3 - Die Jahreszeiten (1801): Einspielungen (opi)

  • Diese Neuerscheinung (02.05.2014) soll Anlass genug für die Threaderöffnung sein:



    Christina Landshamer, Maximilian Schmitt, Florian Boesch
    Collegium Vocale Gent
    Orchestre des Champs-Elysées
    Philippe Herreweghe

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Eine feste Bank ...


    Harnoncourt (Wien 2009)


    Genia Kühmeier
    Werner Güra
    Christian Gerhaher
    Arnold Schoenberg Chor
    Concentus Musicus Wien
    Nikolaus Harnoncourt


    Zitat

    Stereoplay 09 / 09: "Dem stellt das grandiose Solistenterzett eine fast schon Schubert-nahe existenzielle Inbrunst gegenüber: Genia Kühmeier mit bestens geführtem Sopran, Werner Güra mit licht-intensivem Tenor, Christian Gerhaher mit expressivem Bariton."

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Die Jahreszeiten hatte ich mit Gardiner kennengelernt:



    Barbara Bonney, Anthony Rolfe Johnson, Andreas Schmidt
    Monteverdi Choir
    English Baroque Soloists
    D: John Eliot Gardiner


    Eine vorzüglich gesungene und erstklassig gespielte Interpretation, wie ich finde. Hat mir das Oratorium aufs Herrlichste nahegebracht... :jubel:


    -----


    Ach herrje: die Harnoncourt-Aufnahme habe ich ja auch noch... 8| - bisher noch nicht gehört... :S



    jd :wink:

  • Ein must have ...


    Rene Jacobs (2003)



    Marlis Petersen
    Werner Güra
    Dietrich Henschel
    RIAS Kammerchor
    Freiburger Barockorchester
    Rene Jacobs

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Ähnlich dem früheren opi-Schöpfungen-Faden glänzt auch der Thread noch zu sehr mit bloßen Nennungen. Ich gelobe Besserung und reiche wie beim anderen demnächst Jacobs nach.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Carolyn Sampson, Jeremy Ovenden,
    Andrew Foster-Williams


    Gabrieli Consort & Players
    National Forum of Music Choir
    Wroclaw Baroque Orchestra
    Paul McCreesh


    Zitat

    Bei SIGNUM CLASSICS erklingt Haydns Oratorium Die Schöpfung ganz besonders imposant: mit neuem Aufführungsmaterial von Paul McCreesh musizieren 60 Streicher, 8 Hornisten und ein 70köpfiger Chor. Die Musiker sind jedoch nicht nur zahlreich, sondern auch erlesen. So sind Carolyn Sampson, Jeremy Ovenden und Andrew Foster-Williams zu hören, die zusammen mit dem Gabrieli Consort eine famose Interpretation des Oratoriums liefern.


    Gesungen in englisch (Übersetzung: Paul McCreesh)


    The Seasons, as heard in 18th century Vienna", steht auf dem Coverback ... wie die das wohl gemacht haben? 8o8|*hmmm* - die UA war zu Beginn des 19. Jahrhunderts.


    Die Aufnahme fällt wohl insgesamt in die Kategorie HIP und HAP als Experiment; wenn ich die Zeichen richtig deute (ein Digi-Book wurde leider nicht mitgeliefert), soll wohl die Uraufführungssituation hinsichtlich der Besetzungsstärke authentisch sein. Mir gefällt dieser Bombast nicht unbedingt (zumal nicht live), gleichwohl hat diese Einspielung ihre Berechtigung unter diesem Aspekt (wobei ich nicht verstehe, warum McCreesh den Text ins Englische zurückübersetzte (was mir sehr sehr wohl gefällt, aber mit der UA-Situation m. E. recht wenig zu tun hat - er nähert sich damit allerdings dem Oratorien-Sound Händels)).


    Ich behaupte stets, daß die Wünsche der damaligen Komponisten nach bombastischen Besetzungen (Mozart KV 550: 40 Violinen ... *omg* ) Wunschdenken war, ohne wirklich große Erfahrung darin gehabt (vielleicht bei einem einmaligen Erlebnis überwältigt worden zu sein, was ich nachvollziehen kann) und Auswirkungen auf das Werk selbst bedacht und eingeschätzt zu haben, vor allem langfristige Folgen ... die wir ja leider hatten (nicht allein bezogen auf die Jahreszeiten, sondern allgemein).


    Es darf schon knallen und fetzen, aber der Chor wirkt auf mich nicht homogen und transparent genug und fängt zu Leiern an. Sowas geht dann eben leider unter, wenn die Massen bewegt und begeistert werden sollen.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Ich höre McCreesh jetzt zum 3tten Male in Folge ... mit wachsender Begeisterung.


    Vollkommenheit ist erstrebenswert; wenn sie aber erreicht ist, ist sie völlig belanglos und langweilig, wenn man nicht den steinigen Weg dorthin kennt. Vielleicht ist dies keine neue (Kant?) Erkenntnis, aber meine heutige. Auch bei Haydns „Londoner" Hob. I:104 empfinde ich das: unendliche Perfektion, die mir aber (leider) nichts (mehr) gibt; ich schätze eher das Suchen nach der Perfektion, das knappe Verfehlen derselben ... Ich habe a.a.O. eine gewisse Parallelität zu Beethovens etwa zeitgleich (1804/1805) entstandener Oper „Leonore" (später: „Fidelio") wahrgenommen: diese Burlesken zu Beginn wollen nicht recht zur großen Orchestrierung passen; kaum zehn Jahre zuvor, A.D. Mozarts „Zauberflöte“ war dies der Publikumsmagnet („Nähe zum Volk oder Volkstümlichen").


    Daß Haydn hier aus Hob. I:94,2 zitiert, muß wohl nicht explizit erwähnt werden? Aber, daß er im „Herbst" (Nr. 25) - wie Mozart im DG - aus der Cosa rara Martín y Solers zitiert ... ist das neu?


    Die Interpretation der McCreesh-Combo ist hervorragend, auch sagt mir die englische Sprache sehr zu (der dt. Text van Swietens ist definitiv kritisierbar (jener der Zauberflöte hingegen nicht), da zu Beginn des 19. JHs m. E. nicht (mehr) zeitgemäß). Die eksaltierten Stellen sagen mir hier ebenso zu wie die feinsinnigen; dazwischen ist leider Leere. Haydn hinkte (etwas peinlich) seiner Zeit hinterher ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Vollkommenheit ist erstrebenswert; wenn sie aber erreicht ist, ist sie völlig belanglos und langweilig, wenn man nicht den steinigen Weg dorthin kennt.

    Absolut richtig, ich habe diese Anmutungen etwa bei Rademanns Schütz.


    Aber, daß er im „Herbst" (Nr. 25) - wie Mozart im DG - aus der Cosa rara Martín y Solers zitiert ... ist das neu?

    Klingt spannend. Gott sei Dank haben wir Threads.


    Die eksaltierten Stellen sagen mir hier ebenso zu wie die feinsinnigen; dazwischen ist leider Leere. Haydn hinkte (etwas peinlich) seiner Zeit hinterher ...

    Darüber kann man trefflich streiten, ich halte den gedanklichen Ansatz für falsch. Ich persönlich finde etwa Haydns Opern fad ohne Ende, seine beiden Oratorien aber ausgezeichnet als eigenständige Kunstwerke.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • (der dt. Text van Swietens ist definitiv kritisierbar (jener der Zauberflöte hingegen nicht)


    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich über die Rummäkelei an Libretti, Liedtexten oder eben solchen für Oratorien etc. tierisch aufregen könnte. Einfach aus dem Grund, weil hier nicht objektiv geurteilt wird und die gleichen Maßstäben angelegt werden. Du bist jetzt nur der Aufhänger, lieber Ulli, dich meine ich also ganz sicher nicht; aber die meisten Leute, die sich immer abfällig über Operntexte äußern, meist, um zu begründen, warum die dazugehörige Oper von der Bildfläche verschwunden ist; haben null Ahnung von anspruchsvoller Literatur und erst recht nicht vom Charakter des Textmaterials, das einem musikalischen Kunstwerk zu Grunde gelegt werden kann. Mit den gemeinhin leichfertig dahingeworfenen Wertungen könnte man 90 Prozent aller Opern ad acta legen, auch die ganz erfolgreichen ilatienischen und französischen. Nein, ich glaube, weil man wenig über die Musik zu sagen weiß, verlegt man sich auf den Text, weil man glaubt, hier könne man mitreden. Ein Irrtum meist ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Darüber kann man trefflich streiten, ich halte den gedanklichen Ansatz für falsch. Ich persönlich finde etwa Haydns Opern fad ohne Ende, seine beiden Oratorien aber ausgezeichnet als eigenständige Kunstwerke.


    Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt; ich bezog meine Angaben nicht auf Haydns Werk, sondern vielmehr auf McCreeshs Ausführung.
    :wink:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich über die Rummäkelei an Libretti, Liedtexten oder eben solchen für Oratorien etc. tierisch aufregen könnte. Einfach aus dem Grund, weil hier nicht objektiv geurteilt wird und die gleichen Maßstäben angelegt werden. Du bist jetzt nur der Aufhänger, lieber Ulli, dich meine ich also ganz sicher nicht; aber die meisten Leute, die sich immer abfällig über Operntexte äußern, meist, um zu begründen, warum die dazugehörige Oper von der Bildfläche verschwunden ist; haben null Ahnung von anspruchsvoller Literatur und erst recht nicht vom Charakter des Textmaterials, das einem musikalischen Kunstwerk zu Grunde gelegt werden kann. Mit den gemeinhin leichfertig dahingeworfenen Wertungen könnte man 90 Prozent aller Opern ad acta legen, auch die ganz erfolgreichen ilatienischen und französischen. Nein, ich glaube, weil man wenig über die Musik zu sagen weiß, verlegt man sich auf den Text, weil man glaubt, hier könne man mitreden. Ein Irrtum meist ...


    Wiki:


    Zitat

    Die Komposition war mühsam für Haydn, zum einen wegen seiner angegriffenen Gesundheit, zum anderen, weil ihn van Swietens Text nicht überzeugte. Er brauchte zwei Jahre, um Die Jahreszeiten fertigzustellen.


    :rolleyes:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Na ja, das Argument zieht nicht. Ich möchte einmal behaupten, an 90 Prozent der Libretti hatten die Herren Kompositeure etwas auszusetzen. :D

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Nichts anderes steht ja da ...


    :beatnik:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)