Orgeln in Deutschland: Baden-Württemberg

  • Hier können Orgeln aus Baden-Württemberg vorgestellt werden.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Ort: 78050 Villingen (Villingen-Schwenningen)



    Quelle: http://www.silbermannorgel.de/


    Bauzeit:

    • Original: 1752
    • Rekonstruktion: 2002


    Instrumentenbauer:

    • Original: Johann Andreas Silbermann (Straßburg)
    • Rekonstruktion: Gaston Kern (Hattmatt, Elsaß)


    Disposition:

    • 3 Manuale (Rückpositiv, Hauptwerk, Echo) (C - d'''), Pedal (C - d')
    • 37 Register (31 im Manual, 6 im Pedal)
    • Tremblant doux, Tremblant fort
    • Schiebekoppel Rückpositiv an Manual
    • Pedalkoppel an Hauptwerk


    kurzer geschichtlicher Abriß:

    • als erste rechtsrheinische Orgel des Straßburger Orgelbauers Johann-Andreas-Silbermann erbaut
    • Vertragsabschluß im Jahre 1751 - Weihe im Jahr 1752
    • nach der Säkularistion auf Weisung des Großherzogs von Baden Abbruch der Orgel und Verbringung nach Karlsruhe
    • dort Wiederaufbau in der evangelischen Stadtkirche
    • dort diverse Umbauten und Anpassungen an den jeweiligen Zeitgeschmack
    • Zerstörung während eines Bombenangriffes 1944
    • Rekonstruktion nach den originalen Plänen ab 1998 an ihrem ursprünglichen Standort


    Das Besondere an dieser Orgel ist der Versuch, eine historische Orgel zu rekonstruieren ohne den Klang der Orgel oder überhaupt einer Orgel von vor 250 Jahren zu kennen. Dazu wurden unter anderem Werkzeuge hergestellt, wie sie um 1750 im Orgelbau verwendet wurden.
    Entstanden ist eine Orgel, die sich durch einen großen Farbenreichtum auszeichnet und wie alle Johann-Andreas-Silbermann-Orgeln in der Tradition des französischen Orgelbaus des 18. Jahrhunderts steht. Mit ihren wirklich strahlenden Mixturen und charakteristischen Zungenstimmen, ist die Orgel in besonderem Maße für französisches Orgelrepertoire des Barock geeignet.


    Tondokument:




    Die rekonstruierte Silbermann-Orgel in der Benediktinerkirche Villingen
    Werke von Clerambault, Steigleder, Cabanilles, de Grigny, Guilain & J. S. Bach
    Christian Schmitt, Christoph Bossert, Marc Schaefer, Hans Musch, Stefan Rommelspacher (Orgel)
    Ars Musici 232360 - DDD - 76:19


    Auf der CD werden die Stärken der Orgel im französischen Repertoire mit Suiten bzw. Variationszyklen von Clerambault, Grigny und Guilmain eindrucksvoll vorgeführt. In ihrem farbenreichen Klang muß sich die Orgel vor keinem "originalen" Instrument verstecken. Grenzen des Repertoires, das für diese Orgel geedacht ist, werden mit den Kompositionen Steigleders, Cabanilles und Bachs aufgezeigt. Zwar eignet sich das Isntrument ohne Zweifel auch für dieses Reprtoire, ich kenne da aber passendere Orgeln.
    Interpretatorisch wird die CD von allen an der Rekonstruktion beteiligten Organisten gestaltet. Spieltechnisch zeigen sich dabei durchaus Unterschiede. Am meisten überzeugen Christoph Bossert und Marc Schaefer.
    Insgesamt ein hochinteressantes Tondokument eines hochinteressanten Projektes, gerade im Vergleich zur neuen Orgel der Frauenkirche in Dresden.

  • Guten Tag


    Andreas Ubhauser Orgel Schlosskapelle Schwetzingen


    [imgwidth]http://www.schloss-schwetzinge…0191_2008.crop711x512.jpg[/img]


    Der Orgelbauer Andreas Ubhauser aus Heidelberg baute 1806 die zierliche Orgel in der Schwetzinger Schlosskapelle. 90 Prozent des Instruments sind noch original erhalten. Die letzte Restaurierung erfolgte von 1980 bis 1982. Der Großteil der Orgelpfeifen besteht aus Zinn. Die Tastatur ist aus kostbarem Ebenholz gefertigt. Die kleine Orgel verfügt über ein Manual mit Cembalo-Mensur und eine barocke Disposition mit zehn Registern.
    Die Orgel wird bei Konzerten regelmäßig bespielt.



    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard