01 - Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125: Einspielungen (omi)

  • Der 15. liegt ja quasi in der Spanne ... :)


    Muss mal schauen, wo die Klemperer-Diskografie ist.

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)



  • Muss mal schauen, wo die Klemperer-Diskografie ist.

    Otto Klemperer: Diskografie


    Also Old Klemp hat die Neunte neunmal aufgenommen:

    1. Aufnahme


    Gre Brouwenstijn

    Annie Hermes

    Ernst Haefliger

    Hans Wilbrink


    Concertgebouw Orchestra

    Otto Klemperer

    17. Mai 1956

    2. Aufnahme

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    Auch hier:


    Christa Ludwig

    Hans Hotter

    Waldemar Kmentt

    Aase Nordmo Lövberg


    Philharmonia Chorus

    Philharmonia Orchestra

    New Philharmonia Orchestra

    Otto Klemperer
    30. Oktober 1957 (Warner; EMI u.a.)

    3. Aufnahme



    Aase Nordmo-Lovberg

    Christa Ludwig

    Waldemar Kmentt

    Hans Hotter


    Philharmonia Orchestra

    Otto Klemperer

    15. November 1957 (Testament)

    4. Aufnahme


    Maria Stader

    Grace Hoffman

    Waldemar Kmentt

    Hans Hotter


    Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester

    Otto Klemperer

    6. januar 1958

    5. Aufnahme


    Wilma Lipp

    Ursula Boese

    Fritz Wunderlich

    Franz Crass


    Philharmonia Orchestra

    Otto Klemperer

    7. Juni 1960


    6. Aufnahme


    Agnes Giebel

    Christa Ludwig

    Richard Lewis

    Walter Berry


    Philharmonia Orchestra

    Otto Klemperer

    27. November 1961

    7. Aufnahme

    Auf den Labeln archiphon und Memories, finde ich aber nicht.


    AGNES GIEBEL

    AAFJE HEYNIS

    ERNST HAEFLIGER

    HERMANN SCHEY


    CONCERTGEBOUWORKEST &

    TOONKUNSTKOOR

    COLLEGIUM MUSICUM

    AMSTELODAMENSE

    Otto Klemperer

    9. Juli 1964

    8. Aufnahme (bislang nicht auf CD veröffentlicht)

    Das dortige Datum 8. November 1964 ist falsch.


    AGNES GIEBEL

    MARGA HÖFFGEN

    ERNST HAEFLIGER

    GUSTAV NEIDLINGER


    NEW PHILHARMONIA

    ORCHESTRA & CHORUS

    Otto Klemperer

    27. Oktober 1964


    9. Aufnahme (bislang nicht auf CD veröffentlicht)

    30. Juni 1970

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • Ich hieraus:

    CD 5



    01 - Die Sinfonien: Gesamteinspielungen (Diskographie)

    Ludwig van Beethoven

    9. Sinfonie d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Friedrich Schillers Gedicht Ode An die Freude (1815–1824)


    Alison Hargan

    Ute Walther

    Eberhard Büchner

    Kolos Kovats


    Rundfunkchor Berlin

    Rundfunkchor Leipzig

    Dresdner Philharmonie

    Herbert Kegel

    1982/1983

    Fettes Brot, das mundet/

    das opi-Herz verwundet/

    das omi-Herz schlägt hart/

    den Ahnungslosen zart

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)


  • Krassimira Stoyanova

    Lioba Braun

    Michael Schade

    Michael Volle


    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Mariss Jansons

    2007


    Zitat

    Mit dieser Einspielung gelingt Mariss Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ein Meisterwerk zurückhaltender Intensität mit selten so gehörten Details und Nuancen. Der symphonische Prozess ist perfekt ausbalanciert und steigert sich bis zu einem atemberaubenden, komplexen Schlusssatz, auch dank der makellosen Solisten Krassimira Stoyanova, Lioba Braun, Michael Schade und Michael Volle und dem prächtigen Chor des BR. Jansons' Interpretation ist sorgfältig und intellektuell -- im besten Sinne "modern" (im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Dirigenten, die die Neunte mit unverständlich hoher Geschwindigkeit und im Klangbild unpräzise durchdirigieren).

    Der Vatikan, in dem die Liveaufnahme 2007 zu Ehren des Papstes stattfand, kann dem akustischen Vergleich mit idealen Konzerthäusern eigentlich nicht standhalten. Dennoch fällt das vorliegende Ergebnis unter anderem dank einer feinfühligen Tontechnik außergewöhnlich präzise, detailliert und voluminös aus.

    Mit dieser Einspielung liegt meines Erachtens eine neue Referenz der Neunten vor, die jeglichen "Pomp" und überflüssige Ausschmückungen ablehnt und stattdessen eine bisher selten gehörte, überraschende Klarheit und instrumentale Ausdifferenzierung dieses Werks bietet. Insbesondere das chorale Finale vermeidet die Interpretationsfalle einer oberflächlichen "Orgie des Jubelns", sondern ist hier ein elektrisierender, dramaturgisch ideal nuancierter Höhepunkt, der Gänsehaut erzeugen kann.

    Jansons' Version würde ich in einer Liste der "Non-Plus-Ultra-Neunten" neben der sagenhaften Einspielung von Ferenc Fricsay und dem 1962er Dirigat von Karajan ganz oben einsortieren.



    auch hier: 01 - Die Sinfonien: Gesamteinspielungen (Diskographie)


    Christiane Karg

    Mihoko Fujimura

    Michael Schade

    Michael Volle


    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Mariss Jansons

    2012ältere


    Zitat

    »Man hört, dass ein großes Sinfonieorchester am Werk ist. Was den klanglichen Auftritt des formidablen Klangkörpers kennzeichnet, ist Substanz, die schiere Fülle des Wohllauts, die von Jansons nicht dem rhetorischen Prinzip geopfert wird.« (Fono Forum, Februar 2016)


    Jansons hat die Neunte in letzter Zeit zweimal aufgenommen. das FF zur jüngeren mit dem schönsten subversivem Antitext seit langem; die ältere mit niedlicher Amazon-Rezension.

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • [sicher auch einzeln]


    CD 2


    Ludwig van Beethoven

    9. Sinfonie d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Friedrich Schillers Gedicht Ode An die Freude (1815–1824)


    Agnes Davis

    Ruth Cathcart

    Robert Betts

    Eugene Loewenthal


    Philadelphia Orchestra

    Leopold Stokowski

    30. April 1934


    Eine brutal spannende Interpretation ohne endzeitlich zu furtwänglern und das alles in einer für 1934 beinahe überragenden Tonqualität. :jubel:

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • [Augaben in vinyl bei Amazon]


    Ludwig van Beethoven

    9. Sinfonie d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Friedrich Schillers Gedicht Ode An die Freude (1815–1824)


    Helen Watts

    Heather Harper

    Alexander Young

    Donald McIntyre


    London Symphony Chorus

    London Symphony Orchestra

    Leopold Stokowski

    1970 (erschienen, aufgenommen sicher früher)


    Von Stokowski gibt es noch diese spätere Aufnahme, die mir nicht bekannt ist.

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827) Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125


    Wohl nur im Gewandhausshop ist dieses Schmuckstück erhältlich; vier Klassiker der Interpretation, alle mit Leipzig verbunden.



    CD 1

    Edith Laux • Diana Eustrati • Ludwig Suthaus • Karl Paul

    Rundfunkchor Leipzig • Universitätschor Leipzig

    Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig

    HERMANN ABENDROTH


    CD 2

    Ingeborg Wenglor • Ursula Zollenkopf • Hans-Joachim Rotzsch • Theo Adam

    Rundfunkchor Leipzig

    Gewandhausorchester Leipzig

    FRANZ KONWITSCHNY


    CD 3

    Helena Doese • Marga Schiml • Peter Schreier • Theo Adam

    Rundfunkchor Leipzig • Chor der Staatsoper Dresden

    Staatskapelle Dresden

    HERBERT BLOMSTEDT


    CD 4

    Edda Moser • Rosemarie Lang • Peter Schreier • Theo Adam

    Gewandhauschor • Gewandhaus-Kinderchor

    Thomanerchor Leipzig • Rundfunkchor Leipzig

    Gewandhausorchester Leipzig

    KURT MASUR

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • Nichts Neues unter der Sonne:


    Hat ja auch niemand behauptet; die Aufnahmen sind schließlich historisch. Aber die Aufmachung als LP-Box mit Partitur und weiteren Gimmicks kann sich für den Preis sehen lassen. Zudem sind wenigstens drei der vier Interpretationen richtig gut im omi-Sektor.

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  •    


    Ludwig van Beethoven


    Sinfonie Nr. 9 d-moll, op. 125


    22.03.1942:

    Tilla Briem, Elisabeth Hängen, Peter Anders, Rudolf Watzke

    Bruno Kittel-Chor

    Berliner Philharmoniker


    19.04.1942:

    Erna Berger, Gertrude Pitzinger, Helge Rosvaenge, Rudolf Watzke

    Bruno Kittel-Chor

    Berliner Philharmoniker


    Wilhelm Furtwängler



    Furtwängler versucht hier Beethovens 9. Im Sinne der goebbelsschen Naziästhetik wiederzugeben und scheitert dabei grandios.

    Die ganzen Spannungen, Verwerfungen, Übersteigerungen, die schon fast wie Karikatur wirken, entspringen nicht irgendwelchen Seelenzuständen des Dirigenten sondern dem Widerstand der Komposition, sich in diese Richtung uminterpretieren zu lassen. "Alle Menschen werden Brüder" ist eine, wenn nicht die Antithese zur Naziideologie.

    Nichtsdestotrotz sind diese beiden Aufnahmen absolut hörenswert, auf keinen Fall jedoch maßstäblich.


    Siegfried

  • 1. Furtwängler versucht hier Beethovens 9. Im Sinne der goebbelsschen Naziästhetik wiederzugeben und scheitert dabei grandios.


    2. Die ganzen Spannungen, Verwerfungen, Übersteigerungen, die schon fast wie Karikatur wirken, entspringen nicht irgendwelchen Seelenzuständen des Dirigenten sondern dem Widerstand der Komposition, sich in diese Richtung uminterpretieren zu lassen. "Alle Menschen werden Brüder" ist eine, wenn nicht die Antithese zur Naziideologie.

    1. Auf keinen Fall!

    2. Zum Teil.


    Diese biografistischen Deutungen sind wie auch bei DS einfach nur entbehrlich. Grober Unfug ...

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • 01 - Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125: Einspielungen (omi)


    Ich habe die beiden hier drüber stehenden Postings von hier und hier rüberkopiert, damit sie nicht verloren gehen, und meine ältere Stellungnahme zu einer der Kriegsaufnahmen an den Anfang gestellt. Die Diskussion ist ja uralt und wurde in anderen Foren schon mehrfach durchexerziert, zumindest was Furtwänglers Verstrickung ins NS-System angeht. Darum geht es mir aber gar nicht. mir ist es darum zu tun, die eigenartige Faszination dieses "Jahrhundertkonzertes" zu ergründen, OHNE zu politiseren oder zu ideologiesieren; wohl aber zeitgeschichtlich kontextuiert.


    Wilhelm Furtwängler war ein übergroßer Künstler, hochsensibel und unberechenbar in der Ausübung seiner Kunst; das macht, glaube ich, bis heute die Faszination seiner überlieferten Aufnahmen aus in aller Welt. Er stand dem nationalsozialistischen System skeptisch gegenüber, würde aber für sein Orchester so ziemlich jeden Kompromiss geschlossen haben, um weiter dirigieren zu können. Und ihn konnte der Wahnsinn des Großen Krieges natürlich nicht kaltlassen; es ist vollkommen klar, dass sich seine Künstlerseele in dieser grausigen Wirklichkeit auch Abhilfe schafft in der Art und Weise, die fast alle Aufnahmen aus der Kriegszeit auszeichnet.


    Ich behaupte in diesem Zusammenhang:


    1. Was WF da musizierte, war nicht vorsätzlich so geplant, sondern tatsächlich Ausfluss seines inneren künstlerischen Ringens, das halb unbewusst die gesellschaftliche Grenzsituation widerspiegelt.


    2. WF hat NIEMALS versucht, eine wie auch immer geartete "Naziästhetik" musikalisch ins Werk zu setzen, konnte damit also auch nicht scheitern, nicht mal großartig.


    3. Das Spannungsvolle, Disparate, Hysterische, Hypertrophe, "Wahnsinnige" dieser Kriegsneunten ist schon in Beethovens Schöpfung selbst angelegt; WF kitzelt es lediglich als erster ganz heraus und notschlachtet es.


    4. Eine vorsätzliche Karikatur oder Persiflage der NS-Ideologie hatte WF nicht intendiert.


    5. WFs einzige Sprache ist die der Musik und ihrer Gestaltungsmittel und sie soll auch nur so verstanden werden und nicht platt alltagspolitisch oder gar weltanschaulich.

    "Der gelbe Nebel zog durch ihre Zimmer, laugte an den Häusern, machte den Dresdner Sandstein porös, überkrustete die Dächer, fraß an den Schornsteinen, ließ die Kittfassungen der Fenster brüchig werden, aber die Türmer hörten Tannhäuser in sieben verschiedenen Aufnahmen und verglichen sie miteinander, um sich über die „beste, die höchste, die schönste, die Standard-Aufnahme“ zu streiten …" (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 365)

  • 3. Das Spannungsvolle, Disparate, Hysterische, Hypertrophe, "Wahnsinnige" dieser Kriegsneunten ist schon in Beethovens Schöpfung selbst angelegt; WF kitzelt es lediglich als erster ganz heraus und notschlachtet es.

    Ich behaupte sogar, daß bestimmte Aspekte dieses Wahnsinns immer von ihm so umgesetzt wurden, auch in anderen Zeiten - wir kennen allerdings nur die späteren, nach dem Krieg entstandenen Lesarten. D.h. sie wurden im Moment des Krieges nochmals verstärkt, waren aber vorher/nachher immer noch (wenn auch gemildert) vorhanden.