Werke für Tasteninstrumente: Einspielungen (opi)

  • Ich habe diese CD erworben:



    (P) 2009 Chandos / Chaconne CHAN 0758 [63:42]
    rec. 20.-21. Oktober 2006 (Glynde Church, East Sussex)


    Robert Woolley
    [Claviorganum (Cembalo): Malcolm Rose (2004) - nach Lodewijk Theewes (London 1579)]
    *[Muselar (Virginal): Adlam Burnett (Finchcocks/GB 1979) - nach Ioannes Ruckers (1611)]


    Werke:

    • Toccata Noni toni, SwWV 297
    • Est-ce Mars, SwWV 321
    • Pavana Lachrymae, SwWV 328*
    • Almande Gratie, SwWV 318, "More Palatino"*
    • Toccata C2, SwWV 283
    • Vluchtige nymph, SwWV 331
    • Toccata primi toni, SwWV 286
    • Mein junges Leben hat ein End, SwWV 324
    • Toccata a 3 G2, SwWV 289
    • Pavana Philippi, SwWV 329
    • Toccata Secundi toni, SwWV 292*
    • Engelse fortuin, SwWV 320, "Von der Fortuna werd ich getrieben" (Fortune My Foe)*
    • Onder een linde groen (Unter der Linden grune), SwWV 325*
    • Fantasia chromatica in Dorian mode, SwWV 258


    Woolley spielt mit durchhörbarer Diktion und klarer Artikulation. Stets ist die Struktur nachvollziehbar, gekleidet in einer subtilen Ausgewogenheit. Klanglich erweisen sich die zwei Instrumente als feingliedrige, aber wohltönende Nachbauten zweier noch von der Spätrenaissance beeinflußten Originale, die die Besonderheiten der Stücke wunderbar zur Geltung bringen. Topp... :thumbsup:

  • Wenn man die Aufnahmen der gesammelten Werke für Tasteninstrumente betrachtet, kommt schon einiges zusammen. Da Sweelinck offenbar nicht instrumentenspezifisch komponiert hat, sind die die Werke in den Gesamteinspielungen unterschiedlich durchmischt, d.h. der Orgel/dem Cembalo zugewiesen worden (auch die Interpreten sind zum Teil mehrfach an den Einspielungen der gesammelten Werke beteiligt).


    NM, DDD, 1999-2001 (9 CDs)


    Bernard Winsemius, Bob van Asperen, Leo van Doeselaar, Pieter van Dijk und weitere



    Glossa, DDD, 2012-2014 (6 CDs) - Standardausgabe


    Bob van Asperen, Pieter-Jan Belder, Pieter van Dijk, Pieter Dirksen, Leo van Doeselaar, Gustav Leonhardt, Reitze Smits, Marieke Spaans, Harald Vogel, Alexander Weimann, Bernard Winsemius, Gesualdo Consort Amsterdam, Harry van der Kamp


    Teilweise werden hier den Werken die zugrunde liegenden Lieder vorangestellt.


    Neben der Standardausgabe bei Glossa gibt es noch die dort erschienene Luxusausgabe Sweelinck Monument, die neben den Aufnahmen ergänzend zwei Bücher zu den Orgel-en Klavecimbelwerken Sweelincks in holländischer Sprache enthält.


    Schließlich gibt es noch die bei Aeolus 2015 erschienene Einspielung mit Leon Berben:


    6 CDs


    Harald Vogel, der auch an der Glossaeinspielung beteiligt ist, hat bei MDG bislang ein Vol. im Rahmen eines geplanten Gesamtprojekts vorgelegt. Ob dieses noch weiter verfolgt wird, vermag ich nicht zu sagen (vermutlich aber nicht).



    Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass Sweelinck zwar in mein Beuteschema passt, ich mich bislang aber nicht zum Kauf einer Gesamtaufnahme entschließen konnte.

  • Zwei akustische Leckerbissen an zwei Orgeln, wie sie unterschiedlicher kaum sein können, die aber zeigen, dass Sweelincks Fantasia, dieser Hymnus an die Melancholie, der sich acht Minuten lang in absteigenden Linien ergeht, dann und wann in rasante Tiratae ausbricht, aber immer wieder zum klagenden Tonfall zurückfindet und erst am Schluss durch eine Durterz dezente Tröstung spendet*, sowohl an einer winzigen aber auch an einer großformatigen Orgel voll Charakter und überbordender Schönheit realisierbar ist, wie ich finde.


    Zum einen Daniel Roth an seiner CC-Orgel in Saint Sulpice, Paris, zum anderen Irene de Ruvo an der Orgel der Chiesa della Madonna del Popolo, Romagnano Sesia:


    Roth



    de Ruvo



    * Happy new ear: Neuerwerbungen (2016)

  • Guten Tag


    neben etlichen anderen Sweelinckeinspielungen habe ich diese



    CD mit Orgel-und Claviermusik, gespielt von Siegfried Rampe auf der Scherer Orgel zu Tangermünde und einer Orgel von um 1425 der Andreaskirche zu Doest-Ostönnen sowie zweier Clavichorde und je einem Cembalo btz. Virginal.



    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard


  • Könntest Du zu dieser Aufnahme bitte ein paar Einzelheiten mitteilen - insbesondere welche Instrumente Rampe bei welchen Werken verwendet?

  • Guten Tag


    insbesondere welche Instrumente Rampe bei welchen Werken verwendet?


    Orgel von St. Andreas (Ostönnen) :


    1. Toccata g-moll T 14
    2. Fantasia Crommatica á 4 d-moll P 1
    3. Toccata F-Dur T 16
    4. Puer nobis nascitur C-Dur C 12


    Clavichord von Jörg Gobeli, Berne ( 2000 ) nach einem anonymen süddeutschen Instrument um 1660:


    5. Paduana Lachrimae collorit a-moll V 6



    Clarvichord von Martin Kather, Hamburg ( 1999 ) nach einem italienischen Instrument um 1540:


    6. Mein junges Leben hat ein Endt d-moll V 4 (Thema und Variationen)



    Cembalo von Andreas Ruckers Antwerpen 1637 ( Germanisches Nationalmuseum Nürnberg ):


    7 . Toccata C-Dur T 11
    8. Die flichtig Nimphae C-Dur V 14 (Thema und Variationen)
    9. Unter der linden grüne G-Dur V 9 (Thema und Variationen)


    Virginal von Artus Gheedinck, Amsterdam 1605 ( Germanisches Nationalmuseum Nürnberg ):


    10. Malle Sijmen Versus 12 d-moll
    11. Balleth del granduca G-Dur V 11 (Thema und Variationen)
    12. Pavan Philippi G-Dur V 7 (Thema und Variationen)


    Hans Schererorgel St. Stefan, Tangermünde:


    13. Toccata d-moll T 13
    14. Psalm 36 C 8 in F
    15. Versus
    16. Versus Secundus
    17. Versus Tertius con pedali
    18. Phantasia à 4 d-moll P 17



    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Guten Tag


    weiterhin habe ich noch diese



    CD mit Roland Götz.
    Er spielt die Stücke Praeludium Toccata, Fantasia chromatica, Est-ce Mars, Ricercar und Hexachord Fantasia auf einem flämischen Cembalo nach Hans Ruckers ( 1590 ) von Georg Zahl 1970 erbaut.
    Die Stücke Ballo del granduca, Engelsche Fortuyn, Toccata Nr. 25 und Malle Sijmen auf einer Truhenorgel erbaut von Manfred Teller 1983 und das Stück Pavana Philippi flämischen Virginal nach Vorbildern 1600 von Georg Zell.



    Und mit Glen Wilson auf dieser



    CD die Stücke Fantasia (Praeludium) in F Ionian mode, Est - ce Mars, Fantasia chromatica in Dorian mode, Pavana Philippi, Mein junges Leben hat ein End, Toccata in Dorian mode, Allein Gott in der Hoh sei Ehr, Echo fantasia in Ionian mode, Engelse fortuin "Von der Fortuna werd ich getrieben", Passamezzo moderno, Pavana Lachrymae und Fantasia primi toni a 4, gespielt auf einem Cembalo nach Ruckers, gebaut von Henk van Schevikhoven.



    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Guten Abend


    Eine interessante Zusammenstellung von Orgelwerken Sweelincks als auch von Organisten aus seinem Umkreis bietet diese



    CD „Sweelinck, der Organistenmacher“


    Hier spielt Leon Berben an der Orgel der Kirche St. Jaques zu Lüttich.





    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • 1. Welche CDs empfehlen sich, um einen Einblick in das Schaffen für Tasteninstrumente zu erhalten; am Besten Orgel und das andere getrennt?


    2. Welche der Gesamtausgaben sollte man wählen?

    "Die zwei Hauptprobleme der gegenwärtigen Welt: demographische Expansion und genetische Degeneration sind unlösbar. Die liberalen Prinzipien verhindern die Lösung des ersten, die egalitären die des zweiten." Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

  • 1.) es dürfte nur sehr wenige Einzelaufnahmen geben, die verschiedene Instrumentierungen versammeln, wie Rampe (Orgel, Cembalo, Clavichord). Ansonsten findest Du hier bereits eine Reihe von exzellenten Lesarten gelistet. Ich persönlich schwöre auf Alina Rotaru aber auch Bob van Asperen (hast Du diese nicht bereits? Die Aufnahme ist in mehreren Edtionen verwurstet worden).


    2.) die NM-Box ist aus meiner Sicht vorzugswürdig, weil tolle Interpreten, exzellente Instrumente (Orgeln, Cembali), vorzügliche Aufnahmetechnik, soweit erkennbar, umfangreichste Abdeckung des Sweelinckschen Werkes, sehr schöne Dokumentation mittels Begleitbüchlein (nebenbei: die Interpreten dieser Edition sind zum Teil auch an der Glossa-Edition beteiligt).

  • Keine „Einspielung" - nur so zwischendurch:



    Man/frau beachte die Legende am rechten Rand.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Sébastien Wonner (2014)


    Ma jeune vie a une fin - Mein junges Leben hat ein End

    (P) 2014 K617 247 [75:24]

    rec. 06.-09. August 2013 (Couvent de Saint Ulrich, Sarrebourg/Frankreich)


    Sébastien Wonner

    [Cembalo: Émile Jobin - nach: Ruckers (1612)]

    Disposition: 1 Manual (2x 8' & 1x 4')


    • Psalm 23: Mein Hüter und mein Hirt
    • Puer nobis nascitur
    • Ich fuhr mich uber Rheine
    • Fantasia re re re sol ut mi fa sol
    • Toccata primi toni
    • Mein junges Leben hat ein Endt
    • Pavana hispanica
    • Von der Fortuna werd ich getrieben
    • Soll es sein
    • Paduana Lachrymae
    • Christe qui lux es et dies
    • Pavan Philippi
    • Malle Sijmen
    • Fantasia à 3

    Wonner spielt eine Auswahl von Sweelincks Werken mit klarer Artukulation und im stetigen Tempo. Das Instrument hat einen starken Diskant und einen soliden Baß und wurde sehr nah aufgenommen. Eine sehr gute Einspielung... *yepp*

  • Herrje, was für eine wunderbare Einspielung, bereits nach den Hörschnipseln beurteilt:



    Marco Vitale spielt ...

    Sweelinck: Fantasia Chromatica; Ballo del Granduca; Paduana Lachrimae; Onder een Linde Groene; More Palatino; Engelse Fortuyn
    +Byrd: Fortune; La Volta; The Bells; Jhon come kisse me now
    +Peerson: The Primerose; The fall of the Leafe


    "As interesting as this programme is it is the instrument which seems the raison d'être of this disc. Vitale plays a unique instrument: a virginal, or - more historically correct - a spinet from the Ruckers workshop in Antwerp. The Ruckers family were the leading builders of strung keyboard instruments in the 17th century and their instruments were still highly appreciated in the 18th century, especially in France where they were often extended to meet the demands of the music of the time (known as ravalement). Not that many original Ruckers instruments are extent and certainly not in playable condition. The instrument that Vitale plays dates from 1604 and was discovered in Italy around 2000. It is the only 6 foot Ruckers spinet restored to its original sounding condition. It is a magnificent instrument which is convincingly brought to life by Marco Vitale. His playing is detailed and his tempi moderate; sometimes I would have preferred a faster tempo. His playing of chords and his ornamentation betrays the influence of his teacher Ton Koopman. From a organological and from a musical point of view this is a most impressive disc."


    ... meint jedenfalls Johan van Veen bei musica-dei-donum. Und Recht hat er, wenn man dieses Virginal von 1604 z.B. in der Fantasia Chromatica hört - so detailreich, knackig, singend, transparent, jedenfalls soweit man dem Hörbeispiel trauen darf, hört man das selten (wenn überhaupt). Und nein, ein schnelleres Tempo hätte ich mir mitnichten (aber ohne Neffen - hahaha) vorstellen können - m.E. genau richtig.


    Ich bin momentan total angefixt.