Der ultimative EROICA-SmallTalk-endlos-Faden

  • Interessante Sichtweise ... bei der ich ein irgendwie komisches Gefühl habe ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Wohl wahr, der psychologische Effekt geht eben auch anders herum- wen hat es in der Öffentlichkeit oder den Medien interessiert, dass die Grippewelle 2017/2018 nach offiziellen RKI angaben 25100 Todesopfer in Deutschland gefordert hat? Eine ordentliche Dunkelziffer nicht getesteter multimorbider Menschen mit schwersten Vorerkrankungen kommt noch dazu!


    Nichts wurde abgesagt, nichts wurde eingeschränkt...der moderne Mensch ist ein seltsames Wesen! Und auf seine Angst- Reflexe hat all die Modernität, die Aufklärung und Bildung keinen nennenswerten Einfluss gehabt...!


    https://www.aerzteblatt.de/nac…-toedlichste-in-30-Jahren

    Man muss schon etwas wissen, um verbergen zu können, dass man nichts weiß.


    Marie von Ebner- Eschenbach

  • Warum?

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Wohl wahr, der psychologische Effekt geht eben auch anders herum- wen hat es in der Öffentlichkeit oder den Medien interessiert, dass die Grippewelle 2017/2018 nach offiziellen RKI angaben 25100 Todesopfer in Deutschland gefordert hat?

    Bitte in den Relationen bleiben: die 25.100 Todesfälle sind eine statistische Hochrechnung, die man "Exzess-Todesfälle" nennt. Sie basiert auf rein statistischen Erhebungen und stellt keine konkrete Anzahl echter Toter dar; vielmehr wird damit zum Ausdruck gebracht, wie hoch die Dunkelziffer ausgefallen sein könnte. Es ist ein reiner Schätzwert.


    Konkret starben 1674 Menschen an der Influenza; die sind konkret vorhanden. Da jedoch die Grippe auch auf Menschen mit Vorerkrankungen trifft, kann es passieren, daß die tatsäche Todesursache nicht der Grippe, sondern jenen Vorerkrankungen zugesprochen werden. Dazu kommt, daß manche Menschen gar nicht zum Arzt gegangen sind, um die Grippe auszukurieren. Aus welchem Grund auch immer - das RKI erhebt bestimmte statistische Erfassungen und errechnet daraus eine Schätzung, die nach feststehenden Regeln erfolgt. Damit gelingt eine einigermaßen sinnvolle Aussage darüber, wie hoch diese Dunkelziffer ausgefallen sein könnte.


    Nochmal ganz klar: es ist eine Schätzung, die eine grobe Aussage macht. Für die Beurteilung einer Grippesaison hat sie eine gewisse Aussagekraft, doch darf sie nicht so konkret als Tatsache herangezogen werden.

  • Mag ja sein- doch auch jetzt sterben sehr oft multimorbide Menschen und bei einer positiven Testung wird aktuell stets Corona als Ursache angegeben, obwohl häufig das Zusammenspiel der Vorerkrankungen auch ohne Corona als hochgradig lethal anzusehen gewesen wäre.


    Und sorry, auch wenn die Zahlen hochgerechnet sein sollten, geht es mir um den psychologischen Effekt : Und da bleibt es auch hochgerechnet dabei: in 2017/18 sind Abertausende an der Grippe gestorben...

    Man muss schon etwas wissen, um verbergen zu können, dass man nichts weiß.


    Marie von Ebner- Eschenbach

  • Und da bleibt es auch hochgerechnet dabei: in 2017/18 sind Abertausende an der Grippe gestorben...

    Das streite ich nicht ab - es waren sicherlich mehr als 1674. Ich will darauf hinaus, daß die Aussage "schlimmste Grippewelle seit 30 Jahren" wirklich stimmen wird. Das ist entscheidend genug.


    Was das Coronavirus betrifft: ich mache mir da keine Illusionen; die hohe Ansteckungsrate und der aggressive Verlauf allein schon zeigen die Gefährlichkeit des Virus. Und da es im Moment kein Impfstoff und nur wenig Medikamente dagegen gibt, ist der Shutdown die geeignetste Maßnahme, um den Verlauf abzufangen. Und in seiner Gesamtheit wird es deutlich weniger Menschen dahinraffen als es könnte, wenn es kein Kontaktverbot gäbe. Das Beispiel von Philadelphia und St. Louis aus dem Jahr 1918 zeigt deutlich, daß diese Maßnahmen durchaus hilfreich sein werden.

  • Da sind wir uns völlig einig :wink: ( der pausiert ja gerade*danke*)

    Und Du kannst mir glauben, ich nehme da nix auf die leichte Schulter, die Sorge um unsere über 300 Bewohner, viele davon mit Behinderungen, die sie zur echten Risikogruppe werden lassen, treibt mich täglich vom Morgengrauen bis in die spätesten Abendstunden um...

    Ich merke aber auch wie der Hang zu apokalyptischer Berichterstattung einiger Medien ( a la : only bad News are good News) es alles soviel schwerer macht. Und Menschen, denen nicht klar ist,dass Nachrichten eine solche Ware sind, versetzt das in Angst und Panik. Das macht mich wütend!!*grrr*

    Denn Angst macht dumm und blind- zwei Eigenschaften, die in der jetzigen Situation brandgefährlich sind...

    Man muss schon etwas wissen, um verbergen zu können, dass man nichts weiß.


    Marie von Ebner- Eschenbach

  • Wenn wir schon dabei sind:


    Ist euch bewußt, daß wir eigentlich in der Fastenzeit sind, die Ostern vorangestellt ist? Deutlicher als dieses Mal habe ich das bisher nicht gespürt, auch wenn es sich nicht in der üblichen Weise zeigt. Ich habe nie gefastet, was ich jetzt erst recht nicht tun werde; aber diese Zurückgezogenheit, dieses Emeritentum läßt mich die Zeit halt anders empfinden. Demut ist ein wichtiges Gut. Es erdet wieder, bringt einen zurück auf den Boden der Tatsachen usw. ihr kennt die üblichen Sprüche.


    Ich gebe zu, daß ich nicht immer so konsequent diese Zeit als Chance für innere Einkehr nutze. Vor zwei Tagen sah ich mir zwei Eastern an, die gewiß nicht zur edlen Kinokultur gezählt werden dürfen...:D Und ich höre zuwenig Musik, um mich abzulenken bzw. etwas näher damit zu beschäftigen. Ich schlafe viel, wenn sich die Möglichkeit einstellt, auch am Tag einige Stunden; insgesamt verbringe ich doch gut zehn Stunden pro Tag im Bett, also zwei Stunden länger als bei mir üblich. Große Vorhaben habe ich mir nicht gestellt - kommt vielleicht noch. Und außer in einigen Foren kommuniziere ich sonst kaum. An Telefonitis leide ich wirklich nicht.


    In zehn Tagen ist Palmsonntag, da ist die Fastenzeit beendet. Die Heilige Woche steht an, die Osterzeit steht in den Startlöchern. Ich weiß nicht, aber diesmal erscheint mir die Auferstehung Christi als ein probater Anlaß, neue Hoffnung in sich zuzulassen. Ich bin wirklich nicht tief religiös, aber vielleicht sollte man sich doch darauf einlassen, ein spirituelles Wiederaufleben als eine neue Chance aufs Leben zu sehen. Einfach schon deshalb, um nicht verrückt zu werden.


    :)

  • die taz, meine Leib- und Magenzeitung

    Dann wundert mich freilich nichts mehr ... 8-)

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Du inzwischen auch. Aber nur für mich. :love:


    ich lese übrigens die JW und die JF. *yes*

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Manchmal sind die Unterschiede nur extrem gering:


    Alfred hat sich als (Un)Wort des Jahres "Die" schützen lassen. Ich nehme Klopapierkrise.


    Die *)"Klopapierkrise" ist kier ein gutes Beispielobjekt.


    *Vorgeschlagen zum Wort des Jahre - alle Rechte vorbehalten bei Alfred Schmidt - Tamino Klassiforum Wien

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • ^^


    Meine liebste Neuentdeckung ist übrigens "Spuckschutz". Bin nach wie vor überrascht durch die Verweigerung jeden Euphemismus in diesem Fall.


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

  • Oh Gott, das ist in so vielerlei Hinsicht wirr, von der formalen Ebene über die Vermengung von Behauptungen mit Denkkurzschlüssen bis zu unfreiwilliger Komik (hat er wirklich niedliche Standards gemeint?), dass ich nur jedem raten kann, deutlich, deutlich mehr als 1,5m Abstand zu waren, weil da nichts Gesundes dran ist.


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)