01 - Kurzbiographie

  • Anton Fils (weitere Schreibweisen: Filtz, Fieltz, Filsl, Filz, Fitz ) wurde am 22. September 1733 in Eichstätt als Sohn eines Violoncellisten und Cammer Portier am dortigen Fürstbischöflichen Hof geboren. Fils besuchte das Gymnasium und studierte anschließend Theologie und Jura, über seine musikalische Ausbildung ist allerdings nichts bekannt. Im Mai wurde 1754 er offiziell an der Mannheimer Hofkapelle als Violoncellist angestellt. 1757 heiratete er in Mannheim Elisabeth Range, im Quadrat F 4 kauften sich die jungvermählten Eheleute ein Haus. Das junge Glück hielt jedoch nicht lange, mit nur 27 Jahren verstarb Fils am 14.03.1760 in Mannheim. Eine kurze Würdigung Fils erschien in einer Hamburger Zeitung:


    „Eines Fitz wäre ein längeres Leben zu wünschen gewesen. Dieser junge Komponist ist voller Geist und Feuer in seinen Sinfonien, seine langsamen Sätze sind voller Reiz und Harmonien“


    Sein frühes Ableben gab zu allerlei Spekulationen Anlass, es wurden auch Parallelen zu Pergolesi gezogen:


    „Herr Fils, ein Mann, der sich in seinen Arbeiten nicht gleich ist, hat einige Concerte für Flöte gesetzt, an denen Kenner vieles loben und vieles tadeln; er war, wie Pergolesi, ein Genie das der Tod nicht zur Reife kommen ließ“ (Johann Adam Hiller).


    Und Christian Daniel Schubart schrieb:


    „Schade, dass dieser vortreffliche Kopf wegen seines bizarren Einfalls Spinnen zu essen vor der Zeit verblüht ist..[…] Ueberhaupt besass Filz einen ganzbesonderen musikalischen und physikalischen Charakter. Er hatte viel Brittisches in seiner Physiognomie, und in seinem Seelenzuschnitt“



    Obwohl nicht zur Komposition verpflichtet, komponierte Fils zwischen 1754 und 1760 rund 30 Sinfonien.
    Fils selbst betrachtete seine Schöpfungen als gering an und verwendete angeblich seine Manuskripte zum Feueranzünden, weder ein Notenautograph noch sonst ein Schriftstück aus seiner Hand hat sich erhalten.


    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

    «Es ist wurscht, ob das jemand versteht, aber es muss gesagt werden» (Samuel Beckett)