03 - Nachfahren: die Familie Biber von Bibern

  • In der ehemaligen Kapelle des Schlosses Hellbrunn zu Salzburg (wurde leider während des 19. Jhs mit einem anderem Raum vertauscht, und ist heute ein Teil des Restaurant; DANKE FÜR DIE INFORMATION AN CASTORPOLLUX!), haben sich am 30. Mai 1672 Heinrich Ignaz Franz Biber und Maria Weiss, Tochter eines wohlhabenden und kurz zuvor verstorbenen Salzburger Bürgers und Handelsmanns, Peter Weiss, das Ja-Wort gegeben. Das Paar bewohnte in den folgenden zwölf Jahren die "Schwabengruber'sche Behausung" (in der Judengasse 13). Wir wissen über 11 Kinder der Familie:


    • Arnold (1. Februar 1673, starb am 18. April 1673)
    • Maria Zäzilia (3. Februar 1674, wurde später Nonne im Klarissen-Kloster zu Meran, das heute nicht mehr besteht. Müsste musikalisch begabt gewesen sein, da im Benediktinerinnen-Kloster am Nonnberg ein Exemplar der Sonatae Violino Solo verwahrt ist, das nach dem Eintrag ihr gehört haben muss. Sterbedatum unbekannt.)
    • Josef Rupert (27. Marz 1675, Sterbedatum unbekannt.)
    • Anna Katharina (30. Juni 1676, Sterbedatum unbekannt)
    • Maria Anna Magdalena (23. Juli 1677, Wurde später unter dem Namen Maria Rosa Henrica Nonne im Benediktinerinnen-Kloster am Nonnberg zu Salzburg. War musikalisch hochbegabt; es folgt ein eingehender Beitrag über sie. Sie starb am 17. Januar, 1742)
    • Anton Heinrich (4. Mai 1679, war musikalisch begabt, diente als Violinst an zahlreichen Höfen; muss eine schwere Person gewesen sein. Er starb in Tittmoning am 18. Marz 1742)
    • M...? (19. Juli, 1680; starb am 6 Oktober, 1680)
    • Carl Heinrich (4. September 1681, er war musikalisch hochbegabt, fand eine Astellung am Salzburgischen Hof, war auch als Komponist tätig. Ein Beitrag über ihn folgt. Er starb am 19. November, 1749)
    • Franz Heinrich (23. Oktober 1682, starb am 10. Oktober 1683)
    • Maria Theresia (17. Dezember 1683, Sterbedatum unbekannt)
    • Franz Josef (5. Juni 1685, starb am 27. September 1685)


    (Quelle: Eric Thomas Chafe: The Church Music of Heinrich Biber; Ann Arbor, Michigan, 1987. S. 28.)


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  • Spärlicher sind die Informationen zu den Enkeln von Heinrich Ignaz Franz:


    Ludmilla Barbara von Bibern (1713-1775), Tochter von Karl Heinrich, wurde ebenfalls Nonne im Kloster Nonnberg, ihr Ordensname lautete: Maria Magdalena Carolina. Sie wurde 16-jährig aufgenommen (1729) und legte ihre Profeß 1731, die Jungfrauenweihe 1735 ab. Sie übte die Kapellmeisterin-Stelle aus (ihre zwei Vorgänger waren Töchter des Lambacher Kapellmeisters Banjamin Raumhaufski, Lehrer auch von Romanus Weichlein).
    http://books.google.at/books?i…20barbara%20Biber&f=false


    Johann Karl Anton Biber von Bibern (19.9.1719 - 3.10.1804), Sohn von Karl Heinrich, wählte eine militärkarriere und wurde "Oberwachtmeister" in der Salzburger "Polizei" und "Oberkommandant" der Wache in der Festung. Er war schon eine bekannte Salzburger Persönlichkeit, auch in den Briefen der Mozarts taucht sein Name auf. Als Ratsmitglied im "hochfürstlichen Hofkriegsrat":
    http://books.google.de/books?i…=PA71#v=onepage&q&f=false
    hier erfahren wir, dass er seit 1791 nicht mehr das "Landkommando" in der Festung führt, jedoch seine Stelle unbesetzt blieb:
    http://books.google.de/books?i…=onepage&q=bibern&f=false


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  • Lediglich einen Urenkel konnte ich bisher ausfindig machen:


    Kajetan Anton von Bibern (?-?) diente am Salzburgischen Hof um 1800 (sicherlich zwischen 1787 und 1803) als Violinist. Briefe belegen, dass ihn auch die Mozarts gekannt haben müssen. In Mozart-Biographien wird er oft als Bratschist gekennzeichnet, die angegeben Quellen bezeugen aber, dass er als Violinist angestellt war. Die früheste Quelle die ich im Internet über ihn gefunden habe, führt ihn 1774 als Antekammera-Kammerdiener:
    http://books.google.at/books?i…=PA82#v=onepage&q&f=false
    Und hier als Violinist in der "hochfürstlichen Hofmusik"unter der Leitung des Kapellmeisters Luigi Gatti und des Konzertmeisters Michael Haydn:
    http://books.google.de/books?i…PA115#v=onepage&q&f=false


    Wie es aussieht ist die Familie Biber von Bibern nicht erloschen, es gibt sie bis heute.


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  • Nun fand ich noch eine Fußnote über Google Buchsuche mit Infos über die Biber-Familie:


    Aus den Briefen von Nannerl sieht es so aus, dass ein Kajetan Biber gern gesehener Gast bei den Mozarts war, und dort häufiger Musik mit den Familienmitgliedern machte.


    Leider gibt Google Books nur sporadische Einblicke in das Buch, aber was ich daraus erblicken kann, kopiere ich mal hierhin. Die Zitate stammen übrigens aus diesem Buch:



    Zitat

    Wahrscheinlich Kajetan Anton Julian Biber von Bibern, Sohn des Ehepaares, Johann Kajetan Biber von Bibern und Anna Maria Kostelezky. Sein Großvater war der Hofviolinist Anton Heinrich von Bibern, sein Urgroßvater der Hofkapellmeister Heinrich Ignaz Franz von Bibern.


    S. 235, Fußnote 528
    http://books.google.de/books?i…Qa-loD4Cw&ved=0CFcQ6AEwBg


    Die folgenden Sätze sieht man leider nur unvollständig. Leider gibt es bei usn dieses Buch nicht im Muikbibliothek :(


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