Orgel-Audiophilie


  • Schlechte Kritiken und mal ehrlich, wer um Himmels Willen hört Orgelwerke FMBs?

    Die hier scheint besser:

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Wer hört überhaupt Orgelwerke?

    Ich. Mit Vergnügen. In der Kirche und von CD. Dann allerdings fast nur JS Bach. :love: (Abgesehen von ein paar Orgelsinfonien) Wird Zeit, dass ich meinen Horizont dahingehend etwas erweitere. Die Orgel halte ich für ein faszinierendes Instrument. Im klanglichen Reichtum so ziemlich jedem Hammerflügel überlegen - abgesehen von denen mit extra Schepper-Einstellung. Natürlich vielfach für religiöse Musik genutzt, allerdings keinesfalls ausschließlich. :wink:

  • Da hast Du schon Recht mit Deiner Antwort auf meine leicht provokative Frage; ich habe halt mit der Orgel als kirchlich infiziertes Gerät so meine Probleme, kann mich aber der Faszination einer Live-Performance auch kaum widersetzen und/oder entziehen - zumal ich auch dereinst selbst die angebliche Königin der Instrumente tractiret habe... aber eher zu deren Leidwesen.


    Mit einem Hammerflügel (auch ohne ABS, ASR, Airbags usw.) kommt eine Orgel aber für mein Hörempfinden in keiner Weise mit... so besitze ich z.B. interesse- und vollständigkeitshalber eine Orgelinterpretation der Tastenversion von Haydns (naja: eigentlich Jesus') "Sieben letzten Worten..." - die kann es mit keiner Hammerflügelinterpretation aufnehmen, nichtmal mit Clavichord... einzig das Terremoto genehmige ich mir gelegentlich auf der Orgel (aber auch da ist es zu lahmarschig).


    *hide*


    Bei Orgelwerken wie auch bei manchen Messkompositionen (z.B. Beethovens Solemnis) braucht's für mich einfach das Live-Erlebnis. Aus der Dose klingt das irgendwie bescheuert...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Bitte in einen eigenen Thread "Orgelwerke hören?" ... 8-) ... bestimmt spannend ... *yes*

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Bitte in einen eigenen Thread "Orgelwerke hören?" ... 8-) ... bestimmt spannend ... *yes*


    Auf Wunsch zusammengebastelt. Threadtitel verhandelbar.


    :rolleyes:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Gelegentlich höre ich auch Orgelwerke.


    Bach war mein Einstieg, denn ich mußte mich erst an den Klang dieser Gattung gewöhnen. Inzwischen ist Buxtehude und Merulo dazugetreten. Ich fand ein halbes Dutzend CDs mit Orgelmusik auf dem Flohmarkt (Widor, Mozart u.a.), die ich mal laufen ließ. Von Grigny und Frescobaldi habe ich ihre Orgelmessen, von Jacob Praetorius eine CD mit seinen Werken.


    Ich muß ehrlich sagen, auch hier liegen mir die älteren Komponisten näher. Inzwischen habe ich ein (kleines) Ohr für die Registrierung einer Orgel entwickelt und mag die Renaissance- und Barock-Orgeln sehr. Hier stimmt es auch, daß die Instrumente klappern und knarzen... :D Wo andere wahnsinnig werden, weil man die Tritte auf den Pedalen hören kann, da fängt bei mir der Spaß erst richt an... *hüpf*


    So eine wuchtige Orgel, wie sie Widor vorgesehen hat, ist mir zu gewaltig. Allerdings liegen mir die Werke auch nicht so. Doch bin ich ganz am Anfang und weiß nicht, wie weit ich je gehen werde - schaun mer mal...



    jd :wink:

  • Ich höre eigentlich sehr gerne Orgel, privat daheim oder live in Kirche und Konzertsaal; habe aber auf dem Dorfe zu letzterem nur noch selten Gelegenheit und für ersteres braucht es immer bestimmte Stimmungen und Voraussetzungen. Orgel hört man ja gemeinhin nicht über Kopfhörer Musik hören... aber wie... zwischen Boxen, Kopfhörern und Co. ..., sondern da braucht es die Weite des Raumes und der Seele. Man muss für Orgelmusik schon sehr offen sein im Moment, da die Königin der Instrumente zu atmen beginnt, und nicht umsonst weitet sich das eigene Innere am Sinnfälligsten innerhalb der enormen Dimensionen einer spätgotischen Hallenkirche. Wie überhaupt die Orgel für mich persönlich in den sakralen Raum gehört, in Konzertsälen wie im Jenaer Volkshaus stört mich das profane Element schon enorm und beeinträchtigt meine Sammlung. Das mag auch der Grund dafür sein, dass sich im heimischen Wohnzimmer so selten die entsprechende Atmosphäre einstellen will; erst im Dunkeln mit Kerzen und völliger Stille rundum, wie bei Gregorianik. Das ist schade, denn wir haben so viele Meister der Orgel, nicht nur Bach; im deutschen, aber auch im welschen Sprachraum. Ich persönlich schätze bislang neben älterer französischer und englischer Orgelmusik (Naxos, das cpo der frühen 90er, hat da schön publiziert) natürlich vor allem Bach, Buxtehude und Reger; aber auch die Orgelkonzerte Händels. Mittlerweile gibt es auch Sämtliche Orgelwerke von Rheinberger (Rudolf Innig) und anderen vergessenen Meistern ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Ich mag Orgelmusik sehr - sowohl live (da spielt ja auch die Faszination mit) wie auch aus der Konserve. Ich kann folgende CD für alle Orgelfreunde ans Herz legen:



    Es werden hier vier kleine, einmanualige Barockorgeln bespielt, die klanglich fantatisch eingefangen sind. Vorgestellt wird die komplette Sammlung des einzigen gedruckten Orgelwerks von Gottlieb Muffat: kurze Toccaten und drauffolgende noch kürzere Fugen. Die Musik ist toll, aber was verzaubert ist der Klang der vier verschiedenen Instrumente - eben was ganz anderes, wie die großeren Orgel, die man auf anderen CDs hört. Ganz-ganz liebevoll produziert und gespielt. Wunderbar!


    LG
    Tamás
    *castor*

  • Im zwei Kilometer von meinem Heimat- und Wohnort entfernten Schloss Burgk http://www.schloss-burgk.de/ befindet sich in der Schlosskapelle die wahrscheinlich kleinste Silbermann-Orgel Europas. Früher fanden dort häufig Orgelkonzerte statt, derzeit ist die Kapelle leider wegen bautechnischer Mängel aus Sicherheitsgründen gesperrt.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Aus dem August 1992 gibt es eine interessante Aufnahme


    P.S. Ich verkleinere sonst immer, Ulli; aber hier geht das nicht!

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Später scheint diese hier entstanden zu sein, die ich leider nicht kenne

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • So richtig heiß auf Orgel wurde ich eine Zeitlang hiernach: Klassische Musik in der schönen Literatur

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Gibt es eigentlich schon Orgelwerke auf DVDs oder Blue-rays? Der Mehrkanalton müsste doch der Räumlichkeit des Klangs entgegenkommen ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Aus "Jetzt im Ohr" hierher kopiert und etwas ergänzt:


    Käte - zu Lebzeiten eine Institution in Bremen und umzu - mit Bach nach Straube an der großen Sauerorgel des Bremer Doms:


    eine echte Perle der Bachdiskographie.

    Hieraus die Passacaglia und Fuge, BWV 582, à la Käte. À la Käte? Nun, ganz im Sinne einer romantischen Aufführungspraxis eben. Wenn man Käte van Tricht gehört hat, versteht man Stokowskis Bachbearbeitungen umso besser, frei nach dem Motto, dass das Regelwerk einer Schule niemals wichtiger sein darf als die eigene musikalische Entscheidung des Interpreten. Man begegnet hier einer einzigen großen Steigerung von ganz leise bis zu Fortissimo.


    Daneben finden sich auf der CD noch BWV 541, 544, 548 und 572 - Crescendo - Decrescendo - dichtes Legato - dynamische Differenzierungen - eigenständige Klangsinnlichkeit verbinden sich zu einem Dokument einer(-s) romantischen Aufführungshaltung (-stils) à la Karl Straube an der mit vier Manualen und 101 Registern ausgestatteten Sauerorgel des Bremer Doms - deshalb nicht nur historisch hochinteressant.


    Zum Lebenslauf der Künstlerin und zu deren künstlerischen Umfeld vgl. die Mitteilungen bei MDG und hier, mwN.


    Zu Ihrer Bachdiskografie, siehe hier.

  • Meine Güte, was für ein Teil ist das denn?



    500 Jahre Orgelmusik


    Werke von:
    Cavazzoni, Falcone, de Macque, Luzzaschi, Rossi, Merula, Cabezon, Frescobaldi, Trabaci, Giovanni & Andrea Gabrieli, Pasquini, Sweelinck, Speuy, van Noordt, Schuyt, Havingha, Froberger, Buxtehude, Bruhns, Scheidemann, Scheidt, Reincken, Muffat, Kuhnau, Walther, Kneller, Geist, Leyding, Bach, Böhm, Gronau, Müthel, Händel, Telemann, Homilius, CPE Bach, Cirri, Brixi, Soler, Torres, Vivaldi, Alberti, Mozart, Haydn, Bergamo, Mendelssohn, Ritter, Schumann, Liszt, Petrali, Brahms, Franck, Widor, Guilmant, Reger, Elgar, Mushel, Durufle, Alain, Messiaen, Pärt
    - Musik aus den John Reading Manuscripts of Dulwich College


    Künstler:
    Matteo Messori, Stefano Innocenti, Fabio Antonio Falcone, Ricardo Castignetti, Enrico Viccardi, Claudio Astronio, Roberto Loreggian, Luigi Ferdinando Tagliavini, Liuwe Tamminga, Francesco Cera, Luca Scandali, Hadrien Jourdan, Matthias Havinga, Riccardo Bonci, Manuel Tomadin, Simone Stella, Christian Schmitt, Massimo Gabba, Anton Holzapfel, Benjamin Saunders


    Brilliant Classics no. 95310 (50 CDs)
    rec. 1982-2014



    Was kann man davon halten?



    jd :wink:

  • Hier eine ganz gute Einschätzung.


    Den dort zuletzt genannten Punkt finde ich ziemlich cool:




    Zitat

    Bei Brilliant Classics scheint man sich den Minderheitenschutz auf die Fahne geschrieben zu haben, denn die Box ist offensichtlich für Linkshänder ausgelegt – auf dieser Seite muss man jedenfalls die CDs aus den Hüllen nehmen.


    *lol*


    BTW, ich habe mir den Klotz nicht ans Bein gebunden, vielleicht habe ich einmal 5 bis 10 Sekunden darüber nachgedacht, sodann aber den Gedanken wieder verworfen. Die Box setzte voraus, dass man sich beginnend ab CD 1 bis CD 50 durchhört, um 500 Jahre Orgelmusik nachzuvollziehen - nicht mein Ding. Da kreiere ich mir lieber mein eigenes Programm, wenn mich eines Tages ein derartiges Unternehmen tatsächlich einmal reizen sollte.