Clavierkonzerte: Einspielungen (opi)

    • Offizieller Beitrag

    Johann Ludwig Dussek, auch Jan Ladislav Dusík (nicht zu verwechseln mit Mozart Prager Freund František Xaver Dušek / Franz Xaver Duschek) komponierte etwas mehr als ein Dutzend Clavierkonzerte, von denen einige auf Tonträger verewigt wurden. Einige davon wurden als Konzerte komponiert, die alternativ auch auf der Harfe erklingen dürfen, so z.B. das erste Concertino, das ich hier vorstellen möchte:



    Dieses Es-Dur-Concertino bekam als Harfenkonzert die Opus-Nr. 15 zugeteilt, als Clavierkonzert firmiert es als op. 26 und ist damit fast unauffindbar, da die Opus-Nummer doppelt vergeben und ebenfalls der Sonate für 2 Claviere F-Dur eigen ist. Hier ist das Konzertchen, begleitet von je 2 Oboen, Hörnern und den üblichen Streichern - entstanden 1789 - von Musica ad Rhenum und Fania Chaprio am Hammerflügel anonymer Herkunft, Wien c1780, eingespielt worden. Im ersten Satz erklingt ansatzweise die Kaiserhymne Joseph Haydns im Nebesatz; ob dies ein Zufall oder Absicht ist, ist mir nicht bekannt - es ist jedenfalls evident.

    • Offizieller Beitrag

    Andreas Staier hat zusammen mit Concerto Köln die beiden Clavierkonzerte g-moll op. 49 von 1801 und B-Dur op. 22 von 1793 eingespielt:


    Die 1992er Originalausgabe des Labels Capriccio



    wurde inzwischen (2011) wiederveröffentlicht:



    Originär war die CD mit "Klavierkonzerte der Beethoven-Zeit" subtituliert, was wohl eine gewisse musikalische Nähe zum genannten Komponisten suggerieren sollte. Das ist aber meines Hörens nach weniger der Fall; die zeitliche Betrachtung ist zudem auch ziemlich Kante an Kante gelegt, denn Beethovens beide Erstlinge op. 15 und 19 erschienen in der jeweils revidierten Fassung 1800/1801 und entspringen einem musikalisch völlig anderen Geist. Die "Beethoven-Zeit" würde ich dann doch eher bei 1810-1827 verorten. Das macht aber die beiden hier eingespielten Werke Dusseks nicht schlechter.


    Gespielt wird auf einem Fortepiano John Broadwood von 1806, der einen klaren, sonoren und bestimmenden Klang hat. Der erste Satz des g-moll-Konzertes endet z.B. mit einem einzelnen Paukenschlag, der von einem kaum hörbaren Streicherpizzikato abgefedert wird.