James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - allgemeiner Diskussionsthread

  • Hier darf hierzu James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - diskographische Empfehlungen diskutiert werden. Gerne leidenschaftlich und kontrovers. :)

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - diskographische Empfehlungen


    Ist tatsächlich auch bei mir der erste Eintrag, den ich so nicht unterschreiben würde: Ich mag Scriabins Klavierwerke solo sehr; das Klavierkonzert steht da eher am Rande. Aber das ist ja das Schöne; wie jeder persönlich auf die Klassik und ihre Werke schaut.

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - diskographische Empfehlungen


    Bei allem Respekt für den Autor bleibt er in seinen Betrachtungen zur Klassik oft in Allgemeinplätzen stecken. Seine, nicht nur musikalische, Bildung ist eine rudimentäre. Das ist nicht weiter schlimm, aber hin und wieder auch ärgerlich. Dabei geht es nicht um Geschmäcker, mir beispielsweise gefällt das 1. Klavierkonzert von Schostakowitsch wesentlich besser. Aber dieser bei Komponisten wie DS immer wieder anzutreffende Biografismus reicht nicht hin für Aussagen mit Hand und Fuß. Dennoch hat Rhodes ein Gespür für die Irren und Kaputten, die Zerrissenen und pathologischen Fälle unter den Genies der Musik.

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - diskographische Empfehlungen


    Ist tatsächlich auch bei mir der erste Eintrag, den ich so nicht unterschreiben würde: Ich mag Scriabins Klavierwerke solo sehr; das Klavierkonzert steht da eher am Rande. Aber das ist ja das Schöne; wie jeder persönlich auf die Klassik und ihre Werke schaut.


    Rhodes schrieb:

    Das Konzert entstand vor Scriabins Hinwendung zu weiträumigeren harmonischen Landschaften. Schandbar selten aufgeführt, obwohl besser als vieles von Rachmaninoff.


    Ich finde an der Aussage erstmal grundsätzlich nichts verkehrtes. Er schrieb ja nicht „besser als Rach2“... ich z.B. empfinde Srjabins Klavierkonzert deutlich interessanter als die übrigen Rachmaninoffs (außer eben dem zweiten...). Und so versteht er es vermutlich.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Seine, nicht nur musikalische, Bildung ist eine rudimentäre.


    Nunja: ich bin noch immer nicht ganz durch mit dem Buch... aber bis jetzt: hat er m. W. nie Musik studiert und ist also kein ausgebildeter Konzertpianist im herkömmlichen Sinne, von dem man dies erwarten dürfte. Warum auch? Seine teils naiven Aussagen sind überwiegend treffend.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • Nunja: ich bin noch immer nicht ganz durch mit dem Buch... aber bis jetzt: hat er m. W. nie Musik studiert und ist also kein ausgebildeter Konzertpianist im herkömmlichen Sinne, von dem man dies erwarten dürfte. Warum auch? Seine teils naiven Aussagen sind überwiegend treffend.


    Genau so meinte ich das auch. *yes*


    P.S. Ich wusste schon beim Schreiben, dass genau dieser Passus ans Licht gezerrt würde ... 8-)

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Mich hatte es bereits beim Lesen der Originalstelle gejuckt... aber ich war zu sehr mit dem Rotstift zugange...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • James Rhodes zum Thema Covergestaltung:


    Zitat

    [...] wenn ich noch ein einziges weiteres Klassikalbum mit einem französischen Scheißaquarell aus dem 18. Jahrhundert oder dem Foto eines spastisch glotzenden Pianisten vorne drauf sehe, kriege ich Schreikrämpfe.


    Sein Gegenentwurf:



    Hat ihm AS das geflüstert? An den musste ich unverzüglich denken, bitte um Nachsicht:


    Zitat

    [...] Geführt wird sie größtenteils von anachronistischen Wichsern, die offenbar ein perverses Vergnügen daraus schöpfen, dass „richtige“ Musik das Privileg einer hauchdünnen Schicht von Auserwählten bleibt, die sich für reich genug (und damit für intelligent genug) halten, selbige Musik zu verstehen. Beethoven ist ihr scheißvornehmes Domizil, und die einzigen Leute, die sie darin einlassen möchten, sind die von der Sorte, die weiß, welche Gabel man zum Fischgang benutzt und was der Unterschied zwischen einer Köchelverzeichnis- und einer Opusnummer ist.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


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  • die um einen einzigen verbindenden Gegenstand kreisen

    Was ist denn für Dich der einzige verbindende Gegenstand der GBV? Die Frage könnte man durchaus kontrovers diskutieren, oder? Ich selbst bin mir im Übrigen alles andere als sicher, *hä*.


    :wink:

    Ich paraphrasiere dort nur die Meinung von James Rhodes. Den Thread dort James Rhodes: Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt - diskographische Empfehlungen bitte freihalten.

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )