01 - Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55

    • Offizieller Beitrag

    Wikipedia: 3. Sinfonie (Beethoven)


    Vielleicht ein wenig unpassend zum Jubiläum, aber ich habe eben deshalb ein paar Eroicas wieder gehört die letzten Tage. Die Dritte gehört neben Fünfter und Neunter zu den Werken, die ich in meiner Jugend sehr viel auf dem Plattenteller (01 - Die Sinfonien: Gesamteinspielungen (Diskographie) (omi)) liegen hatte, allerdings schon immer wesentlich interpretationsabhängiger als die beiden anderen Schlachtschiffe. Bei Lichte besehen nagen hin und wieder Zweifel an mir bezüglich der Qualitäten der Sinfonie. Natürlich weiß ich um all das Revolutionäre, nicht nur inhaltlich wegen des albernen Bezugs zu Napoleon; sondern vor allem wegen der formalen und emotionalen Innovationen. Dennoch, ich höre mittlerweile die beiden letzten Sätze am Liebsten; den ersten nur, wenn alles stimmt; und der zweite langweilt mich oft.


    alanmichael1schrieb bei Schuricht

    Zitat

    Die Eroica ist ein Dirigier-Monster, weil die schnellen Ecksätze so zerfasert sind und leicht zu einerklapprigen Abfolge von Einzelpassagen werden.

    Da ist schon viel Wahres dran. Ich hörte gestern meinen geliebten Klemperer, aber da sprang der Funke nicht über. Eben bei Wand funktioniert es schon besser.

    • Offizieller Beitrag

    Das schrieb ich einst anderswo, gerade gefunden:

    Zitat

    Ich weiß ja nicht, ob das auch in so einen Thread gehört; aber aus meinem langen Musikunterricht von der 1- bis zur 12. Klasse erinnere ich mich eigentlich nur an zwei Höhepunkte - die 5. und eben die 3. Sinfonie von Beethoven. Ich werde nie vergessen, wie mich beider Anfänge beeindruckt haben und wie viel Energie es mich gekostet hat, meine Begeisterung und Mitgenommenheit zu verbergen; denn als Junge auf dem Dorf durfte man um Gottes Willen bloß nicht Interesse für so etwas zeigen – man wäre gesellschaftlich bei den Gleichaltrigen und besonders den Dorfschönen für immer erledigt gewesen. Der Beginn der"Eroica" hat mich dabei fast noch mehr berührt als der Martialische der Fünften. Später kam ich durch Thomas Manns "Zauberberg" auf die Sinfonie zurück, weil ich so lachen musste über Frau Stöhr, welche die "Erotica" spielen lassen wollte ...

    • Offizieller Beitrag

    Aus dem omi-Thread:


    dann gab es für mich viele Jahre in meiner Empfindung einen vehementen Bruch, vor allem durch den 3. Satz...aber insgesamt standen sich UNVERSÖHNLICH die Sätze 1+2 VERSUS 3+4 gegenüber...


    Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen; ich habe die Eroica stets als Ganzes verstanden und hier ebenso wenig einen Bruch ausmachen können, wie er in der Zauberflöte angeblich zu verorten ist. Aber vielleicht sind ja einfach die jeweils geprägt habenden Interpretationen daran schuld? Als Ganzes insofern, daß sich für mich alles um die Tonart g-moll dreht und im Finale (lgs. Teil) darauf zuspitzt, bevor die Lawine abgeht...
    *hä*

    • Offizieller Beitrag

    Aus dem omi-Thread:



    Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen; ich habe die Eroica stets als Ganzes verstanden und hier ebenso wenig einen Bruch ausmachen können, wie er in der Zauberflöte angeblich zu verorten ist. Aber vielleicht sind ja einfach die jeweils geprägt habenden Interpretationen daran schuld? Als Ganzes insofern, daß sich für mich alles um die Tonart g-moll dreht und im Finale (lgs. Teil) darauf zuspitzt, bevor die Lawine abgeht...
    *hä*


    Also mir geht es wie Arnulfus, die fehlende Einheit war immer mein Problem; als Jugendlicher liebte ich die ersten beiden Sätze, später die letzten beiden! Und ja, gerade bei der "Eroica", ich deutete das im Eingangsposting schon an; ist die Interpretation noch wichtiger als bei anderen Werken. Die Sinfonie ist in Sachen Spannungsbogen höllisch schwer. Dazu trägt ihr Aufbau, wie ich finde, bei: Die Sätze 1 und 2 in ihren Dimensionen und bei moderaten Tempi schlagen mit weit über 30 Minuten zu Buche; das führt proportional logischerweise zu Problemen. Ich dazu früher anderswo: Proportionen in der Musik - Aufbau und Form als harmonisches Ganzes?