Gesamt- und Teilaufnahmen (Tasteninstrumente ohne Orgel) (opi)

    • Offizieller Beitrag

    Gustav Leonhardt

    WTC I und II

    KdF

    GBV

    u.v.a.m.

    JD bei C

    French Suites; Inventions & Sinfonias etc.

    Englische Suiten BWV 806-811
    +Partiten BWV 825-830

    Alles von ihm in einer Box, das wäre einmal ein diskografisches Highlight!

  • (P) 1959-1963 EMI Electrola/Odeon (16 LPs) [734:36]

    rec. 1958-1962 (Thienhaus-Studio, Hamburg)

    Helmut Walcha

    [Cembalo: Ammer]

    Ein paar Takte zu dieser Box:

    Diese Aufnahmen - nunmehr auch schon 56-60 Jahre alt - stammen aus der Frühzeit der Stereoaufzeichnung, aber Erich Thienhaus hat als Toningenieur hervorragende Arbeit geleistet: das Cembalo klingt nah, frisch, mit Körper und einer stabilen Klanglichkeit, die bei so alten Aufnahmen nicht immer selbstverständlich sind; das Remastering (2003 gemacht) wird sicherlich auch seinen Beitrag dazu geleistet haben.

    Das Instrument ist ein Cembalo von Ammer: es ist definitiv kein historischer Nachbau, sondern klingt eher nach jenen "industriellen" Neubauten, die durch Pleyel/Landowska bekannt geworden sind. Es hat mehrere Registerzüge, die man gut unterscheiden kann: gedämpft, zirpend, leicht nölig u.a. - stets klar hörbar, den Stimmen kann man immer folgen; Nebengeräusche der Mechanik sind hier natürlich nicht zu hören... ;) Insgesamt ist das ein Klang, der mir durchaus vertraut ist, aber es ist halt nicht wirklich HIP, weil es eben keine Bauweise des Barockzeitalters darstellt.

    Walcha spielt sehr flott und bestimmt, mit virtuoser Behendigkeit, ohne jedoch die Struktur zu beiläufig zu präsentieren. Seine Registrierung ist abwechslungsreich, der Duktus spielerisch, Temporückungen treten höchstens an Pausen oder am Schluß der Stücke auf. Er schafft eine Atmosphäre der Vertrautheit, in der seine musikalischen Überlegungen in eine Interpretation der aufgeweckten Lässigkeit münden; jedenfalls scheint es mir, als würde Walcha in meinem Wohnzimmer sitzen und mir das Geheimnis Bachs spielend vermitteln zu wollen - als genußvolle und lebendige Kunst, die Herz und Verstand gleichermaßen anspricht.

    Deswegen weiß ich nicht so recht, warum ich Walcha böse sein soll, wenn er mir ein Bild vermittelt, welches musikwissenschaftlich gesehen durchaus nicht mehr up-to-date ist. Man darf die nachfolgenden Generationen von Cembalisten nicht ignorieren, denn sie haben alleine durch die historischen Nachbauten eine reichhaltige Klanglichkeit ermöglicht, auf der man nicht verzichten darf. Bei Walcha hört man die alten Meister im Hintergrund, gefiltert durch seine immer noch ansprechende Artikulation, die wenig Raum für interpretatorische "Freiheit" läßt; dies ist es - dieses Dienen der Komposition allein, ohne sie unnötig aufzuladen - was ihn immer noch anhörbar bleiben läßt.

    Eine sehr ansprechende Aufnahme der alten Auffassung in wirklicher guter analoger Klangqualität.

    *yepp**yepp**yepp**yepp*

    Unser *opi* nahm *opi*-um - Bumms! fiel unser *opi* um.

  • 2023, weil


    angelegt und zwar ein Doppelalbum pro Jahr


    Sei es drum, hoffen wir, dass dem Interpreten die Vollendung der Einspielung der Clavierwerke noch zu Lebzeiten gelingen möge.

    Vol. 3:

    Erhältlich seit Anfang April 2019.

    • Offizieller Beitrag

    Isolde Ahlgrimm?

    Wiki:

    "Ab 1954 begann bei Philips die erste Gesamtaufnahme sämtlicher Werke für Cembalo von J.S.Bach. 2016 beginnt die Nachfolgefirma von Philips, Universal, mit einer Neuausgabe der historischen Aufnahmen."

    "Wenn man sich nur das Urteilen abgewöhnen könnte, dieses dilettantische Verfälschen der Dinge! Wir wollen immer verstanden werden und sind selber unerbittlich verständnislos." (Verdi bei Franz Werfel)