• Und daß man moll klein schreibt und daß das "in" für mein Empfinden überflüssig ist... früher standen Werke "aus (oder: ex) c-moll", heute sind sie "in c-moll". Was soll das?

    Die Phrase "in" kenne ich aber schon ewig - da verstehe ich dich nicht... ?(


    Die Schreibweisen für Molltonarten sind tatsächlich mal groß, mal klein, mal beides (C-moll oder c-Moll) - habe ich alles schon gesehen. Ich selber schreibe immer C-Dur und c-moll - finde ich zumindest optisch schöner.



    jd :wink:

  • Die Phrase "in" kenne ich aber schon ewig - da verstehe ich dich nicht...


    Ich habe das natürlich auch so gelernt: Das Werk (steht) in Tonart xy... aber von stehen steht da nix... ob es jetzt in oder aus c-moll ist, ist doch völlig egal, also kann man's getrost weglassen und schreiben: Sonate c-moll. Basta.


    Ich selber schreibe immer C-Dur und c-moll - finde ich zumindest optisch schöner.


    Komm an mein Herz...


    :love:


    (jp)c händelt das neuerdings m. W. beinahe durchgehend so. *yepp*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • Die Schreibweisen für Molltonarten sind tatsächlich mal groß, mal klein, mal beides (C-moll oder c-Moll) - habe ich alles schon gesehen. Ich selber schreibe immer C-Dur und c-moll - finde ich zumindest optisch schöner.

    Nach allem, was ich in Schule und Studium gelernt habe, ist C-m/Moll schlicht falsch. In Tonsatz und Formenlehre wäre ich zumindest gesteinigt worden (und wäre durchgefallen), wenn ich eine Molltonart großgeschrieben hätte.

  • Es geht nicht um das C/c (da sind sich wohl alle einig...?), sondern um die Groß-/Kleinschreibung von Dur und moll.


    Also nicht C-dur, sondern C-Dur
    und nicht c-Moll, sondern c-moll


    Das widerspricht zwar aller Logik, sieht aber besser aus.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

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  • In der Schule/Studium ist mir sowas auch nicht begegnet - eher auf CD- und LP-Cover.

    Was sicher auch am internationalen Tonträgergeschäft liegt. In Ländern, in denen es generell keine Großschreibung gibt und gar mit do re mi operiert wird, ist den Korrekturlesern von Plattencovern vielleicht nicht so präsent, dass und wie sehr man darauf achten muss?

  • Offensichtlich ist es doch noch nicht so ganz zu jedem vorgedrungen - bei den Außerirdischen gefunden:


    Zitat

    Meinen Informationen zufolge wird beim Neujahrskonzert eine Sinfonie in G(-Dur?) gespielt.


    :umfall:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

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  • Da muß man aber mit den älteren Gepflogenheiten Bescheid wissen: daß "in G" und "in g" der Unterschied von Dur und moll macht, mußte ich mir auch anfangs aus den Übersetzungen der Booklets zusammenreimen. Aber wer kein Früh- oder Hochbarock hört, kann es nicht unbedingt wissen... :S



    jd :wink:

  • Hm. Im Englischen heißt es major und minor, im Französischen majeur und mineur, im Italienischen maggiore und minore, im Holländischen groot und klein... was ja nichts anderes als groß und klein heißt, da könnte man schon durchaus drauf kommen...


    *wait*

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  • Das deutsche Dur und moll gibt es m. W. in anderen Sprachen eher selten; Schweden geht da mit uns konform; Kroatisch scheint angelehnt mit duru und molu; Ungarisch dúr und moll...

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  • Ich finde das etymologisch ganz spannend. Im Deutschen "werten" wir bei den Tonarten und nennen sie "hart" und "weich" — und das auf Latein. Wohingegen die romanischen Sprachen, die ja in mehr oder minder direkter Linie aus dem Lateinischen abgeleitet sind, ebenfalls nur die charakteristische Terz benennen und "groß" und "klein" in den jeweiligen Sprachen sagen.
    Kroatisch und ungarisch scheinen mir dann dem Deutschen entlehnt, das heißt, sie hätten aus dem Deutschen zwei lateinische Begriffe in ihre Sprachen entlehnt und phonetisch angepasst. Sehr interessant.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Beim Kroatischen bin ich mir mit Deiner Theorie nicht so sicher; nach meinen Beobachtungen haben die insgesamt recht viele lateinische bzw. auch italienisch angelehnte Worte in ihrem Wortschatz; könnte also auch auf eigenen Mist gewachsen sein... Melina?


    Beim Ungarischen könnte ich mir da schon eher bildhaft vorstellen, daß es sich um einen Export aus der Musikstadt Wien gehandelt haben mag. Tamás?

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

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  • Gelegentlich werden auch die Vorzeichen # für Dur und (hochgestelltes) b für moll synonym verwendet (wobei das natürlich ansich nicht wirklich logisch ist, da es ja durchaus Durtonarten mit b's und Molltonarten mit Kreuzen gibt...), also z.b. F# für F-Dur oder gb für g-moll... diese Variante dürfte noch aus dem Generalbaßzeitalter (Baßbezifferung) stammen?

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

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  • Habe ich persönlich noch nie gesehen, Ulli. Wo bist Du dem schon mal begegnet?


    Kroatien... war das nicht die Provinz Illyrien?

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  • Habe ich persönlich noch nie gesehen, Ulli. Wo bist Du dem schon mal begegnet?


    Das weiß ich ad hoc leider auch nicht... vermutlich auf irgendeinem oder mehreren faksimilierten Autographen; die waren ja damals sehr uneinheitlich und erfinderisch (ich erinnere mich z.B. an ein Concerto pour Cor in Dis, was wohl Es-Dur meinen sollte...). Wahrscheinlich verwechsle ich das mit f# für fis-moll und Eb für Es-Dur?

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

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  • Beim Ungarischen könnte ich mir da schon eher bildhaft vorstellen, daß es sich um einen Export aus der Musikstadt Wien gehandelt haben mag. Tamás?


    Wahrscheinlich. Bei uns gilt zumindest das deutsche Gebrauch - außer: Dur wird auch kleingeschrieben. Also:


    F-dúr aber f-moll


    LG
    Tamás
    *castor*

  • F-dúr aber f-moll


    Dabei wäre doch F-nagy und f-kis auch recht hübsch...


    8-)

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  • Das weiß ich ad hoc leider auch nicht... vermutlich auf irgendeinem oder mehreren faksimilierten Autographen; die waren ja damals sehr uneinheitlich und erfinderisch (ich erinnere mich z.B. an ein Concerto pour Cor in Dis, was wohl Es-Dur meinen sollte...). Wahrscheinlich verwechsle ich das mit f# für fis-moll und Eb für Es-Dur?

    Ich meine das waren Bläserkonzerte der Graun-Brüder, müßte aber auch in meinen Faksimiles kramen. Wenn ich wieder zu Hause bin und Zeit habe ...