Bachs Clavierwerke auf dem Hammerflügel: Einspielungen

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    ...ein Thema, das mich durchaus interessiert; offenbar bin ich nicht der einzige:


    Gibt es eigentlich eine Gesamteinspielung des WTK 1 und 2 ausschließlich auf einem historischen Fortepiano? Mir ist leider nichts bekannt.


    Max' Frage bezog sich auf diese von mir gehörte Einspielung:



    Für sachdienliche Hinweise wenden Sie sich bitte an den Administrator Ihres Vertrauens.


    *cute*

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    Vereinzelt findet man solche Kuriositäten:


    71wENFNGsZL._SS500_.jpg


    Nun klingen sie wieder
    WTC II: Præludium & Fuge fis-moll BWV 883
    WTC II: Præludium & Fuge G-Dur BWV 884


    Johann Sonnleitner, Hammerklavier A. Walter & Sohn, c1805/1810


    Gefällt mir außerordentlich! :love:



    Soweit ich weiß, ist aber Tobias Koch am Werk... auf diesem Sektor ist wohl noch einiges nachzuholen *flirt*

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    Auf die Schnelle gefunden:



    Toccata BWV 913
    Französische Ouvertüre BWV 831
    Chromatische Fantasie & Fuge BWV 903


    Gudula Kremers, Hammerflügel J. C. Neupert nach J. J. Koenicke, Wien 1790



    Die Kunst der Fuge BWV 1080


    Walter Riemer, Hammerflügel

  • auf diesem Sektor ist wohl noch einiges nachzuholen


    Offenbar. Die Fortepianobeispiele aus dem 2. Teil des WTK mit Lorenzo Ghielmi, den ich bislang nur als vorzüglichen Organisten kenne, aus dem von Dir weiter oben gezeigten Album klingen wirklich sehr bezwingend. Da fällt mir ein, dass auch Robert Hill in seiner Einspielung des WTK 2 für Hänssler teilweise ein Fortepiano von Thomas und Barbara Wolf nach G. Silbermann (1749) verwendet hat (WTK 2: Präludien und Fugen 4, 6, 10, 12, 17 und 20).


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    Ghielmi ist wohl recht experimentierfreudig unterwegs; ich besitze noch diese, bei der gelegentlich (cp2, 4, 9, 10, 14 u.a.) - im Wechsel mit Cembalo und anderem Getier - auch ein Hammerflügel erklingt:



    Die Kunst der Fuge BWV 1080


    Lorenzo Ghielmi (Cembalo & Silbermann-Fortepiano)
    Vittorio Ghielmi
    Il Suonar Parlante

  • Passt zwar nicht exakt hier hinein, andererseits werden die Ricercare à 3 oder 6 bisweilen ausgekoppelt als Solostücke aufgeführt bzw. aufgenommen.


    Gemeint ist die Aufnahme des MO, erschienen bei Hänssler, 1999. Michael Behringer bedient teilweise (u.a. Ricercar à 3) ein Fortepiano nach Johann Andreas Stein (1778).



    Dass man sich hinsichtlich der Kombination Fortepiano/Tastenwerke JSB quasi auf die Suche nach Rosinen begeben muss, ist wirklich erstaunlich und war mir bislang so nicht bewusst.

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    Dass man sich hinsichtlich der Kombination Fortepiano/Tastenwerke JSB quasi auf die Suche nach Rosinen begeben muss, ist wirklich erstaunlich und war mir bislang so nicht bewusst.


    Etwaige Funde bitte hier posten - ob bekannt oder nicht: egal. :)

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    Ein(e) externe(r) Tipgeber(in) bietet noch:



    Ein Musikalisches Opfer BWV 1079


    Jan de Winne, Sophie Gent,
    Tuomo Suni, Vittorio Ghielmi,
    Rodney Prada, Lorenzo Ghielmi


    Silbermann-Fortepiano & -Cembalo


    Danke für den Tip, der ja eigentlich naheliegend ist... :wink:

  • Die Aufnahme des Musikal. Opfers mit Behringer kenne ich. Sie ist nicht schlecht aber auch nicht herausragend. Es stören mich vor allem zwei Punkte: die Phrasierungen und Artikulationen wirken (nicht nur von Behringer) bei mir nicht immer schlüssig, kommen bisweilen unorganisch und aufgesetzt daher. Dabei sind die Sätze nicht überartikuliert sondern nicht immer im Timing gut. Das andere ist der Stein-Flügel. Das Fortepiano klingt für mich nach einer anderen Welt, irgendwie zu sehr nach Klassik. Dabei finde ich den Hammerflügelklang grundsätzlich interessant. Live klangen die Silbermann-Fortepiani aber alle anders, näher beim Cembalo. Ich habe allerdings noch kein Silbermann-Instrument via Aufnahme gehört. Vielleicht ist das auch ein Problem der Aufnahme.


    Daher interessiert mich die Ghielmi-Aufnahme sehr. Aufgrund mangelnder Zeit zum Hören habe ich momentan aber einen echte Kaufstopp (etwas strenger ausgelegt als dies manches Mitglied hier handhabt!) :D
    Sollte jemand diese Aufnahme des MO kennen, würden mich seine Eindrücke brennend interessieren.

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    Das andere ist der Stein-Flügel. Das Fortepiano klingt für mich nach einer anderen Welt, irgendwie zu sehr nach Klassik. Dabei finde ich den Hammerflügelklang grundsätzlich interessant. Live klangen die Silbermann-Fortepiani aber alle anders, näher beim Cembalo.


    Der Stein ist in jedem Fall beledert und klingt daher - sorry für die Korrektur - eher nach Romantik. Belederungen gab es etwa ab Beginn des 19. Jahrhunderts, davor klangen die Instrumente, wie Du das schon schreibst, je nach Register eher noch Richtung Cembalo, etwas silbriger (falls Du das meinst). Unbelederte Instrumente klingen aber durchaus auch schonmal „moderner“ (also näher am heutigen Klang), wenn der Moderatorzug aktiv ist.


    Und in diesem Thread kommt es ja gerade darauf an, daß es eben nicht nach Cembalo klingt. 8-)


    Ich finde, die obige Aufnahme mit den Violinsonaten klingt tatsächlich sehr interessant.

  • Soheil Nasseri (US-amerikanischer Pianist iranischer Herkunft) spielt Bach (BWV 872) in seinem Wohnzimmer auf einem Erard während die Zuhörer ihm über die Schulter schauen (http://www.zeit.de/online/2009/04/soheil-nasseri). Nach solchen Aufführungssituationen giere ich.


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  • Es gibt wohl auch eine Einspielung auf einem Fortepiano (Typ Mozart nach Andreas Stein) von Walter Riemer (im Hauptberuf Elektroingenieur), wie ich gerade feststelle, aufgenommen in 05/2005.


    Zitat

    1st time in the world Bach's "Art of the Fugue" was recorded using a Fortepiano. Recorded in Austria.


    29,94 €


    Günstiger bekommt man die Doppel-CD im ORF-Shop (9,90 € zzgl. Versandkosten i.H.v. 4,00 €). Dort findet man auch Klangbeispiele. Als ernst zu nehmender Interpret muss man sich natürlich auch theoretisch zu dem äußern, was man da so treibt. Nicht anders Walter Riemer, der seine Beziehung zur Kunst der Fuge auf 12 Seiten ausbreitet und abschließend mit Blick auf die Wahl des Instruments meint:


    Zitat

    Das frühe Fortepiano ist dem Cembalo hinsichtlich Obertonspektrum noch recht nahe (und klingt daher auch sehr transparent), bietet aber schon (im Umfang etwas eingeschränkt) die Dynamik des modernen Klaviers. Auch macht das Fortepiano die harmonische Struktur wesentlich deutlicher als das moderne Klavier. Hans Petermandl hat bei der Präsentation seiner CD im Herbst 2004 mehrmals darauf hingewiesen, dass er es für denkbar hält, dass Bach das Fortepiano sehr wohl im Auge hatte. Dass ein Musiker wie Bach die im Fortepiano steckenden Möglichkeiten verkannt hätte, erscheint mir undenkbar.


    Auf dem Fortepiano gespielt ist das Werk dadurch noch schöner als auf den beiden Alternativen, vor allem durchsichtiger gestaltbar, und so spiele ich es eben auf diesem Instrument.

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    Falls jemandem eine Einspielung der zwei- und dreisitimmigen Invenstionen (Sinfonien) über den Weg läuft: ich wäre interessiert, wenn es nicht mit Riemer auf seinem IKEA-Flügel gespielt ist.
    *flirt*

  • Guten Tag


    viel habe ich von Bachs Claviermusik auf Hammerflügeln nicht zu bieten, außer bei zwei Einspielungen von Bachs Flötensonaten.


    Auf dieser



    CD wird die Sonate für Flöte und Fortepiano aus dem " musikalischen Opfer " BWV 1079,


    und auf dieser



    CD die Sonate für Flöte und B.c. BWV 1035 wird der Clavierpart von Susanne Kaiser ganz kultiviert auf einem Nachbau eines Fortepiano von M. Walker nach A. Walter gespielt.




    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

    «Es ist wurscht, ob das jemand versteht, aber es muss gesagt werden» (Samuel Beckett)