Musik für Tasteninstrumente in der Renaissance

  • Eine weitere Einspielung - zugegebenermaßen ein Grenzfall:


    Liuwe Tamminga (2011)


    "Il ballo di Mantova"

    Orgelmusik in Santa Barbara, Mantua


    (P) 2011 Accent ACC 24225 [73:18]

    rec. November 2008 (Basilica palatina di Santa Barbara, Mantua)


    Liuwe Tamminga

    [Orgel: Graziadio Antegnati (1565)]

    Disposition: 1 Manual (57 Tasten: C1 - f5, kurze Oktave), Pedal (18 Töne: C1 - A, kurze Oktave), 12 Register, mitteltönige Stimmung, a' = 462 Hz

    *Fabio Tricomi (Violine)


    Inhalt:

    Anonymus

    • Hatikvah
    • Baraban
    • Ballo di Mantova (Variationen 1-2)
    • Ballo di Mantova
    • Ballo di Mantova (Variationen 1-4)
    • Hatikvah (andere Registrierung)

    Giovanni Battista Ferrini (um 1601-1674)

    • Ballo di Mantova (Variationen 1-3)

    Girolamo Cavazzoni (um 1520-1577)

    • Hymnus: Ave Maris Stella
    • Canzon sopra Il est bel et bon
    • Recercar primo
    • Canzon sopra Faute d'argent
    • Hymnus: Christe Redemptor omnium

    Jacques der Wert (1535-1596)

    • Ricercar (sopra la sol fa re mi)

    Jacques Brumel (um 1490-1564)

    • Ricercar (sopra Ave Maris Stella)
    • Ricercata

    Bernardino Roncaglia (1614-1692)

    • Mantovana (Variationen 1-6)

    Amante Franzoni (um 1575-1630)

    • Canzon francese à 4 per l'Epistola La Gonzaga

    Germano Pallavicino (um 1545-1610)

    • La Gonzaga (Toccata)

    Ottavio Bargnani (um 1570-um 1627)

    • Canzon I à 4 La Gonzaga
    • Canzon XVI à 5 sopra la Monica

    nach Maria Grillini

    • Barabén für Violine & Orgel*

    nach Melchiade Benni

    • Ballo di Mantova für Violine solo*

    Girolamo Frescobaldi (1583-1643)

    • Partite sopra la Monica
    • Toccata XII


    Auf dieser CD sind zwei Dutzend Stücke von Komponisten, die am Gonzager Hof in Mantua tätig waren: Cavazzoni z.B. war damals Organist und hatte sich für den Bau des Instruments eingesetzt, Franzoni und Bargnani waren ebenfalls Organisten. Zudem ist mit dem Ballo di Mantova ein damals in der Stadt entstandenes Lied vorhanden, auf denen einige Orgel-Variationen komponiert wurden - sechs davon wurden hier eingespielt. Insgesamt umfaßt der zeitlichen Rahmen gut 150 Jahre (von ca. 1520 bis ca. 1670).


    Im Grunde bekommt man einen Einblick, wie diese Stücke im 17. Jahrhundert geklungen haben könnten. Cavazzoni war damals bereits tot, seine Musik wurde allmählich durch neuere Werke von Franzoni oder Frescobaldi verdrängt. Die zwei Ricercari von Jacques Brumel stehen chronologisch am Anfang und werden durch das Prinzipal-Register bestimmt; die Stücke Cavazzonis verwenden selten mehr als vier Register. Bei Franzoni und Bargnani öffnet sich die schmale Klanglichkeit zu einem flächigen Klang, bei dem man das Prinzipal auch mal außen vor läßt. Das setzt sich dann mit Frescobaldi und Ferrini fort, die zwar nicht mehr Klangvolumen erzeugen, dafür aber eine stilistische Breite erzielen, die vor ihnen kaum hörbar war.


    Die Orgel ist übrigens im Laufe der Jahrhunderte viele Male überarbeitet worden, konnte aber bei der letzten Restauration (1995-2006) von Giorgio Carli wieder weitesgehend auf einen frühen Zustand (17. Jahrhundert) zurückgesetzt werden. Man hört das Klappern der Ventile, doch ist die technische Verfassung ansonsten ausgezeichnet. Ohnehin hat diese Orgel sogar 14 Tasten pro Oktave, weil die Noten dis/es und gis/as gesplittet wurden; somit lassen sich deutlich mehr Tonarten realisieren als sonst (damals im 16. Jahrhundert ein Novum).


    Die CD erweist sich als wichtiges Dokument einer Orgel, die noch in der Renaissance entstand und somit das gesamte frühe Repertoire realisieren kann; tatsächlich erweist es sich nicht als stilistischer Bruch, wenn Werke des 17. Jahrhunderts dazukommen - sie blieb immerhin bis ins 18. Jahrhundert in Gebrauch und wurde zum Glück nie ersetzt, so daß wir heute eine praktisch vollständige alte Bausubstanz haben.


    Echte Empfehlung... *yepp**yepp**yepp**yepp*

  • Deio hatte die CD bereits gepostet, und ich habe sie mir inzwischen besorgt:



    Conrad Paumann und sein Umkreis

    Gotische Orgelmusik von 1380-1511

    (P) 2010 Cornetto COR 10014 [62:04]

    rec. 08. Juni 2010 (Grote Kerk Oosthuizen, Niederlande)


    Raimund Schächer

    [Orgel: unbekannt (16. Jahrhundert)] auch hier

    Disposition: 1 Manual (38 Tasten, FGA-g''/a''); 7 Register [Bourdon 16', Prestant 8', Octaaf 4' (im Diskant doppelt besetzt), Quinte 3', Woudfluit 2', Sexquialter II (Diskant ab c'), Mixtur II-III]; Stimmung: mitteltönig (a' = 465 Hz)


    Die Orgel zählt zu den ältesten Instrumenten weltweit: bereits 1521 (zur Fertigstellung der Grote Kerk) wird wohl ein Instrument aufgestellt worden sein; für 1548 ist es sicher nachgewiesen, daß es eine Orgel in der Kirche gab. Das jetzige Instrument hat jedoch eine Disposition, die erst seit ca. 1670 nachweisbar ist: Pieter Backer hatte damals der Orgel ein neues Register zugefügt (Sexquialter) und große Teile des alten Pfeifenmaterials und des Gehäuses neu verwendet; nur ist nicht klar, ob alles ältere aus der früheren Oosthuizener Orgel stammt oder auch von anderen gleichaltrigen Orgeln. Jedenfalls läßt sich der Umfang der Klaviatur sowie Bauweise der alten Pfeifen und des Gehäuses auf ein Alter zu Ende des 15. und Beginn des 16. Jahrhunderts eingrenzen. Nach der letzten Restauration 2002-2003 erklingt die Orgel wieder frisch und frei.


    Das Repertoire entstammt einer Epoche, die zeitlich noch vor dem frühesten Bau der Oosthuizener Orgel liegt: als Basis dient das Wirken Conrad Paumanns (c1410-1473), der sicherlich als die tragendste Musikerpersönlichkeit Süddeutschlands im 15. Jahrhundert gilt. Sein Fundamentum organisandi von 1452 ist eine Lehrschrift, die alle damals gängigen Praktikten des mittelalerlichen Orgelspiels vermittelt - in Form von kurzen Stücken, die als Basis für die improvisierte Praxis im täglichen Gebrauch dienen. In diesem Umkreis - Nürnberg um 1450 - wird die Entstehung des Lochamer-Liederbuchs verortet, welches neben Paumanns Orgelspiellehre weitere Orgelstücke enthält; die andere große Quelle aus dem 15. Jahrhundert - das Buxheimer Orgelbuch - weist ebenfalls Paumanns Fundamentum auf sowie viele Intabulierungen weltlicher Chansons.


    Fundamentum organisandi (1452):

    Conrad Paumann

    • Redeuntes
    • Titelloses Stück

    Lochamer-Liederbuch (um 1460):

    • Magnificat sexti toni
    • En avois
    • Wach auff mein hort der leucht dorther
    • Mit ganczem Willen wünsch ich dir
    • O clemens
    • Kes Klaffers neyden
    • Ellend du hast
    • Benedicte almechtiger got
    • Domit ein gut Jare
    • Mein Hercz in hohen freuden
    • Con lagrime
    • Wilhelmus Legrant
    • Paumgartner
    • Praeambulum super f
    • Praeambulum super fa
    • Praeambulum super re

    Staatsbibliothek Hamburg ND VI 3225 (1457):

    • Magnificat octavi toni

    Staatsbibliothek München Cod.lat. 5963 (um 1440):

    • Magnificat octavi toni quartuor notarum

    Staatsbiblliothek Breslau IF 687 (um 1450):

    • Mit ganczem Willen
    • Der Winter der wil weychen
    • Incipit bonus tenor Leohardi

    Bodleian Library Oxford D. MS 381 (um 1380):

    • Felix namque

    Nationalbibliothek Wien Cod. 3617 (um 1400):

    • Kyrie

    Predigtsammlung des Ludolf Wilkin (1431):

    • Wol up ghesellen yst an der tyet
    • Summum Sanctus
    • frysicum

    Codex St. Emmeram (um 1430):

    Hermann Erdelauer

    • 3 titellose Stücke

    Urbanus Kungsprung

    • Kyrie magnae Deus potentiae

    Buxheimer Orgelbuch (um 1470):

    • Christ ist erstanden
    • Christus surrexit
    • Christus surrexit
    • Christus surrexit

    Conrad Paumann

    • Ich beger nit mer
    • Bekenne myn klag
    • Jeloymors

    Oldenburg Cim I 39 (1445):

    Ludolf Bödeker

    • Praeambulum
    • Credo

    Musica getutscht (1511):

    Sebastian Virdung

    • O heilige unbefleckte zart innige Jungfrau Maria

    Trienter Tabulatur (um 1500):

    • Praeambulum in re


    Die ältesten Stücke entstammen noch dem Ende des 14. Jahrhunderts: Felix namque und das folgende Kyrie haben jenen Hoquetus-beeinflußten Klang der Ars subtilior mit ihrem recht kleinen Ambitus und einer Organum-ähnlichen Stimmführung. Die Stücke der Wilkin-Sammlung und des Codex St. Emmeram sind stilistisch noch nicht weit davon entfernt einzuordnen, erhöhen aber den Ambitus und unterbinden zunehmend das gesangliche Vorbild der früheren Epoche.


    Die Stücke ab 1450 dagegen zeigen einen anderen Charakter: ihre Behandlung der Themen wird freier und formenspezifischer, speziell die Orgelbearbeitungen des Lochamer-Liederbuchs haben eine große Vielfalt in ihren Stimmführungen aufzuweisen. Lange Haltetöne im Baß sind kaum vorhanden, die Oberstimmen agieren tonal nicht mehr so eng. Die Sätze aus den Buxheimer Orgelbuch nehmen schon fast den Charakter der späteren Generationen vorweg: hier ist nicht nur Stimmführung, sondern auch Registrierung ein wichtiges Merkmal, denn baulich war die Orgel schon längst nicht mehr ein Instrument mit Blockwerk und Pfeifen mit gleichgroßer Mensur oben drauf.


    Am Ende stehen die Trienter Tabulatur und Sebastian Virdungs Musica getutscht: man ist ganz im 16. Jahrhundert angekommen, hat eine sichere Klangsprache entwickelt und die Orgel als eigenständiges Instrument entdeckt. Ein Andrea Antico hat weitesgehend den gleichen Stand erreicht, und es wird noch vielversprechend weitergehen...


    Was mich speziell an diesem Repertoire fasziniert, ist die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, ohne dabei das bisher Erreichte aufzugeben - der klassische Beginn einer Emanzipation. Einerseits verändert sich die Harmonik deutlich weg von reiner Modalität zu einer durfreundlichen Klanglichkeit, andererseits wird die Behandlung des thematischen Materials freier umgesetzt, zumal viele frühe Stücke noch einen eher "akademischen" Charakter haben, weil sie zu Übungs- oder Lehrzwecken verfaßt wurden. Im Fundamentum organisandi ist der Aspekt der Lehre ein wichtiges Element: Verzierungen werden ausgeschrieben, Improvisationsmodelle werden präsentiert, Kadenzen werden erläutert. Was Paumann und seine Kollegen und Schüler um 1450 in Nürnberg lehrten, war ein wichtiger Impuls für die Zukunft und schwemmte die vorherige Tradition komplett hinweg. Paumann war sicherlich auch orgelbautechnisch weitesgehend auf dem damals modernsten Stand, denn viele seiner Stücke benötigen die Orgeln, wie sie ab 1430 gebaut wurden. Immerhin sind heute noch einige Instrumente aus dieser Zeit vorhanden.


    So ist die Wahl des Instruments, die Raimund Schächer vorgenommen hat, nicht ganz unpassend. Die Orgel gibt jede Stimme im Satz klar wieder und erreicht immerhin eine beachtliche Größe, wenn sie tutti spielt. Dabei gibt sie auch die gelegentliche Schieflage der mitteltönigen Stimmung wieder, wenn manche Töne doch nicht ganz zueinander passen. Früher war es halt eine Kunst, Disharmonien zu umspielen.


    Klanglich ist die Orgel nah und detailreich eingefangen worden, mit jeder Menge dynamischer Kraft und transparenter Detailliertheit.


    Fazit: es gibt nur sehr wenige CDs mit solch einem Repertoire; umso mehr freut es mich, daß diese hier ein lohnenswertes Unterfangen geworden ist. Klasse...*yepp**yepp**yepp**yepp*

  • In Paumanns Fußstapfen folgten einige weitere Persönlichkeiten, aber Arnolt Schlick (c1460-c1521) ist sicherlich der bekannteste von ihnen. Er ist speziell für seine Tätigkeit als Organist und Orgel-Sachverständiger nicht zu unterschätzen, zumal er im Jahre 1511 den Spiegel der Orgelmacher und Organisten veröffentlichte - die erste umfangreiche Abhandlung über alle Aspekte des Orgelbaus und deren Stimmung. Bis heute ist dies die zentralste Quelle über den damaligen Orgelbau.


    Im Jahr darauf brachte er einen weiteren Druck heraus: Tabulaturen etlicher lobgesang vnd lidlein vff die orgeln vn lauten, in denen die ältesten gedruckten Orgelkompositionen überhaupt zu finden sind. Neben vierzehn Stücken für die Laute befinden sich folgende Stücke für die Orgel darinnen:

    • Benedictus
    • Christe
    • Da pacem (Vers I, II & III)
    • Hoe losteleck
    • Maria zart
    • Pete quid vis
    • Primi toni
    • Salve Regina

    Außerdem ist noch ein Stück dabei, welches nur als Manuskript überliefert wurde:

    • Ascendo ad patrem

    Das sind sämtliche Stücke, die von Schlick erhalten sind.


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    Es gibt eine CD, die diese Stücke komplett vereinigt:



    (P) 2012 Loft Recordings LRCD-1124 [55:42]

    rec. 04.-05. Januar 2012 (Arizona State University, Tempe/Arizona)


    Kimberly Marshall

    [Orgel: Paul Fritts & Company op. 12 (Tacoma 1991)]

    Disposition: 2 Manuale, 29 Register


    Schlick war etwa dreizehn Jahre alt, als Paumann starb; ob der alte Meister ihn persönlich unterrichtete, ist sicherlich eher Wunschdenken, doch dessen Schriften kannte Schlick ganz bestimmt. Er führte dessen Vorgaben weiter und fügte weitere Elemente hinzu: neben der Cantus-Firmus-Technik die Imitation und die Kadenzierung, die er aus der Vokalpolyphonie übernahm. In seinen Werken kommen auch besondere Details zum Vorschein, die so nur bei ihm zu finden sind: er war deutlicher Befürworter des Pedals, was in Italien noch gar nicht verwendet wurde, aber in Deutschland schon; er hatte außerdem Register mit 12' Länge propagiert, die damals noch eher selten waren; und im Da pacem II ließ er den Ton As auftreten, welcher in der mitteltönigen Stimmung deutlich über Gis liegen mußte. Es ist übrigens auch dieses letzten Punkts geschuldet, daß Kimberly Marshall eben keine historische Orgel verwendete, sondern einen Neubau.


    Das umfangreichste Stück ist das neunteilige Salve Regina, welches nur die ungeraden Verse vertont; die geraden Verse werden gesungen. Schlick legt den Cantus firmus pro Vers in eine andere Lage und umspielt ihn mit bis zu drei weiteren Stimmen. Hoe losteleck, Maria zart und Pete quid vis sind drei Intabulierungen weltlicher Lieder, während das Benedictus, das Christe und das dreiteilige Da pacem eindeutig auf das Ordinarium hinweisen. Es zeigt sich hier, daß die Praxis, Ordinariumsteile gegen eine instrumentale Umsetzung zu ersetzen, bereits voll entwickelt war.


    Besonders muß das Ascendo ad patrem erwähnt werden; es taucht in einem Brief auf, den Schlick an Bernhard von Cles (1485-1539), dem damaligen Bischof von Trient, gesandt hatte. Schlick setzt es tatsächlich 10stimmig um - 4 Stimmen im Pedal, 6 Stimmen im Manual! Zum ersten Mal hört man eine Textur, die weit über jede bisherige Größe in der Instrumentalmusik hinausging. Dementsprechend fett klingt das dann auch.


    Die CD enthält aber noch weitere Stücke von anderen Komponisten:


    Hans Kotter:

    • Salve Regina

    Paul Hofhaimer:

    • Was ich durch Glück
    • Zucht, Ehr und Lob

    Heinrich Isaac:

    • Benedictus

    Conrad Paumann:

    • Incipit Fundamentum
    • Sequuntur Redeuntes
    • Redeuntes in idem

    Leonhard Kleber:

    • Maria zart

    Hans Buchner:

    • Agnus Dei primum, ad festum trium regum
    • Agnus Dei secundum


    Paumann ist der älteste von ihnen, mit drei Stücken aus seinem Fundamentum organisandi (1452): einerseits zeigen die Stücke die Cantus-Firmus-Behandlung deutlich, andererseits bemerkt man auch in Redeuntes in idem den improvisatorischen Ansatz, weil die Verzierungen der Oberstimme über einen gehaltenen Baßton erklingen; erst in den letzten Takten wird das aufgegeben für ein kadenzähnliches Finale.


    Heinrich Isaac ist ja eher als Vokalkomponist bekannt, doch er scheint auch für die Orgel geschrieben zu haben; sein Benedictus ist dreistimmig und wird nur auf dem Manual ausgeführt. Von Paul Hofhaimer - dem österreichischen Gegenstück von Schlick - sind nur wenige Stücke für Tasteninstrumente erhalten geblieben; hier hört man zwei Intabulierungen zweier deutscher Lieder. Hans Kotter und Hans Buchner stellen schon die Generation nach Schlick dar, in der sie Schlicks Erbe weiterführen; Leonhard Kleber war wohl Schüler Schlicks gewesen und hat 1524 eine umfangreiche Sammlung mit Intabulierungen von über einhundert Stücken veröffentlicht. Sein Maria zart zeigt eine andere Facette als die Umsetzung von Arnolt Schlick: eine elegante Ausgewogenheit von Polyphonie und Begleitung, die sicherlich auch von den großen Vokalkomponisten jener Zeit beeinflußt wurde.


    Kimberly Marshall hat sich sehr genau überlegt, welche Register sie für die Stücke verwenden soll: aus dem Spiegel der Orgelmacher hat sie seine Beschreibungen der Register als Basis für ihre Registrierungen übernommen. Dementsprechend erklingen die Stücke mit einer durchaus adäquaten Klanglichkeit, die auf einer historischen Orgel nicht groß anders wäre. Dennoch hat die Orgel ordentlich Dampf, wenn sie das 10stimmige Ascendo ad patrem anstimmt. Dazu kommt eine blitzsaubere Klangqualität, die das Instrument vorzüglich einfängt.


    Insgesamt eine sehr gute Darstellung des Schlick-Oeuvres - und ein gute Ergänzung zur Paumann-CD darüber. Yo...

    *yepp**yepp**yepp*