte die besondere Art von körperlicher Reaktion, verbunden mit Affekten, die den Menschen dazu bringt, den Rhythmus der Musik durch Bewegung nachzuahmen, also z.B. zu tanzen.


    Und Du meinst dieses "Gefühl" resp. diese Reaktion würde heutzutage vernachlässigt? Inwiefern? Ich kenne Leute, die Dirigieren beim Klassikhören ein Luftorchester oder andere, die z.B. beim Hören von Beethovens Siebenter rastlos im Kreis laufen... das ist zwar vielleicht (je nach Blickwinkel) etwas "gesitteter", aber im Kern doch wohl kaum anders als "Abrocken" zu modernen Hits?


    Zitat

    Finde ich trotz des wirren Argumentationszusammenhangs meinerseits ein witziges Zitat.


    Naja, mir stinkt dies Bach-Übervater-Gehabe... auch, wenn ich mit Jazz überhaupt nicht auskenne, bin ich überzeugt, daß Jazz auch ohne Bach funktionieren würde; und wenn nicht, wär's mir eigentlich auch egal... beides nicht meine Baustelle. Ich mag ja nicht drauf rumhacken, aber ich finde, daß Zelenka z.B. wesentlich mehr groovt als good old Joe...


    *salut*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Irgendwie ist es ja bezeichnend, dass Bach nach seiner Zeit ja erst mal tatsächlich als Übervater der Harmonik betrachtet, aber eigentlich nicht gespielt wurde. Zugegeben: Barockkomponisten, die nach ihrer Zeit - ohne Unterbrechung - noch gespielt wurden, gibt es nicht wirklich viele. :D Aber klar, Bach hat wie kein anderer den Quintenzirkel erschlossen und war und ist deshalb fürs Tonsatzstudium eine der dankbarsten Quellen. Für modulierfreudige Jazzer bietet sich Bach von daher an.


    Und dazu kommt, dass Bach popkulturell besser verwertbarer ist als viele seiner Zeitgenossen. Man stelle sich vor, ein Jazzer würde ein Telemann goes Jazz Album machen. Oder Reinhard Keiser bluetoned. Nee, da muss man schon was nehmen, was irgendwie anspruchsvoll und intellektuell klingt und trotzdem massentauglich ist. Man muss sich beim Verjazzen klassischer Musik ja schon auf Komponisten einigen, die sowohl die Jazzmuskiker als auch die Jazzhörer einigermaßen kennen.


    Für mich ist halt immer die Frage: Spricht es mich an, sagt es was zu mir, dass Bach der Vater der Harmonie ist? Ich meine, über das Staunen über die Genialität, die tonsetzerische Brillanz hinaus? Fetzt mich das, was ich höre, dann auch weg, oder ist es bloß genial? Und da muss ich halt sagen, dass mir viele Künstler, die der Harmonie gegenüber keine so väterlichen Gefühle entwickelt haben, oft mehr sagen, dass sie mich mehr mitreißen, direkter zu mir sprechen.


    Und ja, Zelenka groovt! *ägy*

  • Yepp. Das Leben des Herrn Schmidt ist schon etwas eigenartig...


    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Jetzt doch nochmal aus dem Bauch heraus (obgleich ich kein Bauchredner bin), weil... irgendwie liegt's mir auf der Seele:


    Zitat


    Der derzeit etablierte Frisurenstyle der Countertenöre gefällt mir so GAR nicht...



    :S*wait*


    ...ist diese "Nichtfrisur" jetzt bei den Countertenören eine aktuelle Modeerscheinung (soll also "schön" sein) oder gibt es dafür doch irgendwelche hormonelle (physische, Stoffwechsel?) oder psychische Ursachen? Irgendwie macht mich dieses Outfit in keiner Weise an... das Auge hört nun einmal mit.


    *hä*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Also: Das Cencic-Cover ist von 2008 -- nebenbei auch das einzige, auf dem Cencic eine solche Nichtfrisur hat. Sollte Fagioli einer Modeerscheinung nacheifern, wäre er sechs Jahre zu spät. Bei Fagiolis extrem hoher Stirn kann man übrigens auch nicht von Nichtfrisur sprechen. Der sieht halt so aus, zumal, wenn man ihn so direkt von vorn -- biometrisch -- sieht.


    Und betrachtet man die Covers anderer Countertenöre, dann hat sich das eigentlich sowieso vollends erledigt.

  • Also: Das Cencic-Cover ist von 2008


    Aktuell vom Theater an der Wien mit Xavier Sabata...



    *ägy*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Schön hier, kein Stress ... :love:

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

  • Ich finde auch geil, dass der eine aus dem markgräflich-großherzoglichen Carlsruhe kommt, der andere aus dem landgräflichen Cassel und ich eben aus dem Reichsfürstentum Reuß ä.L. mit seinen winzigen Residenzstädten ... :love: :jubel:

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

  • Carlsruhe und Cassel bitte...


    *flöt*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Carlsruhe und Cassel bitte...


    *flöt*


    Wie eure fürstliche Hoheit befehlen ... :jubel:

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

  • Schön hier, kein Stress ... :love:


    Keine Sorge, können wir auch!


    Übrigens habe ich lange bei Crefeld gelebt...


    Jetzt helft mir bitte, damit ich nicht GOOGLEN muss: wo zum Henker ist dieses Reuß?!?


    Gruß aus dem KÖNIGREICH Bayern und seiner sonnigen Residenz. So. Dä. Sticht.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)


  • Keine Sorge, können wir auch!

    Hoffentlich nicht ...


    Jetzt helft mir bitte, damit ich nicht GOOGLEN muss: wo zum Henker ist dieses Reuß?!?

    "http://de.wikipedia.org/wiki/Reu%C3%9Fisches_Oberland"


    Im Südosten Thüringens: Heute bildet das Gebiet den südlichen Teil des Saale-Orla-Kreises und des Landkreises Greiz und reicht auch ins Westsächsische und Saalfeldische hinein. Als Teil des klassischen Vogtlandes gehört das Reußische Oberland zu einem Territorium, das thüringische, sächsische, oberfränkische und böhmische (tschechische) Gebiete umfasst, die einst im Mittelater unter den Vögten von Weida, Gera und Plauen eine politisch-administrative Einheit bildeten.


    Ich frequentiere daher folgende Spielstätten:


    - eine halbe bis dreiviertel Autostunde nach Hof (Saale) und Plauen
    - eine knappe Stunde nach Gera und Jena
    - eine reichliche Stunde nach Weimar, Leipzig und Bayreuth
    - anderthalb Stunden nach Erfurt

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

  • Irgendwie erschauere ich immer wieder über einen Kosmos wie Haydns Sinfonien oder Bachs Kantaten - das kann man in einem Leben gar nicht ausloten ...

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

  • Haydn und Bach konnten das; Schubert mit seinen Liedern auch...


    *tschak*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Haydn und Bach konnten das; Schubert mit seinen Liedern auch...


    *tschak*


    Wäre glatt einen eigenen Thread wert - "Die Unauslotbaren" --- bislang ...


    Bach - über 200 Kantaten
    Haydn - über 100 Sinfonien
    Schubert - über 600 Lieder

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)