Gelesen (und am Lesen am dran sein am tun...)

    • Offizieller Beitrag

    Der langweiligste Band seit längerem; die beiden vorigen waren ja beinahe wieder auf dem Niveau der alten Hasen, aber das jetzt ... hmpf.



    Wann geht's endlich nach China? *wirds*

    • Offizieller Beitrag


    Jeff VanderMeer

    Auslöschung. Buch 1: Southern-Reach-Trilogie



    Jeff VanderMeer
    Autorität. Buch 2: Southern Reach Trilogie



    Jeff VanderMeer
    Akzeptanz. Buch 3: Southern Reach Trilogie


    Die letzten Wochen: Dem unfassbar spannenden und intensiven 1. teil folgt ein Band, den man aus der hand legen möchte; bis man begreift; dass der Wahnsinn nur auf einer anderen Ebene weitergeht. Großes Kino, würdig eines HPL.

    • Offizieller Beitrag


    Herfried Münkler, Marina Münkler
    Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft


    Wenn man in hundert oder zweihundert Jahren wissen will, warum es so gekommen ist; wie es kam; dann muss man nur dieses Buch lesen. Wahrscheinlich in einer englischen oder arabischen Übersetzung, denn deutsch wird niemand in Mitteleuropa mehr lesen können. Es liegt nicht anderes vor, als die Umwertung aller Werte; die Umstülpung von eintausend Jahren deutscher und europäischer Geschichte, das Unterste wird zuoberst gekehrt; aus Ja wird Nein; aus Gut Böse. Alpha und Omega tauschen die Plätze. Fin de l'histoire allemande.


    Die Verfasser antizipieren ihr Deutschland der Zukunft, das jenes der derzeit herrschenden politisch-medialen Elite ist. Anthropologische und historische Erkenntnisse der letzten 5000 Jahre interessieren sie dabei nicht; sie werden ignoriert, geleugnet, umgedeutet oder verworfen. Was bleibt, ist der Wille zur totalen Umwälzung der bundesdeutschen Gesellschaft in Richtung einer multikulturellen Zwangsnation. Der eingeborene, autochthone Biodeutsche spielt in diesen Überlegungen nur noch insofern eine Rolle, als er willens ist; den Austausch seiner Identität freudig zu begrüßen. Er ist in der Bringepflicht, er muss sich anpassen; er hat die Integration von Migranten zu leisten; er muss sich mühen und anstrengen, denn Geburt und Abstammung spielen keine Rolle mehr.


    Alle kritischen Einwände gegen diese aggressive und letztlich sogar zynische Form eines hypertrophen Konvivialismus werden im Vorhinein mit dem bekannten Instrumentarium ausgeschaltet. Alle Gegenargumente stehen per se unter Extremismusverdacht und wo man gar nicht umhinkommt, tut es auch der Rechtspopulismus. Über wichtige Fragen wie die der ethnischen Identität; dem Für und Wider von Grenzen, der Überlastung der Sozialsysteme etc. ist eine Diskussion prinzipiell ausgeschlossen. Die ethisch-moralischen Normen sind gesetzt und wer hier kritisch nachfragt und weiterdenkt, ist automatisch ein Rechtsextremist, Rassist, Verfassungsfeind. Das immer gleiche Procedere, aber immerhin machen die Autoren daraus keinen Hehl. Man weiß, worauf man sich einlässt; wen man ihnen folgt.


    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Politikwissenschaftler wie Herfried Münkler derart ahistorisch argumentiert und so naiv das Wesen der Menschen und ihrer Zusammenschlüsse verkennt. Er hat tausende Seiten über den 30jährigen Krieg und den 1. Weltkrieg geschrieben; ihm kann doch unmöglich entgangen sein, wie wichtig Themen nationaler Identität sind und wie vielfältig und facettenreich deren Umfeld. Bleibt der Befund, dass seine Frau Gemahlin hinter diesen kruden und gefährlichen Gedanken steckt. Wenn man Brennstoff sucht für künftige Konflikte, dann lese man dieses Buch und transportiere dessen Ideen in die politische Praxis. Nie war der Begriff von geistigen Brandstiftern mehr am Platz.