Soloinstrumente außerhalb von Solokonzerten

  • Ich weiß nicht, ob wir schon einen ähnlichen Thread haben; aber ich denke oft darüber nach, wie doch manche Orchesterwerke im Gelingen sehr stark von bestimmten Solopartien abhängen; vor allem auch am Beginn. Ich denke an die Klarinette in der 1. Sinfonie von Sibelius oder die Trompete bei Mahlers Fünfter. Kennt ihr weitere Werke, bei denen von einem Solisten Wohl und Wehe der ganzen Aufführung mit abhängt?

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Die Solo-Violine hat hier einen der beeindruckendsten Auftritte in der Musikgeschichte überhaupt.

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Vielleicht ebenfalls die Violine im Requiem von Fauré? Ob allerdings das Sein oder Nichtsein des gesamten Werks davon abhängt?

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Och ja, z.B. wenn es dem Interpreten/der Interpretin obliegt zumeist am Ende des Kopfsatzes eines Instrumentalkonzerts seine/ihre Improvisationsfähigkeiten nachhaltig unter Beweis zu stellen (Friedrich Guthmann, Ueber Kadenzen, in: Musikalische Zeitung - 10.07.1805).

    Naja, schon recht; aber eben außerhalb des Solokonzerts; so habe zumindest ich das verstanden ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Also ob nun gleich Wohl und Wehe der gesamten Aufführung davon abhängt, vermag ich nicht zu beurteilen; aber wenn schon der gefürchtete Beginn des Solo-Fagotts in Strawinskys "Sacre du Printemps" daneben geht, könnte man schon in seiner Erwartungshaltung für den weiteren Verlauf des Stücks in gewisser Weise "manipuliert" oder "konditioniert" sein. Man hört dann vielleicht noch etwas genauer hin als sonst.

    Wohl und Wehe der geamten Aufführung hängt aber mit Sicherheit von der Art und Weise ab, wie der Trompeter seinen Part in "The Unanswered Question" von Charles Ives bewältigt. Ein grandioses Stück!


    Grüße, harry

  • Mir fällt noch ein: die verschiedenen Solo-Instrumente (bes. Klarinette), denen die "Idée fixe" in Berlioz' "Sinfonie fantastique" anvertraut ist.

    Außerdem der "Prototyp" für diesen Thread: Benjamin Brittens "The Young Person's Guide to the Orchestra". Man sollte sich vom Titel nicht täuschen lassen; das ist nicht nur für "junge Leute" und außerdem wahnsinnig schwer zu spielen.