Einspielungsempfehlungen

  • Eine ganz großartige CD mit Musiken Schmelzers hat Lorenz Duftschmid mit seinem Ensemble "Armonico tributo Austria" seinerzeit bei Arcana aufgenommen. Die CD war lange vergriffen, ist aber vor einiger Zeit erneut aufgelegt worden:



    Johann Heinrich Schmelzer von Ehrenruef - LA MRAGARITA
    Armonico tributo Austria - Lorenz Duftschmid


    Um es mal kurz und knapp zusammen zufassen. Diese Aufnahme ist nicht nur mit Abstand die schönste Schmelzer-Aufnahme am Markt - es ist eine der besten Barock CDs, die ich bisher gehört habe!


    Das Programm bietet ein prächtig tönendes Abbild des kaiserlichen Hofes zu Zeiten Leopolds I. (1640-1705) und seiner ersten Gattin Margarita Theresia von Spanien (1651-1673), der auch das herrliche CD Album gewidmet ist. Eröffnet wird die Aufnahme mit dem "Balletto a Cavallo", das Schmelzer für die Hochzeitsfeierlichkeiten des Kaisers komponierte. Die Aufführung war Bestandteil der Prunkoper "Il pomo d'Oro" von Pietro Antoinio Cesti, die als monumentalste Oper in die Musikgeschichte einging.


    Neben diesem prunkvollen Ballett, das sich vor allem mit seinem Partien für Pauken und Trompeten hervorhebt, gibt es noch herrliche Sonaten aus den Sammlungen "Sacro profanus Musicus von 1662, sowie der Sammlung "Duodena Selectarum" von 1659. Dazu gesellen sich die populären Stücke wie die "Fechtschule" und das "Lamento sopra la Morte Ferdinand III". Den Abschluss bildet eine farbige Ballettsuite die mit zwei prächtigen Trompetenstücken eingerahmt wird, die als "La Margarita" bezeichnet sind.


    Lorenz Duftschmid schafft mit seinem Ensemble einen ganz bezaubernden Klang, intime Momente in den Sonaten, höfischer Glanz in den Balletten. Das Ensemble ist farbig besetzt, neben 5 Barocktrompeten hört man Posaunen, Cornetti, Blockflöte, Violinen, eine Schlüsselfiedel, Gamben in verschiedenen Stimmungen und Größen, Orgeln, Cembali. Theorbe und Schlagwerk. Die erste Violine spielt übrigens Gunnar Letzbor! Jean Tubery am Cornetto.
    Mieke van der Sluis lockert das ansonsten rein instrumentale Programm mit einem kurzweiligen Liedchen auf: "In jenem Gefilde"


    Eine ganz herausragende Einspielung die in jede Barocksammlung gehört!


    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

  • ähnlich farbig, aber nicht ganz so genial musiziert ist die Aufnahme des Tafelmusik Barockorchesters:



    Neben einigen Sonaten gibt es hier auch ein Balletto für eine Oper von Cesti zu hören.
    Sehr eingängig ist die Fanfarenartige "Sonata con Ariae zu der keyserlichen Serenata"
    Auch sehr reizvoll ist die mehrteilige Ciacona.


    Was bei dieser Aufnahme einfach fehlt, ist das farbige Continuo. Ein Cembalo bzw. Orgel ist etwas wenig.
    Man hätte hier wohl in jedem Fall eine ioder zwei Theorben erwartet - das hätte den Gesamtklang, der durchaus gelungen ist, sehr aufgewertet.



    ein ganz andere Klangbild führt die Musica Fiata vor:



    Auch hier wird ein buntes Programm von großbesetzten Balletti und Sonaten aufgeboten.
    Allerdings hat man sich hier einem wirklich herrlich derben, archaischen Klamg verschrieben - statt Oboen, die es zu Schmelzers Zeiten ja auch nicht gab (erst ab 1676) setzt Wilson Schalmeien ein.
    Vor allem die recht bekannte "Sonata Natalitia con 3 chori" wird durch diese Besetzung mit Schalmeien und Posaunen wirklich ein Erlebnis. Man vergleiche mal mit Harnoncourt.... :D
    Auch hier kommen bei einigen Werken Pauken und Trompeten zum Einsatz - eine prächtige Aufnahme mit kaiserliche Musik!


    :jubel::jubel::jubel:

  • Guten Tag


    N. Harnoncourt hat mit seinem Concentus Musicus Wien schon 1970 Sonaten des "barocken Johann Strauß" farbig eingespielt. Durch diese Aufnahme (damals noch als LP):




    lernte ich Schmelzer erstmals kennen und schätzen. Die ruppige Musizierart dieser fast schon legendären Einspielung des Concentus gefällt mir heute durchaus noch.



    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Das Freiburger BarockConsort hat eine neue Aunahme prallgefüllt mit Werken von Schmelzer abgeliefert:



    Sehr stimmungsvoll, kleiner besetzte intimere Stücke wechseln mit deftigen Tanzsätzen ab. Besonderes Augennmerk vedienen die wunderschöne Variationsreihe über "Bella pastore" und die virtuose Sonate für zwei skordierte Violinen ohne Basso continuo.


    LG
    Tamás
    :wink: