James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - allgemeiner Diskussionsthread

  • James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - diskographische Empfehlungen


    Ist tatsächlich auch bei mir der erste Eintrag, den ich so nicht unterschreiben würde: Ich mag Scriabins Klavierwerke solo sehr; das Klavierkonzert steht da eher am Rande. Aber das ist ja das Schöne; wie jeder persönlich auf die Klassik und ihre Werke schaut.

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

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    Bei allem Respekt für den Autor bleibt er in seinen Betrachtungen zur Klassik oft in Allgemeinplätzen stecken. Seine, nicht nur musikalische, Bildung ist eine rudimentäre. Das ist nicht weiter schlimm, aber hin und wieder auch ärgerlich. Dabei geht es nicht um Geschmäcker, mir beispielsweise gefällt das 1. Klavierkonzert von Schostakowitsch wesentlich besser. Aber dieser bei Komponisten wie DS immer wieder anzutreffende Biografismus reicht nicht hin für Aussagen mit Hand und Fuß. Dennoch hat Rhodes ein Gespür für die Irren und Kaputten, die Zerrissenen und pathologischen Fälle unter den Genies der Musik.

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

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    Ist tatsächlich auch bei mir der erste Eintrag, den ich so nicht unterschreiben würde: Ich mag Scriabins Klavierwerke solo sehr; das Klavierkonzert steht da eher am Rande. Aber das ist ja das Schöne; wie jeder persönlich auf die Klassik und ihre Werke schaut.


    Rhodes schrieb:

    Das Konzert entstand vor Scriabins Hinwendung zu weiträumigeren harmonischen Landschaften. Schandbar selten aufgeführt, obwohl besser als vieles von Rachmaninoff.


    Ich finde an der Aussage erstmal grundsätzlich nichts verkehrtes. Er schrieb ja nicht „besser als Rach2“... ich z.B. empfinde Srjabins Klavierkonzert deutlich interessanter als die übrigen Rachmaninoffs (außer eben dem zweiten...). Und so versteht er es vermutlich.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Seine, nicht nur musikalische, Bildung ist eine rudimentäre.


    Nunja: ich bin noch immer nicht ganz durch mit dem Buch... aber bis jetzt: hat er m. W. nie Musik studiert und ist also kein ausgebildeter Konzertpianist im herkömmlichen Sinne, von dem man dies erwarten dürfte. Warum auch? Seine teils naiven Aussagen sind überwiegend treffend.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


  • Nunja: ich bin noch immer nicht ganz durch mit dem Buch... aber bis jetzt: hat er m. W. nie Musik studiert und ist also kein ausgebildeter Konzertpianist im herkömmlichen Sinne, von dem man dies erwarten dürfte. Warum auch? Seine teils naiven Aussagen sind überwiegend treffend.


    Genau so meinte ich das auch. *yes*


    P.S. Ich wusste schon beim Schreiben, dass genau dieser Passus ans Licht gezerrt würde ... 8-)

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

  • Mich hatte es bereits beim Lesen der Originalstelle gejuckt... aber ich war zu sehr mit dem Rotstift zugange...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • James Rhodes zum Thema Covergestaltung:


    Zitat

    [...] wenn ich noch ein einziges weiteres Klassikalbum mit einem französischen Scheißaquarell aus dem 18. Jahrhundert oder dem Foto eines spastisch glotzenden Pianisten vorne drauf sehe, kriege ich Schreikrämpfe.


    Sein Gegenentwurf:



    Hat ihm AS das geflüstert? An den musste ich unverzüglich denken, bitte um Nachsicht:


    Zitat

    [...] Geführt wird sie größtenteils von anachronistischen Wichsern, die offenbar ein perverses Vergnügen daraus schöpfen, dass „richtige“ Musik das Privileg einer hauchdünnen Schicht von Auserwählten bleibt, die sich für reich genug (und damit für intelligent genug) halten, selbige Musik zu verstehen. Beethoven ist ihr scheißvornehmes Domizil, und die einzigen Leute, die sie darin einlassen möchten, sind die von der Sorte, die weiß, welche Gabel man zum Fischgang benutzt und was der Unterschied zwischen einer Köchelverzeichnis- und einer Opusnummer ist.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790