Bachs Clavierwerke auf dem Hammerflügel: Einspielungen

  • Falls jemandem eine Einspielung der zwei- und dreisitimmigen Invenstionen (Sinfonien) über den Weg läuft: ich wäre interessiert, wenn es nicht mit Riemer auf seinem IKEA-Flügel gespielt ist.
    *flirt*


    Da wirst Du Dich wohl noch in Geduld üben müssen. Was heißt üben, diese Disziplin beherrscht Du doch sicher ganz gut, oder? Bach-Cantatas weist zwar rund 190 Aufnahmen der zwei- und dreistimmigen Werke auf, allerdings keine, wie JD bereits mitgeteilt hat, mittels Hammerklavier/Fortepiano (welche Bauart auch immer). Angesichts des Entstehungsdatums der Lehrzyklen ist man möglicherweise der Auffassung, dass ein Hammerklavier für die Wiedergabe mangels Kenntnis des Komponisten eher nicht vorgesehen ist (vielleicht Cristofori? - spekulativ). Nichtsdestotrotz wäre eine solche Einspielung, auch nach meiner Auffassung, wünschenswert (vielleicht Robert Hill, der ja bekanntermaßen sehr experimentierfreudig ist, mit einem Instrument seines Bruders Keith?).


    *jesus?*

  • Angesichts des Entstehungsdatums der Lehrzyklen ist man möglicherweise der Auffassung, dass ein Hammerklavier für die Wiedergabe mangels Kenntnis des Komponisten eher nicht vorgesehen ist


    You made my day ...
    *lol**lol**lol*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • iTunes


    Cembalo (BWV 1027, 912) & Fortepiano (BWV 1028, 1029, 914) - Fortepiano: Kenta Fukamachi, 2007, nach Gottfried Silbermann 1747; Cembalo: Philip Tyre, 1993, nach Christian Zell 1728; Viola da gamba: 7 string bass viol, Joachim Tielke, ca. 1700.


    Cembalo/Fortepiano: Genzoh Takehisa
    Viola da Gamba: Reiko Ichise

  • Die Coverrückseite findet man hier.


    Partiten Nr. 4 & 6 (BWV 828 & 830), Französische Suite Nr.5 (BWV 816), Fantasie & Fuge a-Moll - BWV 904 (Instr.: Christopher Clarke, 2004, nach Gabriel Anton Walter)


    Und noch eine Fortepianolesart Bachscher Werke aus Japan. Yoko Kaneko, die bereits mit Jos van Immerseel und Anima Eterna zusammen musiziert hat, spielt.


    Hier die Fantasie a-Moll aus BWV 904,



    sowie die Sarabande (aus BWV 816) aus der vorerwähnten Aufnahme:



    Einen Aufzeichnungsbericht und weitere Anmerkungen zu der Aufnahme kann man hier in japanisch nachlesen.


    GoogleÜb --> klick


  • Luca Guglielmi, Bach & The Early Pianoforte


    Präludium C-Dur (BWV 846,1) [2:49]
    Toccata c-moll (BWV 911) [12:33]
    Präludium Es-Dur (BWV 1010,1) [3:29]
    Präludium, Fuge, Allegro Es-Dur (BWV 998) [10:16]
    Präludium c-moll (BWV 999) [1:19]
    Partita c-moll (BWV 997) [15:43]

    Sonata II a-moll (BWV 1003) [17:17]
    Sarabande g-moll (BWV 995,4) [3:12]


    rot: Fortepiano, Kerstin Schwarz (2013) nach G. Silbermann (1749)
    grün: Gravecembalo col piano e forte, Kerstin Schwarz (1997) nach B. Cristofori (1726)
    schwarz: Clavichord, Angelo Mondino (1989) nach C. G. Hubert (1784)


    Siehe auch hier --> klick


  • Daniel Chorzempa, WTK I & II


    Cembalo, Clavichord, Orgel, Fortepiano (vermutlich Nachbau nach J. H. Silbermann, 1776)


    Verschiedentlich lese ich, dass Chorzempa den 2. Teil ausschließlich auf einem Fortepiano (Nachbau? Wenn ja, wer?) eingespielt habe.


    Zitat

    Daniel Chorzempa recorded the first book on organ, harpsichord and clavichord and the second book completely on fortepiano.


    Zitat

    One of the first recordings of "the 48" to change between harpsichord, clavichord, chamber organ and fortepiano (book II only)


    Dem stehen allerdings die Mitteilungen bei bach-cantatas und Elste entgegen.


    Kennt hierzu jemand Einzelheiten? Wider Erwarten finde ich dazu leider nichts. :(


    Edit: Wahrscheinlich stellt sich die Sache so dar, dass C. ein Fortepiano neben einem Cembalo, einem Clavichord und einer Orgel lediglich für den 2. Teil vorgesehen hat. Was er im Einzelnen mittels Fortepiano eingespielt hat, weiß ich leider nicht.

  • Katia & Marielle Labèque (Fortepiano), Ottavio Dantone (Cembalo) & Enrico Onofri (Violine)


    Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini mit u.a. mit BWV 1061 (Orchester und zwei Claviere) & BWV 1063 (Orchester und drei Claviere):



    live 24.04.2000, Wiener Musikvereinssaal


    Einen Ausschnitt aus der Produktion kann man hier sehen und hören.


    Oder hier in Gänze nachhörbar:



    Recht interessante Geflügelkombination, wenn auch in BWV 1063 die Fortepianos das Cembalo für meinen Geschmack etwas zu sehr zu dominieren scheinen, :-| .


  • (P) 1999 Cavalli Records CCD 114 [55:11]

    rec. 1998 (Studio Cavalli, Bamberg)


    Gundula Kremers

    [Hammerflügel: J. C. Neupert - nach Johann Jakob Könnicke (Wien, ca. 1790)]

    • Toccata d-moll BWV 913
    • Ouvertüre nach französischer Art / Partita h-moll BWV 831
    • Chromatische Fantasie & Fuge d-moll BWV 903


    Das ist eine Aufnahme, die immerhin vor zwanzig Jahren gemacht wurde - selbst heute ist es nicht selbstverständlich, Bach auf dem Hammerklavier zu hören, damals war es sicherlich ein Novum (wenn auch nicht der erste Versuch zu dem Zeitpunkt). Das Instrument ist ein Nachbau von exquisiter Qualität: ein perliger Diskant schwebt über einen feinen Baß, der Anschlag ist dynamisch, die Polyphonie kommt klar heraus.


    Gundula Kremers spielt die Stücke durchaus mit dem Blick für die Möglichkeiten eines frühen Klaviers: dynamische Variabilität, so daß ein sanfter Eindruck in den langsamen Passagen entsteht; dennoch ein stetiger Anschlag in den Fugen, der cembalohaft kräftig bleibt. Tatsächlich ist der Ausdruck weder rein terrassendynamisch noch rein variabel, sondern zeigt eine Auffassung, die gut dem Hammerklavier nahe steht und dadurch einen Eindruck vermittelt, wie man Bach um 1800 gespielt haben könnte. Die absolute Freiheit eines modernen Steinways ist noch dekadenweit entfernt, und auch eine romantisierte Subjektivität des 20. Jahrhunderts ist Kremers' Sache nicht. Sie bleibt fokussiert, flüssig, klar, präzise - was bei Bach immer ein Gewinn ist. - Die Mikros waren sehr nahe platziert, doch ein feiner Raumklang ist dennoch zu vernehmen, der sehr gut zum Instrument paßt. Tolle CD... *yepp**yepp**yepp**yepp*



    PS:

    Ich habe übrigens ein besonderes Exemplar erwischt: auf der Rückseite der CD-Hülle war ein Aufkleber angebracht, auf dem diese Notiz geschrieben stand: "3.3.1999 von Fr. Kremers". Außerdem ist auf der Rückseite des Booklets neben dem Konterfei der Künstlerin die Widmung "Zur Erinnerung - Ihre Gundula Kremers" geschrieben worden. Da scheine ich doch tatsächlich ein Exemplar erwischt zu haben, daß die Pianistin persönlich in der Hand hatte - entweder bei einem Konzert signiert oder an einen guten Freund verschenkt. Welch Ehre! :)

  • Ganz ehrlich: assoziativ hätte ich an Beethoven jetzt gar nicht gedacht, eher an Haydn oder Mozart; an manchen Stellen in den Fugen empfand ich den Klang einem Cembalo recht ähnlich, ohne komplett das Hammerklavierhafte zu verlieren.


    Doch die Musik ist eindeutig Bach - ich irre mich nicht... *yes*

  • Passt hier zwar nicht so richtig hinein, da es sich um eine Patchwork-Aufnahme (Clavichord/Orgel/Cembalo/Hammerclavier) handelt, aber sei es drum:


    Angaben bezüglich der weiter verwendeten Intrumente ergänze ich demnächst.

  • Passt hier zwar nicht so richtig hinein

    Warum nicht? Es sind doch Einspielungen auf Hammerflügel dabei. Insofern passt das schon; bis wir das Bachsche Clavierwerk komplett auf Hammerflügel präsentieren könnten, dauert es wohl noch eine Weile - und wir verfahren wie auch hier.


    ;)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)