Claviersonaten: Einspielungen (opi)

  • Mein Hang zu früh verstorbenen Komponisten ließ mich in 2010 auch Hyacinthe JADIN entdecken.


    Das Licht der Welt erblickte er am 27. April 1776 in Versailles. Sein Vater (François Jadin) war als Fagottist Mitglied der Versailler Hofkapelle. Daß der junge Hyacinthe so also alltäglich mit Musik umgeben war, konnte für sein eigenes Genie nur von Vorteil sein. Studiert hat Jadin bei dem Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Schüler Nicolas-Joseph Hüllmandel (1756-1823). Seit 1795 übernahm Jadin die Mädchenklasse des Conservatoire de Musique in Paris. Am 27. September 1800 fand sein kurzes Leben tuberkulosebedingt ein vorzeitiges Ende.


    Die Tatsache, daß ein Mensch schon in jungem Alter sterben mußte, der Gedanke daran, welche Möglichkeiten der Welt vorzeitig für immer verlorengegangen sein könnten, welche Taten nicht vollbracht werden konnten, welche möglicherweise erstaunlichen Gedanken ungedacht bleiben mußten, welche vielleicht genialen Werke nicht geschaffen werden konnten - all dies hat etwas sehr Romantisches an sich... [Hajo Bäß].


    Romantisches hat auch die Musik Hyacinthe Jadins an sich, allerdings nicht durchgehend. Seine Klaviermusik besitzt einen Hauch Schubert und ist dennoch im französisch-Verspielten verhaftet. Seine Kammermusik ist unvergleichlich erdig und einfach wundervoll! Sein Schaffen ist bis heute nicht vollumfänglich erkundet, geschweige denn pubiziert oder eingespielt worden. Um so schöner ist es aber, daß namhafte Interpreten sich seiner Musik annahmen:


    Die Gesamteinspielung seiner Soloklavierwerke nahm Richard Fuller auf einem Hammerflügel (Nanette Streicher, 1814) vor:



    Leider ist die CD nur bei Amazon.com mit Hörbeispielen gelistet, als Teaser möchte ich Track 15 (Sonate cis-moll) empfehlen. Die mollgeschlechtlichen Werke mag ich besonders gerne - auf dem Album befinden sich aber noch sehr viele andere Schätze der Claviermusik!


    Außerdem erschienen verschiedene Einspielungen der Claviersonaten des Threadtitelgebers, darunter auch eine bei Musique d'Abord:



    Jean-Claude Pennetier (Hammerklavier)


    Vielleicht konnte ich ein wenig Anregung geben...!?


    :wink:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Mir fiel jüngst noch diese Platte in die Hände:



    Hier spielt Patrick Cohen je 3 Sonaten aus opp. und 4 und 5 (auf einem Hammerflügel).


    Mir gefällt die Spielweise deutlich besser als Fuller, der doch manchmal etwas stockt - hier ist alles flüssig und rhythmisch mit dem Erstdruck in Konformität (bei der fis-moll-Sonate op. IV Nr. 2 Satz 1) hatte ich zugegebener Maßen auch so meine Probleme und war nicht sicher, ob es sich ggfs. um Unachtsamkeiten des damaligen Herausgebers handelte. Diese Platte überzeugt mich vom Gegenteil.


    Sehr schön und so passend herbstlich-sehnsüchtig.


    :love:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Versteckt, aber gefunden:



    Sonate c-moll op. 5 Nr. 3


    André Raynaud, Hammerflügel Zuckermann nach Stein c1786

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)