Die „alten Schinken“ von morgen: die Neuaufnahme

  • Hm, also irgendwie habe ich den Eindruck, daß es hier doch nur darum geht, wieso jeder Einzelne von uns seine eigene Hör-Agenda verteidigt. Insofern ist das nett zu lesen, aber ich hätte mir mehr versprochen.


    Aber vielleicht erwarte ich einfach zuviel von diesem Thema... *hä*


    Tatsache ist: die alten Aufnahmen existieren und haben ihre Liebhaber, und die Neuaufnahmen sind ebenso beachtet. Damit kann jeder Hörer glücklich werden. Ob es dann Sinn macht, über Vorlieben und Abneigungen zu streiten, ist doch egal. Wer breit oder tief aufgestellt ist oder breit und tief oder breit oder tief oder omi oder opi - vollkommen egal.


    Was mich eher stört, ist die Andeutung, daß dieses Forum sein Profil verlieren soll. Ich bitte euch! Die Aufteilung in omi/opi ist nicht obsolet geworden, und die Systematik ist immer noch da. Und bei so wenigen Schreibern schlagen deren Eigenheiten stärker durch. Der Nutzen ist da, nur daß sich die Palette nochmals verbreitet hat. Soll man das alles wieder aufgeben?



    jd *omi* *opi*

  • Ich habe doch mal gelesen, dass Du mit italienischer oder französischer Oper des 19. Jahrhunderts nicht so warm wirst? Ebenso Operette/Musical, resp. Gershwin im Allgemeinen.

    Das ist richtig, das mit dem warmwerden. Nichtsdestoweniger habe ich jede der bekannteren Opern wenigstens einmal gehört in meinem Leben und ich besitze von den wirklich wichtigen wenigstens eine Aufnahme.


    Und über Neue Musik kann ich mich nicht erinnern, dass Du da viel dazu geschrieben hättest - also z.B. Varèse, Webern, Messiaen, Cage, Xenakis, Ligeti, Nono, Berio, Boulez, Feldman, Stockhausen, Lachenmann, Sciarrino, ...

    Auch das ist richtig, dass ich dazu nicht viel schreibe; aber bis auf Xenakis habe ich alle schon gehört; Webern, Schönberg, Berg sogar oft. Meine liebsten Modernen sind dagegen andere; Rihm, Honegger, Hindemith etc.


    Die Musik vor 1600 ist trotz mangelhafter Überlieferung auch ziemlich viel Zeugs.

    Wem sagst du das. :) Und ich habe ziemlich viel von dem Zeugs, meist durch JD. 8-) 

    Das mit der Zeit: Ich komme vielleicht auf 1 Stunde pro Tag im Schnitt - eher weniger?

    Da bräuchtest du zehn Jahre, um eine Sammlung von 3500 CDs durchzuhören; JD und ich benötigten dann etwa 15, Palestrina 30. Was ich damit sagen will, verstehst du sicher. Aber das gehört nicht hierher.

    Valerio: So wollen wir nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden.

    Leonce: Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.

    Georg Büchner: Leonce und Lena (3. Sz.)

  • Also vermute ich in diesen Bereichen größere Lücken bei Dir.

    Lieber Freund, der Terminus ist doch albern. Ich habe keine Lücken, du auch nicht, niemand hat sie. Kein Mensch kann in seiner Sammlung das gesamte Repertoire auch nur annähernd abbilden.

    Valerio: So wollen wir nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden.

    Leonce: Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.

    Georg Büchner: Leonce und Lena (3. Sz.)

  • Hm, also irgendwie habe ich den Eindruck, daß es hier doch nur darum geht, wieso jeder Einzelne von uns seine eigene Hör-Agenda verteidigt. Insofern ist das nett zu lesen, aber ich hätte mir mehr versprochen.

    Beidem kann ich beipflichten.


    Was mich eher stört, ist die Andeutung, daß dieses Forum sein Profil verlieren soll. Ich bitte euch! Die Aufteilung in omi/opi ist nicht obsolet geworden, und die Systematik ist immer noch da. Und bei so wenigen Schreibern schlagen deren Eigenheiten stärker durch. Der Nutzen ist da, nur daß sich die Palette nochmals verbreitet hat. Soll man das alles wieder aufgeben?

    Ich sehe das genauso wie du; aber man darf halt auch nicht vergessen; wer das Forum gegründet hat, leitet und welche Interessen er verfolgt. Eine Gratwanderung, sicher; aber ich denke, wir kriegen das hin. :)

    Valerio: So wollen wir nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden.

    Leonce: Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.

    Georg Büchner: Leonce und Lena (3. Sz.)

  • Da bräuchtest du zehn Jahre, um eine Sammlung von 3500 CDs durchzuhören; JD und ich benötigten dann etwa 15, Palestrina 30. Was ich damit sagen will, verstehst du sicher. Aber das gehört nicht hierher.

    OK - ich sehe: Was Abdeckung der Musikgeschichte betrifft scheint es bei uns etwa gleich zuzugehen, was die Zeit betrifft auch. Die Menge der angesammelten Nebenwerke und Kleinmeister wird auch in beiden Fällen recht groß sein. Dadurch, dass ich Mehrfachaufnahmen desselben Stückes meide, habe ich in Summe weniger CDs herumstehen - die ich aber lange nicht gezählt habe.
     *danke* 
    Übrigens hast Du mit "fahrlässig" doch auch einen "albernen" Terminus beigesteuert, vergleichbar mit "Lücke".
     ;)

  • Bitte: eine Diskussion, wer jetzt wie weit über den Tellerrand schaut, bringt nichts. Die Selbstwahrnehmung der Mitwirkenden lässt sich kaum objektivieren und ich bezüglich der Diskussion auch nicht zielführend.


    z.B. der Komponist dirigiert selbst, dann brauche ich das danach nicht.


    Das kann ich nicht nachvollziehen. Sicher, "opi"-er geht nicht.
    Allerdings kann auch hier eine "neutrale" Sichtweise ganz neue Perspektiven eröffnen.
    ich kann mir beispielsweise bei jemandem wie Mahler, Strauss oder Strawinski gut vorstellen, dass sie neugierig auf andere Sichtweisen sind ("Ach, ja, so geht das auch, interessant..")
    Bei Mahler weiß man es ja quasi, weil er Dirigenten immer zu anderen Ansätzen ermutigt.


    Deshalb kann ich diese Einschränkung an der Stelle nicht nachvollziehen.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • OK - ich sehe: Was Abdeckung der Musikgeschichte betrifft scheint es bei uns etwa gleich zuzugehen, was die Zeit betrifft auch. Die Menge der angesammelten Nebenwerke und Kleinmeister wird auch in beiden Fällen recht groß sein. Dadurch, dass ich Mehrfachaufnahmen desselben Stückes meide, habe ich in Summe weniger CDs herumstehen - die ich aber lange nicht gezählt habe.
    *danke* 

    Wer zählt denn noch? :) Ich habe übrigens deine Einstellung zur Sammlung hier Die Sammlungen der Eroica-User immer bewundert.


    Übrigens hast Du mit "fahrlässig" doch auch einen "albernen" Terminus beigesteuert, vergleichbar mit "Lücke".
    ;)

    Och, ich bin sicher, da habe ich noch mehr beigesteuert. *yes*

    Valerio: So wollen wir nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden.

    Leonce: Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.

    Georg Büchner: Leonce und Lena (3. Sz.)

  • Soll man das alles wieder aufgeben?


    Ich hab mich ja schon wieder abgeregt.
     *cute*



    Das kann ich nicht nachvollziehen. Sicher, "opi"-er geht nicht.


    Mir geht es ebenso - in diesen (eher seltenen Fällen) bin ich gar nicht an anderen Ansätzen interessiert, wie ich bereits w.o. schrieb:


    Anders ist das natürlich bei Werken, die genau in jener Zeit entstanden sind (Britten, Shostakovich, Rachmaninov etc.) - da interessieren mich die Aufnahmen jener Zeit besonders und ich würde sie sogar, entsprechende Klangqualität vorausgesetzt, modernen Aufnahmen erst einmal vorziehen. Man sieht: ich suche die Nähe erstmal zum Werk, nicht zu den Interpreten ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Bitte: eine Diskussion, wer jetzt wie weit über den Tellerrand schaut, bringt nichts. Die Selbstwahrnehmung der Mitwirkenden lässt sich kaum objektivieren und ich bezüglich der Diskussion auch nicht zielführend.

    So ä bisserl Selbstbespiegelung ist doch a schee, wie es bei uns heeßt. :)

    Valerio: So wollen wir nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden.

    Leonce: Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.

    Georg Büchner: Leonce und Lena (3. Sz.)

  • ...



    Lahav Shani. Ich zieh' um nach Wien - die haben ihn eingekauft.


    *leberwurst**kiss*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Wien!


    konzerthaus.at schrieb:

    Unter der Leitung ihres künftigen Ersten Gastdirigenten Lahav Shani kombinieren die Wiener Symphoniker mit Werken von [...]

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Jo, Zwoachtzehn ... und: sie haben - was heutzutage selten ist - gut gewählt.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790