1835 - I Puritani: Einspielungen (CD)

  • Bellinis Schwanengesang und der Triumph des Belcanto



    I Puritani


    Von I Puritani gibt es zwei Fassungen, eine sogenannte Pariser Fassung und eine für Neapel (die leider nie zur Aufführung kam), auch Malibran Fassung genannt. Für diese Fassung schrieb Bellini die Baritonpartie des Riccardo für Tenor um und bearbeitete die der Elvira für Mezzosopran also für die Malibran.
    Die Eingriffe hatten erhebliche Auswirkungen auf die Ensembles und deren Stimmbalance.


    Zitat

    Wir alten eingefleischten Wagnerianer sind doch die dankbarsten Bellini- und Rossini-Hörer.
    Friedrich Nietzsche


    Zitat

    Ein musikalisches Drama muss durch den Gesang zum Weinen, Schaudern, ja zum Sterben bringen.
    Vincenzo Bellini


    Zitat

    Maestro Bellini hat die Melodie in seiner Seele und betrachtet sie als Königin.
    Carlo Pepoli


    Zitat

    Gott hat Bellini die Gabe der Melodie gewährt.
    Igor Strawinsky


    Zitat

    Gesang, Gesang und abermals Gesang, ihr Deutschen!
    Richard Wagner.


    Zitat

    Die Wirkung der durch einige der berühmtesten Sänger der Zeit uraufgeführten Oper auf das Publikum war elektrisierend: "Die Franzosen sind verrückt geworden" schrieb Bellini. Es war der größte Triumph seines Lebens.


    Bellini hat in Italien die romantische Oper etabliert und den Belcanto zum Höhepunkt gebracht!
    Denn größten Triumph seiner Komponistenlaufbahn, die Pariser UA der Oper, hat Bellini nur um wenige Monate überlebt!


    Was es in der Oper an Melodien, Duette, Arien, Terzette und Finali gibt ist kaum in Worte zu fassen, man muss es einfach HÖREN!
    Ich habe viele Opernlieblinge und diese hier liegt ganz weit vorne in meiner Scala, nicht umsonst!!


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Zu allererst hier die Callas Studio GA 1953



    Maria Callas /Elvira
    Giuseppe di Stefano /Arturo
    Rolando Panerei /Riccardo
    Nicola Rossi-Lemeni /Giorgio
    Angelockt Mercuriali /Bruno
    Carlo Forti /Gualtiero Valton
    Aurora Cattelani /Enrichetta
    Orchestra e Coro del Teatro alla Scala di Melanom
    Cond.Tullio Serafin


    Dass die Callas hier eine unbeschreibliche Leistung vollbracht hat, ist unbestritten, aber der Arturo von di Stefano ist leider nicht ganz das, was man erwarten sollte, ihm fehlen größtenteils die hohen Töne, die man für diese Partie benötigt (es war eine perfekte Rubini Rolle), das restliche Ensemble ist dafür umso perfekter!
    Dies soll aber nicht ihren Rang abwerten, sondern es bleibt eine grandiose Einspielung nicht zuletzt einfach wegen der Callas und Serafin.


    Mai-July 19773
    Joan Sutherland
    Luciano Pavarotti
    Piero Cappuccilli
    Nicolai Ghiaurov
    Gian Carlo Luccardi
    Renato Cazzaniga
    Anita Caminada
    London Symphonie Orchestra
    Chorus of the Royal Opera House Covent Garden
    Cond.Richard Bonynge


    Julian 1963
    Joan Sutherland
    Pierre Duval
    Renato Capecchi
    Ezio Flagello
    Giovanni Foiani
    Piero de Parma
    Margarete Elkins
    Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino
    Cond. Richard Bonynge


    Diese rundum perfekte perfekteste GA ist die mit Sutherland und Pavarotti hier stimmt einfach alles .☆☆☆☆☆
    In der ersten Sutherland Aufnahme (1963) ist sie allenfalls jugendlicher und hat noch nicht so ihre Meriten, aber das nur beiläufig.
    Hier ist P. Duval auch ein kongenialer Partner der sich, was kein Fehler ist, in die Kopfstimme bei den exponierten hohen Tönen flüchtet .
    Auch hier ist das Ensemble erste Wahl.


    Die drei hier vorgestellten GA sind alle in der Pariser Fassung?


    Welt Erstaufführung 10.4.1986 Bari
    Katia Ricciarelli
    Chris Merritt
    Juan Luque Carmona ! Tenor
    Roberto Scandiuzzi
    Ambrogio Riva
    Carlo Gaifa
    Eleonore Jankovic
    Orchestra Sinfonico Siciliana
    Cond.Gabriele Ferro


    Diese GA ist die erste Aufnahme der Malibran-Fassung und darum besonders erwähnenswert.
    Auch diese Besetzung ist aufs vortrefflichste bis auf die kleine Einschränkung: der Tenor des Riccardo stößt an seine Grenzen, gerade für eine WEILE hätte ich mir einen besseren gewünscht.
    Dafür ist Chris Merrit schier unglaublich in den Höhen, und das mit voller Stimme! :jubel:
    Und Ricciarelli steht ihm in nichts nach, das restliche Ensemble ist sehr ausgewogen.
    Das Orchester könnte etwas differenzierter spielen, aber auch das fällt Anbetracht dieser GA nicht so sehr ins Gewicht.


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Na klar lieber Yorick , ich will dann aber auch was lesen ! ;)


    Hast du gelesen was Nietzsche sagte ! :beatnik:


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • 6./7.1979
    Montserrat Caballé
    Alfredo Kraus
    Matteo Manuguerra
    Agostino Ferrin
    Stefan Elenkov
    Dennis O'Neill
    Philharmonia Orchestra ,Ambrosian Opera Chorus
    Cond.Ricardo Muti


    Diese GA hat auch einen Spitzenplatz verdient, da gibt es stimmlich auch keinen Ausfall, das war jene gloriose Zeit der Caballé und sie macht das anders als Sutherland, mit etwas mehr Gefühl und wunderschönen Piani und hat in Alfredo Kraus einen ebenso sptzenmässigen Partner.


    Der Rest ist ganz ausgezeichnet. Agostino Ferrin Bass, obwohl nicht so sehr bekannt liebe ich ihn sehr in div. Aufnahmen!
    Das Orchester unter Muti gefällt mir bei den Orchestern am besten, das hat Drive!


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Na ja, das ist doch schon mal was, viel Freude beim anhören, sofern du es tust!


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Dass die Callas hier eine unbeschreibliche Leistung vollbracht hat, ist unbestritten, aber der Arturo von di Stefano ist leider nicht ganz das, was man erwarten sollte, ihm fehlen größtenteils die hohen Töne, die man für diese Partie benötigt (es war eine perfekte Rubini Rolle)



    Es gibt ja noch eine zweite Aufnahme mit der Callas mit allem Positiven wie Negativem der Mexico - Jahre. Und du hast vollkommen recht, lieber Palestrina, di Stefano, obwohl unglaublich stimmschön, ist nicht der adäquate Partner für sie in dieser Partie. Er war einfach nicht in der Lage, die Höhe entsprechend zu bilden und so klingt es oftmals ziemlich gequetscht. Zudem fehlt ihm das Singen in der Maske, die vollkommene Verblendung der Töne. Etwas, was die Callas nun wirklich konnte, so dass die stilistischen Unterschiede sehr deutlich werden. Trotzdem ist die Aufnahme ihretwegen wichtig.



    Sorry, das ist jetzt off Topic, weil nur eine Arie. Aber dieses 'Qui la voce' ist halt eine Jahrhundertaufnahme und zeigt nicht nur die grandiose Kunst der Callas, sondern eben auch die unglaubliche Schönheit Bellinischer Melodik.


  • Es gibt ja noch eine zweite Aufnahme mit der Callas mit allem Positiven wie Negativem der Mexico - Jahre. Und du hast vollkommen recht, lieber Palestrina, di Stefano, obwohl unglaublich stimmschön, ist nicht der adäquate Partner für sie in dieser Partie. Er war einfach nicht in der Lage, die Höhe entsprechend zu bilden und so klingt es oftmals ziemlich gequetscht. Zudem fehlt ihm das Singen in der Maske, die vollkommene Verblendung der Töne. Etwas, was die Callas nun wirklich konnte, so dass die stilistischen Unterschiede sehr deutlich werden. Trotzdem ist die Aufnahme ihretwegen wichtig.


    Der Callas ihre Elvira ist aber eher durchschnittlich, in Teilen gut bis sehr gut, mag vielleicht auch an dem schlechten Dirigat von Guido Picco liegen, da geht es ja auch manchesmal ganz schön durcheinander, und er hat auch noch eine ganze Menge gestrichen, auch das Ensemble ( jetzt mal abgesehen von di Stefano)ist wahrlich nicht das beste, Campolonghi ist noch ziemlich annehmbar. Eine Aufnahme für Callas Fans!

    Zitat



    Sorry, das ist jetzt off Topic, weil nur eine Arie. Aber dieses 'Qui la voce' ist halt eine Jahrhundertaufnahme und zeigt nicht nur die grandiose Kunst der Callas, sondern eben auch die unglaubliche Schönheit Bellinischer Melodik.


    Siehe hier


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong


  • Künstler: Richard van Allan, Beverly Sills, Nicolai Gedda, Louis Quilico, Heather Begg, Paul Plishka,
    London Philharmonic Orchestra, Julius Rudel
    Label: Westminster, ADD, 1973


    Rezension:
    Hermes Opernlexikon: »Mit brillanter Technik und einem gleichgestimmten Partner neben sich festigte sie (Beverly Sills) ihren Anspruch, Amerikas First Lady der Oper zu sein.«



    :wink: LT


  • Künstler: Stefania Bonfadelli, Stefano Secco, Vladimir Chernov, Michele Pertusi,
    Orchester des Teatro Massimo Bellini di Catania, Gustav Kuhn
    Label: Arte Nova, DDD, 2001


    Dieser Live-Mitschnitt aus dem Jahre 2001 dokumentiert eine herausragende Leistung von Stefania Bonfadelli, die leider nicht mehr an den Bühnen anzutreffen ist. Aber auch ihre Gesangspartner nehmen sehr für sich ein.


    :wink: LT


  • Lawrence Brownlee, Sarah Coburn, Azamat Zheltyrguzov, Tadas Girininkas, Liudas Norvaisas,

    Kaunas State Choir, Kaunas City Symphony Orchestra, Constantine Orbelian

    Label: Delos, DDD, 2020




    :wink: LT