01 - Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55: Einspielungen (omi)


  • Zitat

    Wanderte als Kriegsbeute nach Moskau, und teilte somit das Schicksal mit anderen Aufnahmen des Berliner Rundfunkarchivs, dort war man sich des Wertes dieser Aufnahmen wohl bewusst, denn zu Beginn der sechziger Jahre veröffentlichte das russische Label Melodia z.B.Aufnahmen mit P.Anders und Furtwängler, die in Berlin als verschollen galten. 1991 kam es dann zu endgültigen erfolgreichen Verhandlungen und das Paket mit Aufnahmen trat seinen Rückweg nach Berlin an. Eines der wichtigsten Funde im Paket war diese Aufnahme der „ Eroica " mit Karajan von deren Vorhandensein die relevanten Kreise bis dato überhaupt nichts wussten.


    Zeiten
    15:15 15:56 6:04 11:50


    Der Klang ist gar nicht so übel und als Zeitdokument doch sehr wertvoll!


    Ich könnte mir vorstellen, dass die Aufnahme auch in der ein oder anderen Karajan Box von Documents-Membran enthalten ist!


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong


  • .

    Erich Kleiber, Concertgebouw-Orchester, 8. Mai 1950


    1. Satz: Allegro con brio 13:57
    2. Satz: Marcia funebre (Adagio assai) 15:23
    3. Satz: Scherzo (Allegro vivace) 5:28
    4. Satz: Finale (Allegro molto – Poco andante – Presto) 11:12

    Erich Kleiber, Concertgebouw-Orchester, 1953


    1. Satz: Allegro con brio 14:05
    2. Satz: Marcia funebre (Adagio assai) 15:24
    3. Satz: Scherzo (Allegro vivace) 5:32
    4. Satz: Finale (Allegro molto – Poco andante – Presto) 11:01


    Mir leider nicht bekannt. Meiner Lektüre nach sind wohl die beiden Aufnahmen von 1950 und 1953, beide in mono, nicht sehr unterschiedlich. Die Klangqualität dieser hier freilich wäre interessant.


    Diese beiden Einspielungen sind die gleichen: rec. Mai 1950 - sieht man auch an den Laufzeiten, die grob passen. Die "1953" auf der Legends-Ausgabe bezieht sich auf die 5. Symphonie (rec. September 1953).



    jd :wink:

    • Offizieller Beitrag

    CD 12


    1. Satz: Allegro con brio 15:52
    2. Satz: Marcia funebre (Adagio assai) 17:41
    3. Satz: Scherzo (Allegro vivace) 6:32
    4. Satz: Finale (Allegro molto – Poco andante – Presto) 12:55


    Eine enorm eigenartige, sehr heterogene Aufnahme; diese dritt-, also vorvorletzte der "Eroica" von insgesamt zehn bekannten Einspielungen; die nichtsdestoweniger trotzdem oder gerade durch ihre Unheitlichkeit in den Bann zieht. Die so bekannten einleitenden Takte des 1. Satzes haben etwas so Statuarisches, dass ich fürchtete, der Satz würde die 20-Minuten-Marke brechen, wenn das so weiterginge. Aber es ging nicht so weiter, in dieser Aufnahme geht es nie so weiter, wie man es erwartet; das ist ihre Stärke und ihre Schwäche.


    Denn plötzlich entfaltet sich - für Furtwängler eigentlich untypisch und für Furtwängler und Beethoven erst recht - eine geradezu bukolische Atmosphäre, eine entspannte Musizierhaltung; eine heitere Gelassenheit, die ich so noch nie gehört habe, nicht bei Furtwängler und eigentlich auch nicht bei anderen Dirigenten. Absolut im Gegensatz dazu steht der 2. Satz, dessen abgründige Traurigkeit auch nur schwer zu toppen ist; diese Trostlosigkeit bildet einen gewaltigen Kontrast zum Arkadien vorher und so kann man sich im 3. Satz nur wenig erholen von diesen gefühlsmäßigen Achterbahnfahrten, bevor im Finalsatz die Unterschioede nicht einmal mehr ansatzweise ausbalanciert werden und sich alles zwischen Höllenfahrt und sogar Bleiebigkeit abspielt. Mir schein fast, als sei der Applaus hinterher auch irgendwie unentschieden in seinem Ab- und Anschwellen.


    Insgesamt eine spannende Interpretation, die freilich durch die erste und letzte Furtwänglers dennoch deutlich in den Schatten gestellt wird; weil das Geniale selbst das enorm Gute alt aussehen lässt. Das ist eben eine Gwissensfrage - mag man Deutungen, die in sich homogen und stimmig sind oder solche mit überraschenden Wendungen, die einen immer wieder aufscheuchen vom Thron selbstgewisser Hörerfahrung.

    • Offizieller Beitrag


    Ludwig van Beethoven

    3. Sinfonie Es-Dur op. 55 „Eroica“ (1803/1804

    Wiener Staatsopernorchester

    Hermann Scherchen

    1958 (stereo)


    Rasant, revolutionär, legendär - die berühmte Eroica Scherchens in stereo.


    Die beiden Zyklen:

    01 - Die Sinfonien: Gesamteinspielungen (Diskographie)

    01 - Die Sinfonien: Gesamteinspielungen (Diskographie)

    • Offizieller Beitrag

    CD 2



    Ludwig van Beethoven

    3. Sinfonie Es-Dur op. 55 „Eroica“ (1803/1804)


    Wiener Philharmoniker

    Wilhelm Furtwängler

    31. August 1950


    Diese Dritte aus der Salzburger Orfeo-Box ist meines Erachtens klanglich ein wenig schlechter als die aus der Wiener. Dabei klingt der Beethoven seltsamerweise sogar noch besser als das Bachsche Brandenburgische Konzert vorher. Dennoch lohnt sich das Hören durchaus, diese vierte Aufnahme von insgesamt elf der Eroica durch Furtwängler hat einen schönen Drive und birgt mächtige Emotionen neben gebündelter Lyrik.