La Molinara (Giovanni Paisiello)

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    Giovanni Paisiello (1740-1816) war seinerzeit einer der begehrtesten Opernkomponisten. So bescherte er seinem Publikum neben zahlreichen Sakralwerken, Instrumentalkonzerten, Kammermusik und Sinfonien etwa 100 Opern, wobei sich hinter dem Pauschalbegriff 'Oper' zum Teil auch nur kurze 'Intermezzi' (z.B. La Serva Padrona, 1781) verbergen, welche zwischen den Akten größerer Opern zur Zerstreuung gegeben wurden. Außerdem hat Paisiello seine Schützlinge teilweise auch in später überarbeiteten Fassungen neu aufgelgt. Dennoch ist Paisiellos musikalische Hinterlassenschaft einfach unglaublich groß und die zahlreichen Reminiszenzen und Hommages an seine Opernarien belegen seine Präsenz und Beliebtheit im ausgehenden 18. Jahrhundert.


    Neben dem berüchtigten Il barbiere di Siviglia (1782 und 1787), Nina, o sia: La pazza per amore (1789, 1790 und 1795) ist La Molinara (1788, 1789 und 1790) sein heute wie damals bekanntestes Werk. Besonders die Arie Nel cor più non mi sento aus der Oper La Molinara (Die Müllerin) fand sowohl beim Publikum als auch bei den Komponisten großen Anklang. Und, da es damals so üblich war, komponierten zahlreiche seiner Komponistenkollegen Variationen oder andere Hommages auf diesen Kassenschlager Paisiellos.


    Franco Fagioli hat diese Arie auf seinem neuen Album Canzone e Cantate verewigt:



    Recht zeitnah in Relation zur Uraufführung der Molinara komponierte Ludwig van Beethoven 1795 über das Arienthema 6 Variationen G-Dur WoO 70 für Klavier, hier eingespielt von Gerrit Zitterbart auf einem Hammerflügel:



    Die Aufnahme ist leider über Amazon nicht erwerbbar, jedoch direkt bei http://gerrit-zitterbart.de/ erhältlich. Auf der CD enthalten sind auch die ebenfalls aus 1795 stammenden 9 Variationen A-Dur WoO 69 über Quart' è più bello (ebenfalls aus der Molinara Paisiellos), welche Beethoven dem Fürsten Carl Lichnowsky (1756-1814) widmete, bei dem der Bonner erste Herberge in Wien fand.


    Zu den Reminiszenten gehörte auch Johann Ladislaus Dussek (1760-1812), welcher Nel cor più non mi sento als Larghetto con variazioni in seinem Claviertrio B-Dur op. 24 Nr. 3 als Mittelsatz einbaute. Das Werk stammt aus 1796 und ist ebenfalls als unmittelbare Reaktion auf Paisiellos Erfolge zu buchen. Auf Originalinstrumenten resp. entsprechenden Nachbauten hat das Trio 1790 die Claviertrios Dusseks eingespielt:



    Verhältnismäßig 'monumental' ist die aus 1812 stammende Hommage Mauro Giulianis (1781-1829) an diese Arie: seinen ausgiebigen Variationen A-Dur für Guitarre und Streichquartett op. 65 (Guitarrenquintett) stellt er eine Introduzione voran, das Werk beschließt er mit einer zünftigen Polonese. Außerdem veröffentlichte Dussek eine Fassung für Clavier und Guitarre, welche Dussek vermutlich in jener Zeit anfertigte, als er mit Johann Nepomuk Hummel (1778-1837) konzertierte; sie ist auf dieser CD enthalten:



    Maximilian Mangold, Guitarre
    Kristian Nyquist, Hammerflügel Nannette Streicher (1814), Nachbau von Michael Walker, Heidelberg (2002)


    Bekannt sind außerdem Molinara-Variationen der Herren Giuseppe Franchi, C. A. Gabler, Joseph Gelinek (1758-1825), Johann Nepomuk Hummel (1778-1837), F. Kauer, Graf Max Lichnowsky, J. C. Rieff und Johann Baptist Vanhal (1739-1813). Unter KV Anh. C 26.14 (zweifelhafte und Mozart unterschobene Werke) sind ebenfalls 12 Variationen G-Dur zu Nel cor più non mi sento aufgeführt. Der wahre Autor ist leider nicht bekannt.

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    Paisiello in Vienna


    Bortolazzi: Variationen in G über Paisiellos "Nel cor più non mi sento" op. 8 für Mandoline & Gitarre
    Giuliani: Introduktion & Variationen über Paisiellos "Nel cor più non mi sento" op. 113 für Gitarre & Klavier
    Beethoven: 6 Variationen über Paisiellos "Nel cor più non mi sento" WoO 70 für Klavier
    Vanhal: 6 Variationen über Paisiellos "Nel cor più non mi sento" für Mandoline, Gitarre & Klavier


    Alon Sariel, Mandoline (anonym, 1850)
    Izhar Elias, Gitarre Guadagnini 1812
    Michael Tsalka, Fortepiano Böhm 1820


    *opi*

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    Hier einmal die originale Arie


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