Requiem g-moll op. 9

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe es immer gewusst und suche nun seit gut 25 Jahren nach der Verifikation... ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, daß wir im Schulchor zuletzt ein Requiem probten, das die Widmung "Für meinen Bruder Franz" trug. Es konnte sich eigentlich nur um eine Komposition Ferdinand Schuberts handeln und heutige Spontanrecherchen ergaben:


    Zitat

    Requiem in G minor opus 9, is for soli, chorus, at 4 mixed voices and orchestra (2 violins, cello, bass, 2 horns, 2 trumpets, 2 trombone, kettledrum and organ) composed in 1828, in memory of the composer's brother Franz Schubert.

    Quelle: http://www.requiemsurvey.org/composers.php?id=709


    Eine Einspielung von 1988 (!) wurde jüngst wieder aufgelegt:



    Bernadette Degelin, Lucienne van Deyck,
    Zeger Vandersteene, Kurt Widmer


    Maastricht Kamerkoor
    Conservatorium Musica Polyphonica


    Louis Devos


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    Das Werk ist nicht identisch mit dem ebenfalls in g-moll stehenden deutschen Requiem D621 von Franz Schubert, das dieser für Ferdinands musiktheoretische Prüfung komponierte und das vermutlich 1819 im Wiener Waisenhaus aufgeführt wurde, denn dieses ist unter Ferdinands Namen als dessen op. 2 bekannt.

    • Offizieller Beitrag

    Schon eine etwas makabere Story, die sich um das Requiem Ferdinand Schuberts rankt: Das Werk wurde am 3. November 1828 in Gegenwart des Bruders Franz - den Tod vor Augen - uraufgeführt; die Widmung erfuhr das Werk gottlob nachträglich.


    Merksatz 2: Besuche nie eine Requiemaufführung, wenn Du krank bist - es könnte Dir kurz drauf gewidmet werden. Merksatz 1 war: Komponiere nie ein Requiem, wenn Du bettlägerig krank bist und probe schon garnicht mit Freunden und Bekannten einzelne halbfertige Teile...


    Das Requiem selbst halte ich für ein sehr gelungenes, hübsches Werk. Gemahnt es doch manchmal formal an Mozarts Totenmesse: die Wiederholung des Quam-olim, das auch stellenweise dem mozartschen recht ähnelt, die Verwendung von Posaunen im Tuba mirum... das fast gleiche Thema im Benedictus...


    Das Label ERATO hat diese Produktion mit Warner Classics unter dem Arbeitstitel Originale. Period Instrumental Series in Japan (wieder) aufgelegt. Die Bookletinformationen beschränken sich daher auf hübsche Strichmännchen und -häuschen, lediglich die Tracks sind auch in lateinischer Schrift vorhanden.


    Bei der Besetzung der Instrumente kommt so manch bekannter Name daher:


    Violinen: Dirk Verelst, Eva Zylka, Bernadette Bracke, Gunter van Rompaey, Peter van Boxelaere, Lieve Geerolf, Hans van Regenmoortel
    Violoncelli: Roel Dieltiens, Hilde Vertommen
    Contrabasso di Viola: Lode Leire
    Trompeten: Léon Pétré, Ward Hoornaert
    Hörner: Piet Dombrecht, Claude Maury
    Posaunen: Julien Stofferis, Rudi de Wolf, Guido d'Haene
    Pauken: Jan Huyledroeck
    Orgel: Kamiel d'Hooghe


    Bei den Motetten und der Hirtenmesse wirken noch mit:


    Oboen: Paul Dombrecht, Marcel Ponseele
    Clarinetten: Guy van Waas, Guy van der Borgt
    Fagötter: Hugues Kesteman, Luc Torremans


    Die Darbietung ist für mein Empfinden sehr innig und ruhig, der Maastricht Kamerchor nervt leider etwas durch sein Leiern, besonders in den Höhen. Das finde ich schon etwas grenzwertig und es trübt den Genuss für mich schon gelegentlich; aber wer Aufnahmen der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts schätzt, dem wird das wenig auffallen. Das Sanctus mit einem kräftigen Schuß Bellini gefällt mir sehr.


    :)