01 - Le Quattro Stagioni: Einspielungen (omi)

  • Ich habe noch diese:



    Es steht nicht auf dem Cover, wer der Solist ist, aber das Cover stammt von der britischen LP-Erstausgabe:


    (P) 1951 Decca LXT 2600 [42:30]
    rec. März 1951 (Viktoriahalle, Genf) mono


    Reinhold Barchet (Violine)
    Stuttgarter Kammerorchester
    D: Karl Münchinger


    Das war Münchingers erste Einspielung der vier Jahreszeiten (von insgesamt drei) und gehört zu den ältesten Aufnahmen überhaupt. Davor ist nur noch Campoli (ca. 1939), Molinari (1942) und Kaufman (1948) zu nennen; Mischakoff/Cantelli (1951) folgte kurz danach. Es ist eine eher betuliche Aufnahme: überartikulierte Rhythmik, Tempi wie ein Metronom, übervorsichtig gespielt. Über weite Strecken klingen die Konzerte sehr brav und ein bißchen nach Easy Listening. Dabei spielt Berchet sehr gut, und handwerklich ist auch nichts an den Stuttgartern auszusetzen. Aber mir ist das Ganze einfach zu langweilig dargeboten.


    Dann kommt leider hinzu, daß dies leider keine reguläre Veröffentlichung ist. Die Aufnahmen sind ganz klar von einer LP gezogen worden, wenn es auch sehr gut überspielt und solide nachbearbeitet wurde. Es ist in den leisen Stellen das Hintergrundgeräusch des Plattentellers mitzubekommen, und der Frequenzgang ist etwas mau (dünner Baß, flaue Höhen), dafür sind keinerlei Knackser oder unpräzises Pitching zu hören. Klanglich akzeptabel, aber ausbaufähig.


    Die Decca hat diese Aufnahmen nie selber als CD herausgebracht - somit muß man das so hinnehmen, wenn man diese Aufnahmen hören will. Historisch sicherlich von gewissem Wert, aber außer Hardcore-Fans von Vivaldi, Berchet oder Münchinger würde ich diese Einspielung niemandem empfehlen. Okay... :-|


    PS:
    Es gibt eine Download-Ausgabe von Pristine Classical: PASC017. Die wird klanglich bestimmt besser sein.



    jd :wink:

  • Vielleicht meine erste MC überhaupt als Kind. Mal sehen, ob ich das Cover irgendwo finde. Es gibt wohl noch eine Aufnahme mit I Musici.


    Die LP hier hatte ich nicht, muss aber die gleiche Aufnahme sein.


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    "Die Geschichte ist der beste Lehrmeister mit den unaufmerksamsten Schülern." Indira Gandhi

  • Es gibt ja auch noch eine Südhalbkugel!



    Heftig, wild, zupackend und Piazzolla ist der Geheimtipp!



    eine der besten Einspielungen dieses Zyklus, die ich kenne, wobei zu bemerken ist dass nach jedem Vivaldikonzert ein Pizzolla-Stück kommt und so gleichsam etwas völlig neues dabei raus kommt.


    Siegfried
    :jubel:

  • der Frequenzgang ist etwas mau (dünner Baß, flaue Höhen), dafür sind keinerlei Knackser oder unpräzises Pitching zu hören. Klanglich akzeptabel, aber ausbaufähig.

    Ich habe mit Kopfhörern nachgehört: vielleicht habe ich da etwas zuviel bemängelt. Die LP ist sehr gut erhalten gewesen und hat ein gutes Klangsprekturm aufzuweisen. Viel besser würden die Originalbänder wohl auch nicht klingen. Die Höhen sind natürlich etwas matt, aber nicht so beschnitten, daß nur Klangsoße herauskommt; der Baß ist eigentlich nicht dünner als bei Aufnahmen aus der gleichen Zeit. Somit: Klanglich gut... :)


    Aber die Betulichkeit nehme ich nicht zurück... :D



    jd :wink:


  • (P) 1999 Deutsche Grammophon 463 259-2 [45:29]
    rec. Mai 1999 (Konzerthalle Tivoli, Kopenhagen)


    Trondheim Soloists
    Anne-Sophie Mutter (Violine & D)


    Der Einspielung von 1984 kann ich ja noch was abgewinnen, zumal es meine erste war und für lange Zeit auch blieb, doch hier zeigt Anne-Sophie Mutter, wie man es nicht machen sollte: zu langsames Tempo, keine Variabilität im Duktus, wenig Sinn für die Wechselwirkung Solo - Tutti, ein Nichts an Affekten (selbst nach modernen Maßstäben nicht!) und eine uninspirierte Lustlosigkeit im Orchesterspiel. Da hilft technische Präzision und handwerkliche Brillanz, die tatsächlich gegeben ist, nicht darüber hinweg, daß die Interpretation keine Empathie entwickelt. Das ist kalte Distanz in ihrer traurigsten Form.


    Keine Empfehlung von mir... :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown:


  • Eine weitere Einspielung von Vivaldis vier Jahreszeiten in Kombination mit denen von Piazzolla, nur dass hier die beiden Zyklen nicht gemischt sind.
    Trotzdem dass Liv Migdal diese Konzerte mit Temperament und Vehemenz angeht, erreicht sie nicht das Niveau von Kremer, auch wenn sie ihm sehr nahe kommt. Daran ändert auch nichts, dass das Kammerorchester Berlin nur 12köpfig antritt, derweil die Kremerata 24 Spieler umfasst; letztere spielt einfach einen Deut akzentuierter, schroffer, härter.


    Das wird aber alles wieder wettgemacht durch ein Foto hinterm Booklet, auf dem Liv Migdal ihre ganz und gar wohlgereformte Rückseite zur Schau stellt und einem so als die Violinistin mit diesem wirklich hübschen ... in Erinnerung bleibt. *hide*


    Aber das Bessere ist des Guten Feind und das noch Bessere des Besseren: wenn man einen wirklich heißen Vivaldi und auch Piazzolla hören will, muss man zu Harald Oelers Arrangement für Violine und Akordeon mit Sinn Yang, Violine, und dem Arrangeur persönlicham Akordeon greifen:



    Da es sich dabei um ein zeitgenössisches Arrangement mit dem Titel 8 Jahreszeiten handelt, das auch Piazzolla mit einbezieht, sollte diese Aufnahme auch für Anhänger von HIP und OPI kein Problem darstellen .


    Siegfried




  • CD 1


    Hieraus:



    Antonio Vivaldi

    Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten).


    1 La primavera – Der Frühling, Op. 8, RV 269

    2 L’estate – Der Sommer, Op. 8, RV 315

    3 L’autunno – Der Herbst, Op. 8, RV 293

    4 L’inverno – Der Winter, Op. 8, RV 297


    Anne-Sophie Mutter

    Berliner Philharmoniker

    Herbert von Karajan

    1984


    JD lobt die Aufnahme hier sogar; ich kann mit dem fetten Sound leider nichts mehr anfangen.

    "Die Geschichte ist der beste Lehrmeister mit den unaufmerksamsten Schülern." Indira Gandhi


  • Antonio Vivaldi

    Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten"


    Nigel Kennedy

    English Chamber Orchestra

    Nigel Kennedy

    1986




    Antonio Vivaldi

    Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten"


    Nigel Kennedy

    Berliner Philharmoniker

    Nigel Kennedy

    2002


    Gibt es hier signifikante Unterschiede? Das hier als Bearbeitung ist sicher lässlich:


    "Die Geschichte ist der beste Lehrmeister mit den unaufmerksamsten Schülern." Indira Gandhi