Clavierkonzerte: Einspielungen (opi)

  • Zwischen 1733 und 1786 komponierte Carl Philipp Emanuel Bach 52 Konzerte für Tasteninstrumente, die er anscheinend zeitlebens immer wieder überarbeitete und den wechselnden Bedürfnissen anpasste. Das schwedische Label BIS hat sich neben der Aufnahme der solo Claviersonaten einem weiteren höchst ambitionierten Projekt verschrieben und die 52 Konzerte in 20 CDs eingespielt und veröffentlicht. Eine Pioniertat, zahlreiche Aufnahmen sind Ersteinspielungen.
    Der Solist ist Miklós Spányi. Er spielt auf Nachbauten von Originalinstrumenten. Begleitet wird er von Péter Szüts und dem Concerto Armonico (ebenfalls auf Originalinstrumenten).
    Spányi vermittelt den Eindruck, dass er sich besonders dem Klang in akribischer Weise widmet und er passt die Instrumente den jeweiligen Konzerten an. So begründet er in Volume 4 den Wechsel vom Cembalo (Nachbau von 1991 von Werner Stannat nach Hieronymus Albre Hass, Hamburg 1734) zum Fortepiano (1989, Jan van den Hemel, Antwerpen nach Gottfried Silbermann, Freiberg 1749) beim Konzert in D.


    Folgende Aufnahmen besitze ich bis jetzt:

    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sämtliche Cembalokonzerte Vol.1
    Miklos Spanyi, Concerto Armonico, Peter Szüts
    Konzert in G, H. 405 (W. 3)
    Konzert in a-moll, H. 408 (W. 1)
    Konzert in Es, H. 404 (W. 2)
    Cembalo (Nachbau von 1991 von Werner Stannat nach Hieronymus Albre Hass, Hamburg 1734



    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sämtliche Cembalokonzerte Vol.2
    Miklos Spanyi, Concerto Armonico, Peter Szüts
    Konzert in A, H. 410 (W. 7)
    Konzert in G, H. 406 (W. 4)
    Konzert in F, H. 415 (W. 12)
    Cembalo (Nachbau von 1991 von Werner Stannat nach Hieronymus Albre Hass, Hamburg 1734



    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sämtliche Cembalokonzerte Vol.3
    Miklos Spanyi, Concerto Armonico, Peter Szüts
    Konzert in g-moll, H. 409 (W. 6)
    Konzert in A, H. 411 (W. 8)
    Konzert in D, H. 421 (W. 18)
    Cembalo (Nachbau von 1991 von Werner Stannat nach Hieronymus Albre Hass, Hamburg 1734



    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sämtliche Cembalokonzerte Vol.4
    Miklos Spanyi, Concerto Armonico, Peter Szüts
    Konzert in G, H. 412 (W. 9)
    Konzert in d-moll, H. 420 (W. 17)
    Konzert in D, H. 416 (W. 13)
    Cembalo (Nachbau von 1991 von Werner Stannat nach Hieronymus Albre Hass, Hamburg 1734
    Fortepiano (1989, Jan van den Hemel, Antwerpen nach Gottfried Silbermann, Freiberg 1749) beim Konzert in D



    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sämtliche Cembalokonzerte Vol.11
    Miklos Spanyi, Concerto Armonico, Peter Szüts
    Konzert in c-moll, H. 448 (W. 37)
    Konzert in G, H. 450 (W. 97)
    Konzert in B, H. 413 (W. 10)
    Sonatine in E, H 455 (W. 100)
    Tangetenflügel 1998 von Ghislain Potvlieghe, Ninove (Belgien), nach Baldassare Pastore, 1799



    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sämtliche Cembalokonzerte Vol.12
    Miklos Spanyi, Concerto Armonico, Peter Szüts
    Konzert in F, H. 454 (W. 38)
    Sonatine in D, H 456 (W. 102)
    Konzert in C, H. 423 (W. 20)
    Tangetenflügel 1998 von Ghislain Potvlieghe, Ninove (Belgien), nach Baldassare Pastore, 1799


    Ich mag diese Aufnahmen sehr. Den Klang empfinde ich bei den bisherigen Aufnahmen als etwas hallig, aber nicht störend.

    • Offizieller Beitrag

    Die leider etwas rar gesähten Aufnahmen Spanyis aus dieser Serie, bei denen er mit dem Ensemble Opus X musiziert, scheinen mir deutlich besser zu sein; z.B. Vol. XVI:



    Zitat von Hermann

    Spányi vermittelt den Eindruck, dass er sich besonders dem Klang in akribischer Weise widmet und er passt die Instrumente den jeweiligen Konzerten an. So begründet er in Volume 4 den Wechsel vom Cembalo [...] zum Fortepiano


    Der Grund dafür liegt aber auch auf der Hand: das Fortepiano drängte sich gegenüber dem Cembalo stark in den Vordergrund; so daß Carl Philipp Emanuel Bach diese „Ablösung“ selbst in einem Doppelkonzert veranschaulichte und verewigte:



    Im letzten Drittel des Teasers (Spur 3 - Presto Wq47) gut zu hören.


    :wink:

  • Die leider etwas rar gesähten Aufnahmen Spanyis aus dieser Serie, bei denen er mit dem Ensemble Opus X musiziert, scheinen mir deutlich besser zu sein; z.B. Vol. XVI

    Ich denke, ich werde mich durcharbeiten. Immerhin ist es eine Gesamteinspielung und ich finde die Qualität der Aufnahmen zumindest gut.

    Der Grund dafür liegt aber auch auf der Hand: das Fortepiano drängte sich gegenüber dem Cembalo stark in den Vordergrund;

    Klar, heißt ja auch Fortepiano, finde ich die Aufnahmen der frühen Konzerte mit Cembalo auch sehr reizvoll. Kann man sagen, dass Carl Philipp auf dem Gebiet des Klavierkonzerts ähnliches geleistet hat, wie Haydn auf dem Gebiet der Sinfonie?

    • Offizieller Beitrag

    Kann man sagen, dass Carl Philipp auf dem Gebiet des Klavierkonzerts ähnliches geleistet hat, wie Haydn auf dem Gebiet der Sinfonie?


    Dazu kenne ich ehrlich gesagt die Rezeptionsgeschichte von Emanuel Bachs Konzerten irgendwie gar nicht ... (die scheint erst jetzt durch diese CD-Edition zu starten ...), aber denkbar wäre das; wenn, dann wäre aber sein Bruder Joh. Christian sicher ebenso bedeutsam und beide zusammen eben auch für die Claviersonate. Zumindest hat Mozart die Konzertform dann weiter perfektioniert (Haydn hat das Thema ja eher links liegen lassen).

  • Ich persönlich höre die Sachen gerne in der chronologischen Entwicklung, von daher war Vol. 1 für mich ein guter Einstieg. Allerdings habe ich zum Teil in Kommentaren gelesen, dass die Aufnahmequalität bei späteren Aufnahmen (noch) gesteigert sein soll. Ulli hat ja Vol. 16 mit Opus X angeführt, was ich (noch) nicht kenne.