• ich fange mal an: *beiss*

    Die Schreibweisen für Molltonarten sind tatsächlich mal groß, mal klein, mal beides (C-moll oder c-Moll) - habe ich alles schon gesehen. Ich selber schreibe immer C-Dur und c-moll - finde ich zumindest optisch schöner.

    Das finde ich überhaupt nicht, denn in deutscher Sprache fangen bestimmte Wortarten, je groß oder klein an. Selbst wenn die Tonarten davon eine Ausnahme machen, dann aber bitte eine gleiche. Denn wenn ich sehe: D-Dur und c-moll, sieht das eher aus, als wußte man nicht Bescheid über Musiktheorie, oder zumindest, man hatte Druckfehler.
    Es sieht NICHT schön aus. Es sieht falsch aus. Es sieht aus, als hätte man Recht alles auf dem Kopf zu stellen was schon vorhanden ist und lange Zeit war.


    Zitat (Ulli): Kroatisch scheint angelehnt mit duru und molu;


    Kroatische Sprache hat sieben Fälle! Nominativ, Genitiv, Dativ, Akusativ, Vokativ, Instrumental und Lokativ !
    "duru" und "molu" bezeichnet nur dass etwas "IN" (Lokativ!) gespielt wird, und daher gibt es machmal zu sehen: "duru" "molu", denn Lokativ hat oft "u" am Ende. Will nur sagen, im kroatisch sind es eigentlich "dur" und "mol".


    Weiter:
    Wenn ich spiele "f-moll", dann ist es hochstwahrscheinlich dass ich Tonleiter brettere. Aber, wenn ich spiele "in f-moll", dann bewege´ich mich in dem Rahmen. Also, der Stück. Daher ist gar nicht falsch zu schreiben "Etüde in f-moll". Natürlich geht es auch ohne, aber verkehrt ist es nicht wenn "in" dazu geschrieben wird. Und ein Herzkollaps sollte man deswegen gar nicht kriegen.


    P.S. Ich hatte mal an der Uni (Musikmethodik) eine Profesorin die immer dachte etwas neues erfinden zu müßen. Gerade der Fach an dem ich hätte gut abschneiden können, war eine Plage. Sie nahm sich Recht die große und kleine Buchstaben dort zu setzen wo sie es mochte, auch Zahlen und Platzierungen bei Oktavem am Klavier. So wußte ich oft nicht am Ende, was die von mir will. So viel über neuen Theorien. Es ist verwirrend und überheblich. Die Musiktheorie gibt es schon länger. Das Buch aufmachen und so machen wie es dort steht.


    Ulli, nix basta :D


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)

  • und daher gibt es machmal zu sehen: "duru" "molu", denn Lokativ hat oft "u" am Ende. Will nur sagen, im kroatisch sind es eigentlich "dur" und "mol".


    Danke für die Aufklärung.


    Es sieht falsch aus. Es sieht aus, als hätte man Recht alles auf dem Kopf zu stellen was schon vorhanden ist und lange Zeit war.


    Es schaut nur für die falsch aus, die es so nicht gewohnt sind; wie gesagt, (jp)c macht es Gottseidank inzwischen auch so, z.B. hier



    oder hier:



    Insbesondere also bei neuer eingepflegten CDs, bei älteren gibt es auch gelegentlich englische Angaben. Es setzt sich also zunehmend durch... Und wenn Du auch Recht hättest mit "alles auf den Kopf zu stellen, was schon vorhanden ist und lange Zeit war": irgendwann ist die Zeit eben vorbei.


    :D


    Sprache ist eben nicht immer logisch.


    natürlich geht es auch ohne, aber verkehrt ist es nicht.


    Natürlich ist es nicht verkehrt. Aber überflüssig; denn, wenn ein Stück nicht in (oder veraltet aus/ex) einer Tonart steht, wann denn dann? Davor, darüber, daneben, darunter, dahinter? Also: überflüssig.


    :)


    Nebenbei: ich hasse es, wenn ein Orchester unter XY spielt - wenn, dann bitte schon unter Leitung von...noch besser ist freilich: die Leitung hat...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • "dur" und "moll" sind gleiche Wortarten ! Also, es kann nicht sein dass man gleiche Wortarten mit verscheidene Anfangsbuchstaben schreibt.
    "Es sieht einfach schöner aus...." (Ulli), ist für mich kein Argument. Das ist keine Melodie, keine Gemälde, das ist Sprachwissenschaft. Problem ist nur, dass man hier sehr schwer sehen kann, um welchen Wortart sich hier handelt...
    Wiewort oder Namenwort. Irgendwie scheint es beides zu sein, und daher die beide Varianten.
    c-moll / C-dur
    oder
    c-Moll / C-Dur


    P.S. Und ehrlich, mich interessiert nicht was Medien daraus machen, oder Labels...oder Google. Ich bevorzüge die Bibliothek und die Bücher! Klingt heute komisch, ist aber so :D


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)

  • Ich habe bei den Tags im Internet das Gefühl, bei "in C" oder "in C-dur" handelt es sich um einen Anglizismus, ähnlich wie bei "in 2011"...
    Auch hierbei ist die Präposition falsch und unnütz. Ausnahmsweise ist deutsch mal kürzer und prägnanter als englisch...

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Melina schrieb:

    P.S. Und ehrlich, mich interessiert nicht was Medien daraus machen, oder Labels...oder Google.


    Das ist aber eben die lebendige Sprache... Bücher sind tot (außer Loseblattsammlungen, die regelmäßig geupdated werden).


    Also, es kann nicht sein dass man gleiche Wortarten mit verscheidene Anfangsbuchstaben schreibt.


    Du siehst doch, daß es sein kann... :D


    Problem ist nur, dass man hier sehr schwer sehen kann, um welchen Wortart sich hier handelt...
    Wiewort oder Namenwort.


    Da sind wir uns zumindest mal einig; ich habe das im Übrigen nie abgestritten. Ein Namenswort, wie Du es nennst, ist es für mich auf jeden Fall nicht, denn dazu ist es zu deskriptiv und zu spezifiziert. Eine Zustandsbeschriebung wäre mir hier allerdings zu oberflächlich...


    Irgendwie scheint es beides zu sein, und daher die beide Varianten.


    Irgendwie scheint es keins von beiden zu sein - daher wäre auch der Zwitter C-Dur und c-moll logisch. Das wäre also wie im Umsatzsteuerrecht: die Nebenleistung teilt das Schicksal der Hauptleistung.


    Ich finde es sehr gut, daß sich die Sprache wieder fernab aller Regeln, an die sich ohnehin niemand mehr halten kann, individualisiert. Das ist viel bunter und lebendiger... Warum schreibt man und frau z.B. Vater mit V und nicht mit F wie Filosof ( :D ) oder Phater? Weil man's eben mit V schreibt.


    Basta.

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  • Ich habe bei den Tags im Internet das Gefühl, bei "in C" oder "in C-dur" handelt es sich um einen Anglizismus, ähnlich wie bei "in 2011"...
    Auch hierbei ist die Präposition falsch und unnütz. Ausnahmsweise ist deutsch mal kürzer und prägnanter als englisch...


    Das könnte natürlich sein; wobei es die Präposition (oder was soll das sonst sein?) ja schon immer gab: Sonata ex F und dergleichen. Nur, wie gesagt, ist dies hier überflüssig, weil es überhaupt keinen Sinn ergibt, während "in 2011" eine Abkürzung (zumindest im Deutschen) für "im Jahre 2011" ist (deutschsprechende Ungarn z.B., die ich kenne, sagen "im 2011"). Rückschlüssig müsste es dann bei den Tonarten ausführlich "Klavierkonzert in der Tonart C und im Tongeschlecht moll" heißen...


    :umfall:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

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  • Und da geht es tatsächlich um Ästhetik:


    Klavierkonzert (f-moll) oder
    Klavierkonzert in f-moll


    Etüde Nr. 1 (C-dur) oder
    Etüde Nr. 1 in C-dur


    Ja, die Vielfalt der Sprache ist schön, man sollte es benutzen
    aber nicht mißbrauchen.


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    (Lessing)

  • Etüde Nr. 1 (C-dur) oder
    Etüde Nr. 1 in C-dur


    Viel ästhetischer und einfacher:


    Etüde Nr. 1 C-Dur


    :huh:

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  • Ulli schrieb:

    Viel ästhetischer und einfacher:
    Etüde Nr. 1 C-Dur
    :huh:


    Wie schreibt man ganz ästetisch:
    Haarspalterei
    ?


    :D


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  • Wie schreibt man ganz ästetisch:
    Haarspalterei


    Genau: mit h... 8-)

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  • während "in 2011" eine Abkürzung (zumindest im Deutschen) für "im Jahre 2011" ist (deutschsprechende Ungarn z.B., die ich kenne, sagen "im 2011").


    Nein, Ulli, das ist ein reiner Anglizismus, keine Abkürzung. Die Abkürzung für "im Jahre 2011" heißt im Deutschen "2011". Korrekt heißt es "2011 haben wir doppelt so viel Umsatz gemacht wie 2010". Alles Andere kommt aus dem Englischen/Amerikanischen. Und ist halt viel cooler, obwohl deutsch hier ausnahmsweise kürzer ist...


    Bei meinen eigenen Tags lasse ich "in" bei Tonartangaben weg.

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  • Okay, klingt logisch.


    Bei meinen eigenen Tags lasse ich "in" bei Tonartangaben weg.


    Ich auch - aus den genannten Gründen.


    Ausnahmen gibt es jedoch dann, wenn ich mich aus ästhetischen Gründen dafür entscheide, das Tongeschlecht nicht anzugeben, weil z.B: der Originaltitel "Sonata in C" lautet - da würde dann "Sonata C" irrtümlicher Weise auf eine alphanumerische Zählung schließen lassen können...


    Überwiegend bei Barockmusik also tagge ich mit "in", ohne Tongeschlecht, aber mit eindeutiger Geschlechtsbestimmung durch Groß-/Kleinschreibung; ein "Concerto in C-Dur" ist für mich bei Händel unästhetisch, das muß schon "Concerto in C" (oder ex) heißen. Ab der Klassik aber bleibt das "in" zugunsten der Tongeschlechts weg...

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  • Ist kein Vorwurf, Tamás - die Ungarn dürfen das...


    :D

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  • Also Ästhetik hat da für mich gar nichts verloren, und auch keine Grammatik. Das ist eine musiktheoretische Setzung, die das Leben (und Lesen) einfacher macht. moll ist einfach grundsätzlich klein, und Dur groß, jenseits aller Wortarten.


    Ich habe nicht den Eindruck, dass das "in" vor Dur und moll ein Anglizismus ist. Ein Stück steht eben in einer bestimmten Tonart. Und mithilfe von Kadenzen und Modulationen gelangt man in (oder zu) anderen Tonarten, und vor dem Doppelstrich sind wir in der Dominante As(s)-Dur angelangt. Das ergibt sich doch auch im Deutschen ganz organisch.

  • Also Ästhetik hat da für mich gar nichts verloren, und auch keine Grammatik.


    Bei der Grammatik gehe ich hier ausnahmsweise mit; bei der Ästhetik bin ich süchtig... das geht inzwischen soweit, daß ich kurz davor bin zu überlegen, ob ich nicht einheitlich S-Dur anstelle von Es-Dur schreibe, damit es bei Listungen von Dur-Kolonnen nicht zu einer unschönen Ausbuchtung im Text kommt...


    ;(

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  • Also Ästhetik hat da für mich gar nichts verloren, und auch keine Grammatik. Das ist eine musiktheoretische Setzung, die das Leben (und Lesen) einfacher macht. moll ist einfach grundsätzlich klein, und Dur groß, jenseits aller Wortarten.


    Ich kenne keine Bücher wo es so geschrieben wird: e-moll und E-Dur !
    Oder man entscheidet sich für e-moll und E-dur
    oder man nimmt dann e-Moll und E-Dur


    Habe gerade nachgesehen. Deutsche Bücher!!


    Und das mit S-dur, so was dummes!!! *lol*
    Ulli, g-moll ins Bett ! :D


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    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)

  • Bücher... wie gesagt: die veralten so vor sich hin... e-Moll schaut genauso bescheuert aus wie c-Dur oder C-dur oder E-moll... neneneeeee... Bücher sind interessante Konserven, sagen aber nichts über aktuelle Entwicklungen aus.


    Ein guter Bekannter von mir hat sich jüngst in seiner Magisterarbeit auch geweigert, eine der herkömmlichen Schreibweisen zu verwenden. Du hast es sicher selbst am entsprechenden Ort gelesen: "Ja, so habe ich das auch gelernt. Meine Dozenten streichen mir es aber jedesmal an, die wollen auch, dass ich es groß schreibe, was ich aber nicht tun werde..."


    :D


    Alle Gewalt geht vom Volke aus; Art 20 Abs. 2 GG.


    Und das mit S-dur, so was dummes!!!


    Zitier mich bitte nicht falsch: ich schrieb S-Dur.


    ^^

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  • Wie erfreut das meine ständig blutenden Augen:



    *yepp*

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