BWV 245 - Johannes-Passion: DVDs

  • !!! DIE Empfehlung für nichtszenische Umsetzung !!!


    Suzuki (2000)


    Johannespassion BWV 245
    Recorded at the Suntory Hall, Tokyo, 28.07.2000


    Conductor: Masaaki Suzuki
    Soprano: Midori Suzuki
    Countertenor: Robin Blaze
    Tenor: Gerd Türk
    Bass Baritone: Chiyuki Urano
    Bass: Stephan MacLeod


    Documentary: Interview with Masaaki Suzuki



    Keine Ahnung, warum die DVD so billig ist; Ton- und Bildqualität sind in Ordnung für das Alter; die Interpretation ist hip und gemäßigt. Ich weiß nicht, ob die Aufnahme mit der auf dem Markt befindlichen Version auf CD (wohl zwei Jahre früher) identisch ist. Macht jedenfalls großen Spaß, den weißmähnigen Bachexperten aus Nippon mit Landsleuten und europäischen Solisten musizieren zu sehen und zu hören. Auch wenn mir persönlich ein wenig die Schärfe fehlt; eine eher lyrische Interpretation, die auf Schönheit statt Dramatik setzt. Aber so kennen und lieben wir ja unseren Masaaki.

  • !!! Der Klassiker !!!


    Karl Richter (1971)


    J.S.Bach: Johannespassion


    Helen Donat
    Julia Hamari
    Peter Schreier
    Ernst Gerold Schramm
    Siegmund Nimsgern
    Horst R. Laubenthal
    Kieth Engen
    Münchner Bach-Chor
    Münchner Bach-Orchester
    Dirigent: Karl Richter


    Aufgenommen 1971 in der Klosterkirche Diessen am Ammersee.

  • !!! Genial(e) filmische Umsetzung !!!


    Hugo Niebeling (1992)


    Amazon

    Zitat

    Der Regisseur Hugo Niebeling hat seinen Film streng nach Bachs Partitur im romanischen Dom zu Speyer inszeniert. Benutzt hat er dafür die legendäre "Archiv"-Produktion der "Deutschen Grammophon", die 1964 von dem (inzwischen verstorbenen) Bach-Dirigenten und -Interpreten Karl
    Richter mit dem Münchener Bach-Chor und -Orchester und Hermann Prey, aufgenommen wurde. Solisten dieser Aufnahme, Ernst Haefliger und Kieth Engen, sind im Film nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.

    jpc

    Zitat

    Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion beschreibt den Leidensweg Christi. Im Zentrum steht die Konfrontation von Jesus und Pilatus. Das Textbuch folgt im Wesentlichen den Kapiteln 18 und 19 des Johannes-Evangeliums. Als Grundlage diente dabei die legendäre Aufnahme des Bach-Dirigenten Karl Richter mit dem Münchner Bach-Chor und -Orchester aus dem Jahr 1964.

    Zitat

    Lexikon des Int. Films: "Die im Speyrer Dom inszenierte filmische Umsetzung von Bachs Passion als Musikdrama, das Musik, Architektur, Schauspiel und Tanz zu einem Gesamtkunstwerk verbindet. Ein aus dem gängigen Kinoangebot herausragendes außergewöhnliches Werk."

  • !!! Mal ganz anders !!!


    Rattle/ Sellars (2014)


    Camilla Tilling
    Magdalena Kozena
    Topi Lehtipuu
    Mark Padmore
    Roderick Williams
    Christian Gerhaher
    Rundfunkchor Berlin
    Berliner Philharmoniker
    Simon Rattle

  • Mir gänzlich unbekannt, aber es scheint zig verschiedene Ausführungen zu geben ...


    Cleobury (2002)





    John Mark Ainsley
    Stephen Richardson
    Catherine Bott
    Michael Chance
    Paul Agnew
    Stephen Varcoe
    King's College Choir Cambridge
    Brandenburg Consort
    Stephen Cleobury

  • Von sonstwo auf dem Weg zu mir ...


    Harnoncourt (1985)


    Kurt Equiluz
    Robert Holl
    Thomas Moser
    Anton Scharinger
    Tölzer Knabenchor
    Concentus Musicus Wien
    Nikolaus Harnoncourt


    Ich hoffe auf ähnliche Schauer wie beim ein paar Jahre älteren Weihnachtsoratorium!

  • Rattle/ Sellars (2014)

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    Nein, das geht gar nicht!!! Ich sah es letztes Wochenende noch einmal und muss sagen, dass mich diese Interpretation musikalisch und vom Konzept her überhaupt nicht überzeugt. Niebelings Deutung Johannes Passion BWV 245: DVDs lässt sich damit nicht vergleichen, weil es sich da um eine eigene Kunstform handelt mit ihren eigenen Gesetzen. Rattle aber scheitert mit Sellars, weil man zu harmlos ist und zu wenig wagt. Das geht mit dem profanen Ort der Berliner Philharmonie los; denn für mich gehört ein solches Werk schlicht in den sakralen Raum; das setzt sich fort in der Pause (!!!), die man tatsächlich macht; im Klatschen und den Ovationen der Zuschauer nach dem Ende, für mich geschmacklos; und kulminiert insgesamt in der szenischen Umsetzung, die ich bei einer Passion prinzipiell für Unsinn halte, wenn sie denn so durchgeführt wird. Wenn Musik UND Text bereits dies und das besagen und mir dann trotzdem noch Schauspieler vorführen, was gerade abläuft, ob jemand verhört wird oder sein Ohr verliert etc.; dann ist das des Guten an Redundanzen zuviel. Das erinnert an einen Film, bei dem ständig noch zwei weitere parallel laufende Filme das Gezeigte in vergrößerten Einstellungen verdoppeln und verdreifachen. Nach Art der "modernen" Geschichtsdokumentationen für heutige Nullaufmerksamkeitsdummies, die im Erzählertext aus dem off etwas mitteilen, welche Information noch durch filmische Mittel illustriert und dann auch noch durch eine extra für wenige Sätze positionierte Historikerautorität sofort im Anschluss erneut wiedergekäut wird. Wenn wenigstens die musikalische Seite überzeugte; aber in 2.15min quält sich die Vorstellung dahin und lähmt sich die letzten 20 Minuten geradezu selbst. Das ist ein spätromantischer Bach ohne scharfe Akzente, ohne jedes musikalische oder darstellerische Wagnis; ein harmloser Evangelist und kein einziger wirklich überzeugender Solist; ein breiter Chor, ein unauffälliges Orchester. Nein, nein; das war nichts; ein Nachfolger zur MP, den man sich hätte sparen können. So verkommt die Inszenierung zur lahmen Bebilderung eines Kunstwerkes, das genau jene gar nicht nötig hätte; weil Text und Musik bereits alles aussagen. Zu viele Bedeutungsebenen mit zu vielen Medien - wie so oft ist eben doch weniger mehr ...

  • Johannes Passion BWV 245: DVDs


    Zum Problem szenischer Umsetzung von Musik, die es vermeidet, jene bloß zu illustrieren, hat Robert Wilson hier (siehe: Jetzt auf den Augen (2015) und Jetzt auf den Augen (2015)) anlässlich der Inszenierung von Werken Arvo Pärt einiges geäußert, was sich durchaus auch bei der JP berücksichtigen ließe. Wobei die Musik natürlich grundverschieden ist. Oder doch nicht?