Missa St. Benedicti & weitere geistliche Musik


  • Johann Valentin Ratgeber (1682 - 1750)


    Missa St. Benedict
    Lautem virum gloriosum in C
    Ave regina coelorum in f
    Laudibus cives in C
    Salve Regina in G
    Ave Regina coelorum in g
    Mauretanische Litanei in C
    Salve Regina in C
    Ave Regina coelorum in Es
    Te Joseph celebrent in B
    Salve Regina in C
    Vir Dei in Es
    Concerto in C


    Monteverde Ensemble Würzburg
    Matthias Becker


    CPO 777 425-2 - DDD - P 2010 - Spielzeit: 70' 53''
    Aufnahme 26. - 28. 9. 2008, Kirche der Erlöserschwestern Würzburg



    Der in der Hohen Rhön geborene Ratgeber ist eng mit der katholischen Kirchenmusik im fränkischen Raum verbunden. Seine Schul- und Studienzeit verbrachte er in Würzburg. Dort war er auch zunächst als Schulmeister am bekannten Juliusspital (u.a. eines der herausragenden Weingüter Deutschlands!) tätig, bevor er als Kammerdiener in den Dienst des Abtes Kilian Düring nach Kloster Banz im oberen Maintal nördlich von Bamberg wechselte und dort auch als Novize in die Klostergemeinschaft eintrat.
    Nach einer ausgedehnten 9 Jährigem Reise durch deutsche, schweizerisch und österreichische Lande, mit der er sich in Banz nicht gerade Freunde schuf, kehrte er schließlich in sein Kloster zurück. Nach einer neuerlichen Aufnahmeprozedur inklusive der Erneuerung des Ordensbekenntnisses waren ihm noch 12 Jahre Lebenszeit vergönnt, bevor er in Banz 1750 verstarb.


    Seine Musik steht ganz unter dem Motto "brevitas, facilitas, suavitas" (= Kürze, Leichtigkeit, Gefälligkeit). So zeichnet seine Werke, egal ob es sich um Orgel-, Instrumental- oder Vokalmusik handelt, eine große Melodienfülle aus. Nicht Prunk und Pathos oder Gelehrsamkeit in den kontrapunktischen Künsten sondern eine eingängige, leichtfassliche, von der Melodie geprägte Klarheit sind Kennzeichen seines Stils. Er gehört zu den Komponisten, die als Bindeglied zwischen der barocken katholischen Kirchenmusik eines Zelenka oder Heinichen hin zu den Messen Haydns oder Mozart wahrnehmbar sind. Seine Musik spiegelt in besonderer Weise einen fröhlichen, lichtdurchfluteten Katholizismus, wie er uns in architektonischer Hinsicht nicht zuletzt im Kloster Banz aufscheint.


    Die Aufnahme ist gut gelungen. Das Monteverdi-Ensemble Würzburg nähert sich den Kompositionen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit aber ohne den Willen, interpretatorisch den Werken etwas abringen zu wollen, das nicht in ihnen angelegt ist. Klarheit und Einfachheit in bestem Sinne umschreiben die Interpretationshaltung wohl am treffendsten. Ich persönlich hätte mich vielleicht für einen anderen Altisten als Solist entschieden, da mir die Stimmfärbung hier nicht so gefällt. Das ist aber in meinen Augen der einzige Einwand. Ansonsten ist die CD wunderbar geeignet, sich der geistlichen Musik Ratgebers zu nähern. Der richtige Start in einen sonnigen und sommerlichen Sonntag Vormittag!