06 - Vesperkompositionen und Litaneien

  • Zwar ist Biber in erster Linie eher wegen seiner Intrumentalmusik geliebt, genießen mitunter auch seine Messen steigender Beliebtheit. Seine Vesperkompositionen stehen leider aber immer noch im Hintergrund. Unter Vesperkompositionen sind seine Vetonungen der Psalmen und des Magnificats zu verstehen. Das Chafe-Verzeichnis listet folgende Werke:


    in Manuskript:


    C 9 Laetatus sum a 7 (für zwei Solo Bässe, Solovioline, 3 Violen, Orgel/Violone-Continuo)
    C 10 Nisi Dominus (für Bass, Solovioline, Orgel/Violone-Continuo)


    Vesperae a 32
    C 11 Dixit Dominus
    C 12 Magnificat
    (für zwei vierstimmigen Chöre und Solisten, 2 Violinen, 2 Violen, 4 Clarini, Timpani, 2 Kornetten, 3 Posaunen, Orgel/Violone-Continuo)


    C 44 Litania de Sancto Josepho a 20


    gedruckt:


    Vesperae Longiores ac Breviores Unacum Litaniis Lauretanis (Salzburg, 1693)


    Psalmi Longiores
    C 13 Dixit Dominus
    C 14 Confitebor
    C 15 Beatus vir
    C 16 Laudate pueri, Dominum
    C 17 Laudate Dominum
    C 18 Magnificat


    Psalmi de B. M. Virgine
    C 19 Dixit Dominus
    C 20 Laudate pueri, Dominum
    C 21 Laetatus sum
    C 22 Nisi Dominus
    C 23 Lauda Jerusalem
    C 24 Magnificat


    Psalmi Breviores
    C 25 Dixit Dominus


    C 26 Confitebor
    C 27 Beatus vir
    C 28 Laudate pueri, Dominum
    C 29 Laudate Dominum


    C 30 Laudate pueri, Dominum
    C 31 Laetatus sum
    C 32 Nisi Dominus
    C 33 Lauda Jerusalem


    C 34 Magnificat


    Psalmi (Longiores) per Annum Necessarii
    C 35 Credidi
    C 36 In convertendo
    C 37 Domine probasti me
    C 38 De profundis
    C 39 Memento
    C 40 Beati omnes
    C 41 In exitu Israel


    C 42 Litaniae Lauretanae


    (alle für vierstimmigen Chor mit Solisten, 2 Violinen, 2 Violen, 3 Posaunen (colla parte) ad libitum, Orgel/Violone-Continuo)


    Nummern C 13-18 und C 19-24 ergeben komplette Vespern (erste für die meisten hohen Festtage - so auch für die Sonntage - man könnte sie auch "Vesperae de Dominica" nennen, zweite für Marienfeste), Nummern C 25-34 ergeben zwei komplette Vespern mit den selben Psalmtexten, in einer schlichteren Vertonung (also für allgemeine Festtage C 25-29, 34, für Marienfeste C 25, 30-34), unter den Nummern C 35-42 sind Psalmenkompositionen, die mit den Psalmen der ersten beiden Gruppen kombiniert für die verschiedensten Festtage liturgisch verwendbar sind.


    LG
    Tamás
    :wink:

    Alle Wege führen zum Bach,
    .................................... wo der kleine Biber lebt!


  • Die Vesperae a 32 mit dem Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman



    Die Vesperae a 32, das Laetatus sum a 7 C 9 und das Nisi Dominus C 10, zu einer kompletten Vesper mit C 30 und C 33 aus den Vesperae Longiores ac Brevores ergänzt. Dazu noch die Litaniae Lauretanae C 42 aus der selben Sammlung. Es spielt die Capella Ducale und die Musica Fiata unter Roland Wilson.



    Das Laetatus sum a 7 C 9 und das Nisi Dominus C 10 mit Richard Wistreich, Peter Harvey und dem Purcell Quartet



    Die Josephslitanei mit Cantus Cölln unter Konrad Junghänel.



    Die Psalmi longiores C 13-18 aus Vesperae Longiores ac Breviores in einem live-Mitschnitt der Aufführung durch die Yale Schola Cantorum mit den Yale Collegium Players (geführt von Robert Meally), Gesamtleitung: Simon Carrington.



    Die Psalmi de B. M. Virgine C 19-24 aus Vesperae Longiores ac Breviores in der hervorragenden und beispielhaften Darbietung des Salzburger Bachchors und Barockensembles unter Howard Arman.


    Von den Psalmi breivores C 25-34 wurden bisher nur die beiden Psalmen Laudate pueri C 30 und Lauda Jerusalem C 33 auf der oben gezeigten CD mit Roland Wilson eingespielt.


    Die Psalmi per Annum Necessarii C 35-41 gibt es meines Wissens noch auf keiner CD zu finden.


    LG
    Tamás
    :wink:

    Alle Wege führen zum Bach,
    .................................... wo der kleine Biber lebt!

  • Guten Abend


    Bibers Vesperkompositionen Dixit Dominus ( C 19 ), Laudate Pueri ( C 20 ) und Litanei Lauretanae ( C 42 ) aus der " Vesperae Longiores ac breviores unsa cum litaniis Lauretanis" wurden vom Collegium Vocale Salzburg, der Musica Sacraprofana, dem Trompetenkonsort Innsbruck und dem Marini Consort auf diesem Livemitschnitt



    von 2001 solide und schnörkellos mit Liebe zum Detail eingespielt.



    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

    «Es ist wurscht, ob das jemand versteht, aber es muss gesagt werden» (Samuel Beckett)


  • Wie ich eben entdeckt habe, sind die beiden Psalmen Laudate pueri und Lauda Jerusalem auf der CD der Capella Ducale und der Musica Fiata aus den "Psalmi breviores" gewählt. Der - partiellen - Biber-Diskographie von Dr. James Clements, an die ich mich bisher orientiert habe, fehlt hier in der Angabe der Chafe-Nummern; bisher hatte ich angenommen, es gäbe keine Aufnahme dieser kürzesten Psalmkompositionen. Jetzt, wo ich die CD neu gehört habe, ist mir aufgefallen, dass hier nicht die Psalmen zu hören sind, wie auf der Arman-Aufnahme. Schnell gefolgert kam ich dann drauf, dass diese kaum anderhalb-minütige Stücke (nach Angabe des Booklets jeweils nur 32 bzw. 40 Takte lang) zu der Marienvesper der "breviores" Psalmen gehören (C 30 bzw. C 33). In diesem Sinne habe ich oben die Diskographie berichtigt.


    Erstaunlich, dass es Biber gelingt trotz solcher Kürze musikalisch durchaus ansprechende, kontrapunktisch überhaupt nicht simple Sätze zu schreiben. Eine Gesamtaufnahme der Vespersammlung - ein Spätwerk des Meisters! - ist durchaus wünschenswert! Hoffentlich wird jemand meine Gebete endlich erhören und sich dieser Schätze widmen.


    LG
    Tamás
    :wink:

    Alle Wege führen zum Bach,
    .................................... wo der kleine Biber lebt!

    • Offizieller Beitrag

    Arman, 1985

    +Sonaten Nr. 8 & 9

    Amps, Robson, Rosner, Hartinger, Salzburger Bach-Chor & Barockensemble, Arman


    Interessantes Werk, mit richtigen Anleihen an die Gregoriank; hätte ich blind gehört nicht Bibern zugeordnet. Aber vom Hocker haben mich weder Ensemble noch Klangqualität gehauen.


    P.S. Warum die Sonaten als Rahmung? Und dann trotzdem nur 40 Minuten Laufzeit!