Referenzaufnahmen

  • ... wer entscheidet darüber? Wie definiert man das? Und warum? Und wie geht das?


    Aussagen wie „... hat das Zeug zur Referenzaufnahme ...“ klingen ja schon groß, aber eben leider inhalt- und m. E. völlig haltlos; da werden Äpfel mit Birnen verglichen und rein persönliche Gusti vermarktet.


    Für mich sind die klassischen Referenzaufnahmen alles andere, nur keine Referenzaufnahmen. Meine Referenzaufnahmen dagegen werden von der Umwelt nicht als solche wahrgenommen.


    Mal blöd gefragt: was soll der Quatsch also überhaupt?


    *hä*


    Referenzaufnahmen können m. E. nur etwas völlig Subjektives sein - man kann dem Referenzgeber, so man ihn langjährig kennt, durchaus vertrauen; aber das macht ihn noch nicht zum Entscheider über Leben und Tod. Oder gibt es so etwas wie ein „kollektives Referenzbewußtsein“ (Stichwort: Kanon)?

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Von mir aus gern; hier geht's aber weiterhin um die Problematik der „Referenzaufnahme“.


    Referenzaufnahmen sind doch wie Sexualpartner/innen: sie sind solange die „geilsten“, bis etwas (vermeintlich) bess'res kommt. Das ist doch ziemlich schweinisch unmenschlich. Im schlimmsten Fall werden die einstigen Referenzaufnahmen zum schlimmsten, was man je gehört hat ... das ist mitten aus dem Leben gegriffen.
    *ägy*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Referenzaufnahme ist schlicht eine contradictio in adiecto: Die Bedingungen des Musikhörens von Tonträgern sind so vielfältig von den technischen Voraussetzungen der Wiedergabe bis hin zu den Befindlichkeiten der Rezipienten, dass man niemals nur mehr als zeitgebundene und absolut relative Aussagen treffen kann.

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

  • Ich hatte eigentlich Ulli erwartet damit.


    Ich habe meine mitdenkenden Mitarbeiter. Alles kann ich nicht mehr alleine machen. Sogar Caravaggio, Rembrand, Mozart und Anton Walter hatten Zuarbeiter.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790