Sinfonien: Gesamteinspielungen - Allgemeiner Thread

  • Wiener Philharmoniker, John Barbirolli, 1966/1967


    Ich bin ein großer Barbirolli Fan. Habe den Maestro 1968 noch LIVE hören können. Sein Brahms mit den Wiener Philh. kam zu spät... zu schwer... Barbirollis eigentliche Stärke: >ein singendes rythmisch prägnantes Element< fehlt leider fast ganz. Es gibt Einzelaufnahmen aus früherer Zeit (NY Phil + Halle Orch Manch), die mir wesentlich besser gefallen.


  • (P) 1978 Deutsche Grammophon 2531 131/4 (4 einzelne LPs) [155:48]
    rec. Oktober 1977 - Februar 1978 (Philharmonie, Berlin)


    Berliner Philharmoniker
    D: Herbert von Karajan


    Karajans vorletzter Brahms-Zyklus beginnt beeindruckend druckvoll und laut mit den Beginn des Kopfsatzes der 1. Symphonie. Irgendwie zeigt sich dort bereits der Weg, der folgen sollte: eine breit angelegte Interpretation, nicht ohne Differenzierung, aber auch mit breitem Pinselstrich dargeboten. Karajan schwärmt in Brahms' Musik wie in einem Daunenbett, schärft Kanten und Dissonanzen ab und läßt die Berliner mit erlesenem Geschmack zelebrieren. Hier geht es um Präsentation schöner Musik, um den Geist eines romantischen Ideals, welches so kaum existiert hat. Daß Karajan sich in handwerklicher Hinsicht nicht lumpen läßt, gehört zu seiner besonderen Qualität: der Ausdruck ist stetig, das Orchester klingt stets geschlossen und mäandert virtuos durch alle Belange hindurch. Natürlich klingt das Ganze fett und unnötig wuchtig, doch das auftretene Pathos ist immer ehrlich, nie läßt sich Karajan zu einer unlauteren Klanglichkeit hinreißen - dafür hat er Brahms einfach zu sehr gemocht. Insofern ist der Zyklus sehr überzeugend, wenn auch etwas lärmend.


    Die Klangqualität ist sehr gut: Details kommen gut heraus, der Gesamtklang warm und geschlossen. Die Dynamik ist nicht so groß, was aber wohl eher an Karajans Dirigat liegen mag.


    Fazit: mit so einem Repertoire konnte Karajan immer gut punkten. Yo... *yepp*



    jd :wink:

  • Karajan schwärmt in Brahms' Musik wie in einem Daunenbett, schärft Kanten und Dissonanzen ab und läßt die Berliner mit erlesenem Geschmack zelebrieren. Hier geht es um Präsentation schöner Musik, um den Geist eines romantischen Ideals, welches so kaum existiert hat.

    Das ist eben der Grund, warum ich den Zyklus nicht zwingend behalten wollte; zumal ich Karajans späteren noch habe und zwei Dutzend von anderen Dirigenten dazu. Aber ich freue mich sehr, dass du die Musik genießt.

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)

  • Was mich wundert: Vor ein oder zwei Jahren führte man an vier Tagen je die gleich nummerierten Sinfonien von Schumann und Brahms auf, man kann das in der DCH bestaunen; aber auf DVD-Blue-ray findet man das leider nicht.

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)

  • 499,00 € ... für Platten ... *beiss*

    Für sechs LPs.


    Den Schock hatte ich auch schon hinter mir - aber so wie das Ganze auf der Webseite klingt, wird es ohnehin ein extrem rares Teil sein. Rein Analog geschnitten mit wenig technischem Brimborium wird die sicherlich ein Sammlerstück werden. Limitierung: 1833 Stück.


    Andererseits - keine schlechte Idee, etwas Exklusives zu machen; auf sowas springen immer Sammler an. Selbst, wenn das Teil kein Renner wird, wird das wirtschaftliche Risiko nicht sehr groß sein. Ich schätze, die haben ihre Kosten heraus, wenn sie die Hälfte für Hochpreis verkauft haben.



    jd :wink:

  • 499,00 € ... für Platten ...


    499,00 € ... für Rattle ...


    :umfall: *plem*


    Was ich gegen Rattle habe? Nichts. Sein BRU9-Scherzo beeindruckt mich wie am ersten Tage ... aber man muß das vielleicht auch in Relation sehen: die neuen Masterabsolventen fangen im zarten „Alter“ von 24 Lenzen mit einem Einstiegsgehalt von knapp unter 6 Mille (nota bene: monatlich!) an ... wenn die jetzt noch klassicophil wären ... 8|

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Das ist eben die Crux, wenn wir hier im Forum über opi und omi reden - im Diskographiethread haben wir fast 70 GAs der Brahmsschen Sinfonien versammelt und es gibt sicher noch mehr; wie viele gibt es inzwischen hip und opi? Zwei oder drei? Keine Ahnung; aber das macht es eben nicht leichter.

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)