Wie wir Musik hören - musikalische Tagesabläufe und Jahreskreise

  • Wie die Musik ins Haus kommt, wissen wir inzwischen Der Klassikliebhaber und sein Medium oder Wie die Musik ins Haus kommt!; auf welche Art man sie technisch hören kann, auch Musik hören... aber wie... zwischen Boxen, Kopfhörern und Co. ...; aber wie hören wir selbst Musik? Man kann ja auf ganz unterschiedliche Art und Weise Musik hören; mal ganz ausschließlich und konzentriert; mal nebenbei; mal alleine und mal in Gesellschaft. Ich persönlich höre eigentlich immer Musik, auch wenn ich mal Phasen habe, in denen ich von nichts und niemandem etwas wissen will und auch nichts hören.


    Zum musikalischen Tagesablauf: Jeden Morgen beginne ich normalerweise mit Bachkantaten in der Küche, im Auto auf Arbeit liegt zumeist barocke Tafelmusik im Player, der ipod (160GB mit mehreren tausend Alben) ist immer dabei für Pausen und Wartezeiten. Heimgekommen, "arbeitete" ich zunächst die Aufnahmen von Sky Unitel Classica ab; was nun Gott sei Dank wegfällt. Dann kommt es darauf an, was ich tun muss. Muss ich noch am Schreibtisch arbeiten oder am Rechner sitzen, höre ich nebenbei Musik, meist nicht so arg schwere, aber vor allem meist bekannte. Unbekannte neue kann zuweilen auch nebenbei gehört werden, kommt bei mir aber sehr selten vor, weil die Erstbegegnung schon konzentriert erfolgen sollte. Am frühen und späten Abend, wenn andere Mainstream-TV schauen, absolviere ich dann meine Hörsitzungen vor dem Player oder dem Fernseher. Dann darf mich über Stunden nichts ablenken und stören, da werde ich grantig; und da kann und will ich auch nichts nebenher machen. Nachts, ich schlafe wenig, widme ich mich oft dem ARD-Nachtkonzert oder in bestimmten Fällen langen Opernaufführungen. In den Ferien, im Urlaub oder während Phasen der Arbeitsunfähigkeit bekommt das alles einen Zug ins Unmäßige und ich bin froh, wenn ich wieder morgens wieder auf Arbeit fahren kann, meine Mituser in einigen Internetforen sehen das übrigens genauso.


    Ich bin ja vom Biorhythmus her eine klassische Eule, ein Nachtmensch; der morgens und vormittags träge und müde ist und erst abends und nachts zur Hochform aufläuft, wenn er früh hat ausschlafen dürfen. Interessanterweise korrespondieren die Tageszeiten aber auch mit unterschiedlichen musikalischen Präferenzen - ich staune immer wieder, wenn ich lese, dass User nach dem Weckerklingeln und vor Sonnenaufgang schon Werke für Solovioline oder Opern hören. Das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Vor dem Mittag ertrage ich eigentlich nur Barockes, Geistliches oder gediegen Sinfonisches. Ab dem Mittag dürfen es auch Konzerte und ab dem späten Nachmittag auch Opern sein. Aber Kammermusik, Musik für Soloinstrumente, Solo-Gesang und große Oper ertrage ich erst abends und am Besten nachts.


    Vielleicht kann man das Thema erweitern auf wöchentliche Vorlieben oder Wandlungen im Jahreskreis; aber da dürften für viele die gleichen Neigungen bestimmend sein: Also, dass man natürlich sonntags am Vormittag eine Bachkantate hört oder geistliche Musik von Schütz und Gabrieli; dass Ostern die Passionen stärker den Player frequentieren und Weihnachten die entsprechenden Historien von der Geburt Jesu etc. Barocke Tafelmusik eigent sich natürgemäß bei großen Mahlzeiten im Kreise seiner Lieben, abends im Bett bevorzuge ich, wenn kein Hörbuch läuft, Klaviermusik in der Art der Nocturnes von Chopin und anderen.

    Valerio: So wollen wir nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden.

    Leonce: Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.

    Georg Büchner: Leonce und Lena (3. Sz.)

  • Also bei mir sieht's anders aus.


    Musikanlage und Rechner sind bei mir zu Hause getrennt, so höre ich meistens keine Musik, während ich vorm Rechner sitze. Am Arbeitsplatz habe ich in der regel keine Möglichkeit Musik zu hören, und der Weg dahin udn zurück erfolgt auf ziemlich lauten Verkehrsmittel (Straßenbahn, U-Bahn und wieder Straßenbahn), so lese ich lieber dabei und höre keine Musik.
    An Wochentagen habe ich dann meistens eine halbe oder eine ganze Stunde Zeit (und Aufmerksamkeit) um Musik zu hören, bin aber ziemlich früh schon platt und gehe früh schlafen.


    Da ich meistens früh aufstehe habe ich am Wochendende 1-2 Stunden bevor meine Liebste aufwacht um vorm Rechner zu sitzen oder Musik zu hören. Danach kommt kommt die haushalt an die Reihe, und erst nach dem Mittagessen habe ich wieder etwas Zeit für die Musik. Dann kommt auch mal vor, dass ich mehrere Stunden hindurch Musik höre.


    In der Regel versuche ich aktiv und konzentriert Musik zu hören, aber gelegentlich kommt auch vor, dass ich lese, während ich mit Musik berieseln lasse.


    Ich höre immer die Musik, die mich gerade beschäftigt, das ist unabhängig von der Tages- oder Jahreszeit.


    LG
    Tamás
     *castor*

  • Ein schönes Thema!! :jubel:


    Leider rührt es bei mir an einer tief sitzenden Unzufriedenheit, nein, es ist schon Unglück - und es trägt den Namen körperliche und geistige Erschöpfung!


    Mein Tag beginnt kurz vor 5 Uhr und obwohl ich eine Lerche bin, ist das schon arg früh! Tagsüber kann ich zwar hier posten, Musik hören geht nicht. Ich bin meist gegen 18.00 Uhr zu Hause, da meine Frau noch später kommt, wartet die eine oder andere Pflicht. Dann gönne ich mir höchstens ein Stündchen Musik - bei bekannter Kost lese ich dazu. Aber oft schon vor 21.00 Uhr geht nichts mehr- ich bin nicht mehr aufnahmefähig und dämmere weg. Und auch die Wochenenden sind mit Pflichten gespickt und die freie Zeit verrinnt, weil ich mich nicht aufraffen kann.


    Das geht schon lange so und hat bis auf Weiteres keine Aussicht auf Besserung!


    Das macht mich wirklich traurig!


    Da ich neben der Musik aber die Literatur zum Leben brauche, gibt's im Autoradio neben MDR Figaro fast nur Hörbücher.


    Tja, so sammle ich mehr als ich höre und hoffe, das irgendwann ( BITTE BALD!!!) die grauen, zeitstehlenden Herren aus meinem Leben vertrieben werden können!

  • Leider rührt es bei mir an einer tief sitzenden Unzufriedenheit, nein, es ist schon Unglück - und es trägt den Namen körperliche und geistige Erschöpfung!


    Das geht schon lange so und hat bis auf Weiteres keine Aussicht auf Besserung!


    Das macht mich wirklich traurig!

    Ein anderes wichtiges Thema! Ich habe bereits vor Jahren und vor meinem Unfall darauf reagiert, habe meinen Stellenanteil von 100 auf 80 Prozent heruntergesetzt (will noch weiter runter, muss dann aber rechnen) und auch meinen privaten Alltag umstrukturiert. Da ich Haus und Hof habe und keine Miete zahle, geht das; meine derzeitige Freundin hat ihr eigenes Haus und wohnt eine Autostunde weg; da kann ich zeitlich gut planen. Und ohne Kinder und andere Verpflichtungen dieser Art kann man auch mehr an sich selbst denken. Aber auf keinen Fall darfst du diesen Zustand weiter akzeptieren, Burnout und Depressionen sind schneller da, als du glaubst. Ich weiß, wovon ich spreche ...


    P.S. Würde ich auslagern in Feuillton ... "Die Müh(l)en des Alltags"

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  • meine derzeitige Freundin hat ihr eigenes Haus und wohnt eine Autostunde weg



    auch das wäre für mich manchmal ein Segen... natürlich NUR um ungestörter Musik zu hören!


    Pfui, böser Oolong! *deibel*


    Und zu dem ernsteren Teil Deines Postings kann ich momentan nur müde schweigen...

  • auch das wäre für mich manchmal ein Segen... natürlich NUR um ungestörter Musik zu hören!


    Pfui, böser Oolong! *deibel* 

    Nix pfui, das ist schon in Ordnung! 8-) Ich denke oft an Leute mit Familie und wie die ihren musikalischen Alltag hinkriegen, wenn die Frau aus einrichtungsästhetischen Gründen keine großen Boxen im Wohnzimmer duldet, man immer mit Kopfhörer agieren muss inmitten des Trubels und sich jede freie Minute abknapsen.

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  • Ah, ich sehe, Du hast bei mir durchs Fenster geschaut... :D


    Aber zurück zu Deinem Ursprungsthema: die jahreszeitlichen Hörpräferenzen.


    Da ich zu mindestens 60 % geistliche Musik höre, liegt eine Orientierung am Kirchenjahr durchaus nahe, die ich auch (nicht sklavisch) in meinem Hören wiederfinde. Ansonsten wird es in der warmen Jahreszeit bei mir ein wenig instrumentaler als im Winter, auch mein Faible für British Light Musik mag höhere Temperaturen.


    Stark beeinflusst mein Hören übrigens auch der jeweilige Lesestoff, der mich offensichtlich manchmal in eine Grundstimmung versetzt, bei der die Ohren temporäre Vorlieben entwickeln !

  • Während meiner Zeit als Schüler und während der Ausbildung umgab mich quasi jede freie Sekunde irgendwelche Musik... das dürfte der Grund sein, warum ich relativ viel Klassische Musik "kenne". Da gab es z.T. sogar krasse Situationen, bei denen ich dem Wunsch, Musik zu hören nicht mehr nachkommen konnte, weil ich bereits Musik hörte... unersättlich war ich damals, am liebsten hätte ich drei bis vier Opern gleichzeitig gehört... das hat sich seit ein paar Jahren ins Gegenteil verkehrt:


    Inzwischen ist es aber so, daß die Dosis stark minimiert wurde; ja, es gibt Tage, an denen ich keinen Ton (freiwillig) höre. Wenn ich mal Lust verspüre, etwas wirklich gute Musik zu hören, verrinnt die Zeit beim Durchscrollen meiner Sammlung, auf der Suche nach dem Was? Am Ende des Tages habe ich dann einen aktualisierten Überblick über meine Sammlung, die ich dann ich im Detail hin und wieder auch korrigiert habe, aber gehört habe ich dann nichts. Ich kann mich nicht (mehr) festlegen, bin vielleicht auch reizüberflutet und stelle fest: weniger ist mehr.


    Ich höre derzeit eher spontan nach Lust und Laune und gezielt, nicht irgendwas... manchmal trage ich tage- oder wochenlang den Wunsch umher, ein bestimmtes Werk (oder eine bestimmte Interpretation dessen) wieder hören zu wollen und warte dann auf den richtigen Zeitpunkt dafür, um es wirklich genießen zu können (was selten ist). Radio höre ich kaum bewußt; es gab Zeiten, da wußte ich nicht einmal, wie mein Autoradio funktioniert... inzwischen läuft (wieder, nebenbei ohne wirkliches Wollen) meistens SWR2 (wegen der teils interessanten Reportagen und Themen) oder auch mal Klassikradio; CDs nehm ich ins Auto kaum noch mit, obwohl mein neuer mit einem 6fach-Wechsler ausgerüstet ist... (der war aber schon drin - und eigentlich passen auf eine CD mehr mp3s als 6 originale CDs an Volumen fassen können).


    Gezielt Hören geht bei mir eigentlich nur Abends... die gewisse Stimmung (Dämmerlicht, Rotwein oder Gin) gehört schon dazu. Tagsüber wäre mir das zu nackt. Außnahmezustände gibt es aber zum Glück doch immer wieder, wenn z.B. so geile Teile wie Currentzis Cosí, Higginbottoms Messiah oder Immerseels Carmina auf den Plan treten: da wird sofort alles andere hintangestellt... allerdings hält der Hype (auch neuerdings) bei mir nie besonders lange an; früher habe ich dann tagelang immer wieder die gleiche CD laufen lassen, heute findet all dies viel bewußter und dosierter statt. Ganz zufrieden bin ich mit mir in dieser Hinsicht aber nicht.


    Zeit zum Musikhören hätte ich eigentlich genug... so ist es eben alles schön ungerecht verteilt: wer Zeit zum Hören hat, hört nichts und wer sie gerne hätte, hat sich nicht. Was man nicht hat, ist das Glück :S

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Wenn ich zuhause bin, lasse ich sehr häufig Musik laufen. Am Tag über die Anlage im Wohnzimmer; wenn es zu spät wird (nach Mitternacht), dann immer über die Anlage beim Computer im Schlafzimmer. Aufmerksam hören kommt leider in letzter Zeit bei mir selten vor, da fehlt mir z.T. auch die Konzentration. Außer Haus höre ich nichts, da ich CDs nie mitnehme und mein MP3-Player nicht benutze. Über Kopfhörer habe ich in letzter Zeit lustigerweise alte Schellackaufnahmen gehört - zum Abhören der konkreten Klangqualität.


    Auf der Arbeit ist an Musikhören nicht zu denken.


    Bestimmte Arten von Musik, bestimmte Gattungen zu bestimmten Tageszeiten - nein, das ist nicht bei mir vorhanden. Aber bestimmte Sachen - komplette Wagner-Opern - kann ich nur verfolgen, wenn ich mich voll darauf konzentriere: das ist ein Vorhaben für die Couch im Wohnzimmer, direkt vor der Anlage. Die meiste Barockmusik läuft im Hintergrund, viele der bekannten Symphonien auch, Kammermusik praktisch nur. Bei Renaissance-Polyphonie oder Gregorianik sitze ich lieber auf der Couch.


    Saisonsbedingt höre ich geistliche Musik zu Hochfesten verstärkt (Weihnachten, Ostern), aber die Bachkantate jeden Sonntag gibt es bei mir nicht - kommt vielleicht noch. Gregorianik lege ich nach Möglichkeit immer mit dem Repertoire zu den passenden Feiertagen auf, wenn ich es habe; doch bin ich nicht absolut streng, ich kann die Ostermesse auch mal im August hören, wenn ich Lust darauf habe. Doch meistens sind es Neuerwerbungen, die ich außerhalb der Saison höre.


    Zur Fastenzeit/Ostern/Osterzeit unternehme ich seit nunmehr zwei Jahrgängen einen Marathon mit liturgischen Werken, die ich an den richtigen Tagen abspiele (z.B. Tenebrae-Responsorien zu den Kartagen). Jetzt zur Adventzeit/Weihnachten halte ich es genauso. Auch da gibt es keine strenge Regulation, da läuft Bachs WO halt am Stück komplett durch. Aber mir hat sich so das Repertoire wesentlich besser erschlossen - speziell jenes der Einstimmigkeit.


    Ansonsten gibt es keine Regularien: Händel läuft jederzeit, Bach läuft jederzeit, Monteverdi läuft jederzeit - wie ich halt Lust daruf habe.



    jd :wink:

  • Da WO höre ich übrigens in den vielen Einspielungen die ich habe, wie es mir passt.


    Aber die Richter- Aufnahme mit Fritz Wunderlich und dem himmlischen Continuo-Spiel von Hedwig Bilgram an der Orgel höre ich NIE am Stück sondern seit vielen Jahren die jeweilige Kantate am zugehörigen Weihnachtstag und an diesen Tagen natürlich KEIN anderes WO...!

  • bin vielleicht auch reizüberflutet und stelle fest: weniger ist mehr.

    Unbedingt! Wir haben nicht zu wenig Zeit, sondern zu viele Möglichkeiten!


    früher habe ich dann tagelang immer wieder die gleiche CD laufen lassen, heute findet all dies viel bewußter und dosierter statt.

    So soll es auch sein!


    Zeit zum Musikhören hätte ich eigentlich genug... so ist es eben alles schön ungerecht verteilt: wer Zeit zum Hören hat, hört nichts und wer sie gerne hätte, hat sich nicht. Was man nicht hat, ist das Glück :S

    Ein weiser Spruch, aber eben nicht ganz richtig! Man muss schon etwas tun - man braucht ein Ziel im Leben, einen Sinn für sich selbst; man muss tätig sein im Goetheschen Sinne und man muss auf seine Bedürfnisse achten. Ich hielt noch vor zwei Jahren vier Schäferhunde, habe neben meinen anderen Liebhabereien (Bücher, Hörbücher, Musik) eben diese Schäferhunde gezüchtet und ausgebildet; ideal, um sich zu erden und naturverbunden zu bleiben. Das fehlt mir jetzt. Statt hier zu scheiben, sollte ich lieber wieder im Wald laufen. 8-)

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  • Aufmerksam hören kommt leider in letzter Zeit bei mir selten vor, da fehlt mir z.T. auch die Konzentration.

    Das ist schade, denn ich habe deine Mammutinterpretationsvergleiche von umfangreichen geistlichen Werken bei C. immer sehr aufmerksam verfolgt!

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  • Ich höre so am Abend meine Portion, wobei ich sehr froh bin, dass meine Mitbewohnerin das nicht stört, ich höre allerdings nicht mehr so laut wie zu Single-Zeiten. Außerdem natürlich am Wochenende verstreut. Der Anteil der Erstanhörungen mir bislang unbekannter Musik ist sehr hoch (>50% wahrscheinlich). Das "Mitleben" mit geliebter Musik findet also sehr selten statt, eher ist es ein Kennenlern-Zeitvertreib und natürlich Suchtbefriedigung.

  • Ich beobachte, dass ich kaum noch klassische Kammermusik höre. Streichquartette, Streichtrios, Klavier plus etc. - weiß nicht, wie das kommt; wahrscheinlich brauche ich hierzu eine Ruhe und ausschließliche Konzentration, die immer seltener zu haben ist ...

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  • Ich beobachte, dass ich kaum noch klassische Kammermusik höre. Streichquartette, Streichtrios, Klavier plus etc. - weiß nicht, wie das kommt; wahrscheinlich brauche ich hierzu eine Ruhe und ausschließliche Konzentration, die immer seltener zu haben ist ...


    Interessant. Ich brauche für smyphonisches mehr Ruhe, als für Kammermusik.


    LG
    Tamás
     :wink:

  • Kammermusik, besonders das Streichquartett als solches, erlebt beinahe regelmäßig jeden Frühling ein Revival bei mir... dieses Entfalten der musikalischen Knospen passt irgendwie in diese Jahreszeit, die Unbeschwertheit und Leichtigkeit insbesondere der Haydnquartette begleiten mich durch fast jeden Frühling.


    Bei mir ist derzeit Oper z.B. eher out - zu lang, zuviel Gesang... aber das sind Phasen, die wohl jeder mal hat und die auch wieder vergehen.


    :wink:

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    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Es ist ganz eigenartig, das hatte ich noch nie; dass ich derzeit praktisch ausschließlich Musik des 20. Jahrhunderts hören kann und keinerlei Nerv für das 19. Jahrhundert habe. Nur Bach geht daneben noch und Abstruses ...

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  • Ich hab auch öfters so einen Knall - wenn mir das Gedudel auf den Zwirn geht...


    *flöt*

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    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Muß am Wetter liegen, ich höre momentan auch etwas völlig aus der Art Geschlagenes: mir ist nach den American Recordings des todkranken Johnny Cash, Musik so streng und puristisch, so ganz bei sich wie Schützens Exequien... :jubel:

  • Nicht nur das Wetter, auch wenn heute mein Kreislauf tobt; aber wenn ich Nielsen 4 und 5 höre oder Prokofjew 2 und 3, die alle angeblich harsch sind und dissonant; sind die mir immer noch zu lasch und ich suche derzeit nach stärkerem Tobak, härteren Drogen, ohne gleich bei der Dodekaphonie zu landen.

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