Orgel-Audiophilie

  • Es gelingt mir jedenfalls, so eine umfangreiche Box nicht als Arbeit anzugehen, sondern sie nach Lust und Laune zu (be)nutzen

    Genau so sehe ich das auch. Und in Ergänzung dazu:

    Ich jedenfalls habe mich nie einem Vorhaben ausgesetzt irgendwelche Veröffentlichungen nur um der musikalischen Entwicklung willen durchzuhören

    Es gab vor Jahren einmal den Versuch eines Forenmitglieds (bei T. und später auch bei C.), die einzelnen CDs der blauen Beethoven-Schachtel im Forum vorzustellen und zu besprechen, nicht in chronoligischer Folge (also CD 1 - CD x), aber alle. Das war der Plan. Ich hatte mich an dem Projekt damals - es hieß, glaube ich "Beethoven von A - Z" oder so ähnlich - auch sporadisch beteiligt. Nach wenigen CDs ist das Projekt aber eingeschlafen. Warum? Was ihn damals veanlasste, damit nicht weiterzumachen, weiß ich nicht. Ich kann es nur aus meinem eigenen Empfinden beschreiben - schließlich hätte ich ja auch selbst die Sache fortsetzen können: Es wurde mir einfach lästig, etwas über die nächste CD aus der Box schreiben zu "müssen", nur um den Thread am Laufen zu halten. Das ist dann genau das, was Max im Post 56 mit dem Begriff "Arbeit" meinte. Wenn sich ein mit viel "idealismus" und Engagement begonnenes Projekt wider Erwarten als Arbeit und damit lästig herausstellt (kann man auch in anderen allgemeinen Bereichen oft nicht absehen), lässt man es eben.

    Ich ziehe auch heute noch manchmal die eine oder andere CD aus der Box und höre sie mit Genuss - oder mit Verdruss, je nach dem, aber ohne im Hinterkopf zu haben, darüber wo auch immer etwas schreiben zu müssen.


    Viele Grüße, harry

  • Es gab vor Jahren einmal den Versuch eines Forenmitglieds (bei T. und später auch bei C.), die einzelnen CDs der blauen Beethoven-Schachtel im Forum vorzustellen und zu besprechen, nicht in chronoligischer Folge (also CD 1 - CD x), aber alle. Das war der Plan. Ich hatte mich an dem Projekt damals - es hieß, glaube ich "Beethoven von A - Z" oder so ähnlich - auch sporadisch beteiligt. Nach wenigen CDs ist das Projekt aber eingeschlafen. Warum? Was ihn damals veanlasste, damit nicht weiterzumachen, weiß ich nicht. Ich kann es nur aus meinem eigenen Empfinden beschreiben - schließlich hätte ich ja auch selbst die Sache fortsetzen können: Es wurde mir einfach lästig, etwas über die nächste CD aus der Box schreiben zu "müssen", nur um den Thread am Laufen zu halten. Das ist dann genau das, was Max im Post 56 mit dem Begriff "Arbeit" meinte. Wenn sich ein mit viel "idealismus" und Engagement begonnenes Projekt wider Erwarten als Arbeit und damit lästig herausstellt (kann man auch in anderen allgemeinen Bereichen oft nicht absehen), lässt man es eben.

    Man kann das als zeitweilig lästig empfinden, ging/geht mir genauso (Festetics-Haydn-Quartette-Vergleich; CME 1991 Phlipps); aber es besteht ja kein Druck, so daß eingeschlafene Threads auch durchaus später wieder aufgenommen werden können, wenn eben gerade die Lust dazu erneut aufflammt). Den Druck macht man (frau und divers haben wir ja hier derzeit nicht aktiv) sich allenfalls selbst.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • Mallorca Edition Historische Orgeln


    Martin Schmeding


    Jeweils auf einer Disc:

    1. Werke von Padre Antonio Soler (1729-1783) - Große Jordi Bosch-Orgel, 1762, Sant Andreu, Santanyí
    2. Werke von Domenico Scarlatti (1685-1757) - Große Jordi Bosch-Orgel, 1762, Sant Andreu, Santanyí
    3. Werke von José Lidón (1748-1827) - Große Jordi Bosch-Orgel, 1762, Sant Andreu, Santanyí
    4. Werke von Sebastián Aguilera de Heredia (1561-1627) - Gabriel Thomàs-Orgel, 1823, Sant Francesc de Paula, Campos
    5. Werke von Pablo Bruna (1611-1679) - Mateu Bosch-Orgel, 1746, Sant Pere, Sencelles
    6. Mirjam Wiesemann im Gespräch mit Orgelbauer Gerhard Grenzing
      Mirjam Wiesemann im Gespräch mit Organist Martin Schmeding


    Letztlich "nur" drei Orgeln, dazu noch zum Teil zeitlich vom Repertoire entfernt, aber dennoch eine tolle Edition von Cybele. Klanglich wuchtet die Aufnahme astreine Bohrmaschinen und Presslufthammer der Bosch-Orgel in ausgewogenem Surround in mein Wohnzimmerlein - dass das auch ein Witz ist, ist mir erst gerade beim Tippen aufgefallen: ich meine tatsächlich die satt schnarrenden Register gleich des ersten Stücks Sonata 12 'de la Coroniz' en Sol (Fa) Mayor von Soler. Dessen Kompositionen sind ohnehin schon ein Knaller. Angaben zu den Registrierungen gibt es leider nicht. Ansonsten ist die Informationslage der Edition hervorragend. Es gibt Texte von Schmeding wie auch von Grenzing, sie behandeln auf über 40 Seiten (gut bebildert und im Gesamtumfang noch verdoppelt, da auch auf Englisch) Komponisten und Werke, die Besonderheiten der spanischen Orgeln, die drei Orgelbauer, deren drei Orgeln und wiederum deren Dispositionen. Dazu bekommt man auf der sechsten Disc mit 52 und 20 Minuten ausführliche Gespräche im Plauderton. Ich bin's sehr zufrieden.


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)