02 - Sinfonia Concertante für Violine, Viola & Cello A-Dur KV 320e (Fragment)

  • Die Entstehungszeit des vorliegende Fragments wird von der Mozartforschung naheliegender Weise in die Nähe der Sinfonia Concertante für Violine & Viola Es-Dur KV 364 (dies wird ersichtlicher, wenn man bedenkt, dass KV 364 in der noch gültigen sechsten Auflage des Köchelverzeichnisses die Nummer KV 320d erhalten hat) und somit die Jahre ~1779/1780 gerückt. Eher unwahrscheinlich ist dagegen die Vermutung von Alfred Einstein, die Skizze KV 299d bilde den Anfang zum Schlussatz der begonnenen Sinfonia Concertante - diese gehört wohl eher zu den Pariser Balettmusiken.

    Gewissheit über die genauere Einordnung des Fragments besteht also nicht. In jedem Fall ist es aber eines der schönsten unvollendeten Werke Mozarts und der Umstand, dass es Fragment geblieben ist, ist sehr bedauerlich! - Es gab allerdings ein paar Rekonstruktionsversuche. Der älteste davon stammt von Otto Bach aus dem Jahr 1870. Danach folgten unter anderem Vervollständigungen von Philip Wilby (der auch Mozarts ebenfalls wunderbares Fragment eines Konzertes für Klavier und Violine D-Dur KV 315f mit der von ihm orchestrierten Violinsonate D-Dur KV306 vervollständigt hat) und Robert Levin (der ebenfalls verschiedene andere Werke von Mozart ergänzt hat, wie das Requiem KV 626 und die Messe c-moll KV 427).

    In der Mozart Complete Edition von Philips ist im Volume 2 der Violinkonzerte die Fassung von Philip Wilby eingespielt worden:

    Heute habe ich zufällig eine andere Variante als Einspielung entdeckt. Allerdings verrät nicht einmal das Booklet, welche Fassung hier vorliegt. Ich vermute daher fast, dass es die alte Fassung von Otto Bach ist:

    :wink:

    "erhaben, schön, alles was sie wollen – allein – zu übertrieben schwülstig für meine feinen ohren"
    W. A. Mozart (28.12.1782)

    • Offizieller Beitrag

    Aber eine Aufnahme von Levins Fassung ist wohl nicht verfügbar? Ich kenne und goutiere Wilbys Version (wenn es sie auch leider nicht mit echten Instrumenten gibt).

  • Ein paar Ergänzungen:

    - In der 1. Auflage des Köchel-Verzeichnisses (1862) war es als KV Anh. 104 gelistet.

    - Die Rekonstruktion von Robert D. Levin stammt aus dem Jahr 1969.

    - Die Einspielung der Wilby-Rekonstruktion wurde im Juni 1989 aufgenommen (Iona Brown, Nobuko Imai, Stephen Orton, Academy of St. Martin in the Fields, D: Iona Brown) und erschien 1991.

    - Die Tennstedt-Einspielung stammt von Mitte der 1970er Jahre.

    -----

    Andere Einspielung:

    Mi5qcGVn.jpeg

    (P) 1993 Channel Classics CCS 3992 [66:37]
    rec. 03/1991 (Amsterdam, Niederlande), EAN: 723385399223

    KV 320e:
    Vera Beths (Violine)
    Anner Bylsma (Violoncello)
    Jürgen Kußmaul (Viola)
    Amsterdam Mozart Players

    • Sinfonia concertante in A-Dur KV Anh. 104 (320e)
    • Sinfonia concertante in Es-Dur KV 364 (320d)
    • Concertone in C-Dur KV 190 (166b/186e)


    Welche Rekonstruktion gespielt wird, habe ich nicht herausgefunden.


    jd :wink:

    Unser *opi* nahm *opi*-um - Bumms! fiel unser *opi* um.

  • Welche Rekonstruktion gespielt wird, habe ich nicht herausgefunden.


    Die Amster Mozart Players spielen ebenfalls die Fassung von Philip Wilby.

    Wenn die Tennstedt Aufnahme aus der Mitte der Siebziger Jahre ist und die Levin Fassung von 1969 stammt, könnte es sich natürlich auch um diese handeln. Jedenfalls dürfte die Fassung von Levin nicht schlecht sein.

    "erhaben, schön, alles was sie wollen – allein – zu übertrieben schwülstig für meine feinen ohren"
    W. A. Mozart (28.12.1782)

    • Offizieller Beitrag

    Mozart: Sinfonia concertante A-Dur KV 320e

    Haydn: Cellokonzerte Hob. VIIb:1 und VIIb:2
    Porpora: Largo aus Cellokonzert G-Dur; Arie „Giusto amor tu che m'accendi“ aus Gli orti esperidi
    Gluck: Danse des ombres heureuses aus Orphée et Eurydice

    Christian-Pierre La Marca, Violoncello
    Julien Chauvin, Violine
    Philippe Jaroussky, Countertenor