Zwischen Spätromantik und Moderne - die vergessenen Meister zwischen Schönberg und Strauss


  • Kannst Du das etwas präzisieren? Inwieweit nicht gerecht werden konnte?

    Na ja, ich glaube nicht daran; dass allein die Bläser, die in beiden Beispielen schon dominant das Hörbild beherrschen, eine sinfonische Struktur tragen können, zumindest in meinem Bewusstsein. Wenn man schon den Streichern so wenig traut, dann sollte man wie Bartok auf ausgefallene Rhythmik setzen oder wie die 2. Wiener Schule noch ganz andere Wege gehen. Aber mir wird langsam klar, warum schon Pfitzner, Hindemith oder Hartmann es schwerhatten. Und warum Bruckner, Mahler, Sibelius, Schostakowitsch so erfolgreich waren.

    "Wir Asketen hingegen kaufen nie mehr Musik als man bei Tag und Nacht-Beschallung in 50 Jahren hören könnte und nie mehr Bücher als man bei einer mittleren Lebenserwartung von 287 Jahren lesen wird..." (Oolong)

  • Na ja, ich glaube nicht daran; dass allein die Bläser, die in beiden Beispielen schon dominant das Hörbild beherrschen, eine sinfonische Struktur tragen können, zumindest in meinem Bewusstsein. Wenn man schon den Streichern so wenig traut, dann sollte man wie Bartok auf ausgefallene Rhythmik setzen oder wie die 2. Wiener Schule noch ganz andere Wege gehen. Aber mir wird langsam klar, warum schon Pfitzner, Hindemith oder Hartmann es schwerhatten. Und warum Bruckner, Mahler, Sibelius, Schostakowitsch so erfolgreich waren.


    Ich verstehe Dich leider immer noch nicht.
    Ich kann mit "nicht vertrauen" nichts anfangen; für mich ist das einfach ein anderes symphonisches Verständnis.
    Und ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass Bläser eine symphonische Struktur tragen können. Ich kann Deiner Argumentation einfach nicht folgen.
    Wann trägt man denn eine symphonische Struktur? Und warum können das Bläser nicht? Was fehlt ihnen?

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Da kann ich dir auch nicht weiterhelfen, aber ein Blick auf die Geschichte der Gattung sollte zunächst nützen, um meine Hörgewohnheiten zu verstehen.

    "Wir Asketen hingegen kaufen nie mehr Musik als man bei Tag und Nacht-Beschallung in 50 Jahren hören könnte und nie mehr Bücher als man bei einer mittleren Lebenserwartung von 287 Jahren lesen wird..." (Oolong)

  • Da ich gerade Richard Wetz höre und Ture Rangström, verdichtet sich für mich der Verdacht, dass die Buben im Gegensatz zu Bruckner und Mahler oder auch Sibelius und noch später Schostakowitsch den Streichern misstrauten und dem Bläserapparat eine werkkonstituierende Verantwortung aufbürdeten, dem jener unmöglich gerecht werden konnte.

    Wer wurde wem nicht gerecht?
    Edit: Wurde schon diskutiert. Ich schließe mich Travinius an. Zumal bei Wetz die Bläser nicht so im Vordergrund stehen, denke ich.

  • Sieht so die Konversation der Zukunft hier aus? Jemand äußert einen Gedanken, der ihm beim Hören kam; vielleicht auch in Form einer Hypothese; und andere verstehen dessen Aussage nicht oder wollen sie nicht verstehen, um hernach ihre ablehnende oder gegenteilige Position zu bekunden, ohne ins Detail zu gehen? 8-)


    Ich hoffe nicht.

    "Wir Asketen hingegen kaufen nie mehr Musik als man bei Tag und Nacht-Beschallung in 50 Jahren hören könnte und nie mehr Bücher als man bei einer mittleren Lebenserwartung von 287 Jahren lesen wird..." (Oolong)

  • Sieht so die Konversation der Zukunft hier aus? Jemand äußert einen Gedanken, der ihm beim Hören kam; vielleicht auch in Form einer Hypothese; und andere verstehen dessen Aussage nicht oder wollen sie nicht verstehen, um hernach ihre ablehnende oder gegenteilige Position zu bekunden, ohne ins Detail zu gehen? 8-)


    Ich hoffe nicht.


    Nein, ich habe Deine These nur einfach nicht verstanden.
    Ganz ohne Hintergedanken.
    Deshalb kann ich da auch nicht detaillierter drauf eingehen.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Mein Eindruck:
    Rangström konnte mit dem Orchester toll umgehen. Dass seine Stücke formell nicht viel mit Sinfonien zu tun haben, muss man nicht kritisieren.
    Wetz bleibt mehr bei der sinfonischen Form, aber irgendwie verläppert alles, die Form hält die Sätze nich tzusammen.


    Probleme wegen "zu viel Bläser" sind mir noch nicht aufgefallen.

  • Ralph Vaughan Williams gehört wohl auch in diesen Thread:

    Einordnen würde ich die Werke zwischen Spätromantik eines Brahms/Bruckner bis hin zum Neoklassizismus eines Strawinski - was also heißt, daß RVW stets recht konservativ blieb, aber dennoch neuere Anregungen aufnahm, soweit er dies akzeptieren konnte. Dadurch wirkt seine Musik älter als sie eigentlich ist.

    "Wir Asketen hingegen kaufen nie mehr Musik als man bei Tag und Nacht-Beschallung in 50 Jahren hören könnte und nie mehr Bücher als man bei einer mittleren Lebenserwartung von 287 Jahren lesen wird..." (Oolong)


  • Siegmund von Hausegger

    Natursymphonie


    WDR Rundfunkchor Köln

    WDR Sinfonieorchester Köln

    Ari Rasilainen

    2005



    Siegmund von Hausegger

    Symphonische Dichtung "Barbarossa"

    +3 Hymnen für Bariton & Orchester


    Hans Christoph Begemann

    Norrköping Symphony Orchestra

    Antony Hermus

    2011




    Siegmund von Hausegger

    Symphonische Variationen über ein Kinderlied "Aufklänge"

    +Symphonische Dichtung "Wieland der Schmied"; Symphonische Dichtung "Dionysische Phantasie"


    Bamberger Symphoniker

    Antony Hermus

    2013/2014


    Ein Paradebeispiel für diesen Thread!

    "Wir Asketen hingegen kaufen nie mehr Musik als man bei Tag und Nacht-Beschallung in 50 Jahren hören könnte und nie mehr Bücher als man bei einer mittleren Lebenserwartung von 287 Jahren lesen wird..." (Oolong)