Klangbeschreibung für Tasteninstrumente (Cembalo, Hammerklavier, Klavier)

  • So richtig weiß ich nicht, wohin mit dem Thema; wahrscheinlich ins Instrumentenforum; aber da gibt es nichts für Tasteninstrumente. Aber wir können es ja noch verschieben.


    Seit ich mich durch die Anregungen im Forum hier näher mit älteren Tasteninstrumenten wie dem Cembalo oder dem Fortepiano beschäftige, wurde mir immer klarer; dass die klanglichen Unterschiede wesentlich eklatanter sind als beim modernen Klavier und Konzertflügel. Natürlich unterscheiden sich auch letztere deutlich für den Fachmann, aber ich denke schon, dass Cembali und Hammerklaviere zuweilen ein so unterschiedliches Klangbild abgeben, dass man nicht glaubt, diesselbe Instrumentengattung vor sich zu haben.


    Aus diesem Befund ergibt sich für mich als über Musik Schreibender, diese Klangbilder sprachlich exakter fassen zu können. Und daher hätte ich gerne eine Nomenklatur, einen verbalen Algorithmus zur Verfügung; einen Bestand an geeigneten Beschreibungskategorien, der über Attribute wie "funkelnd", "weich", "hart" hinausgeht. Vielleicht möchten die Tastenkundler hier helfend und mit Beispielen argumentierend beispringen.

    1. Das Beste, was der Mensch je erfunden hat, war Gott.

    2. Traurigkeit macht dich zum Gefangenen Gottes.

    3. Das Ende der Liebe ist verbunden mit dem Ende des Glaubens an die Seele.

    4. Wenn jemand Bach etwas schuldet, dann Gott.

    5. Jesus übt Rache an uns, weil er nicht auf einer Couch gestorben ist.

    6. Sterben ist eine Kunst wie jede andere.

  • Wenn man sich mit dieser umfassenden Thematik auseinandersetzen möchte, wird man sich zunächst der unterschiedlichen Mechanik/Bauweise, den daraus resultierenden bauartbedingten klanglichen Unterschieden besaiteter Tasteninstrumente (Clavichord, Cembalo, Fortepiano) seit, sagen wir einmal dem 15. Jhdt., widmen müssen. Eine ganz vorzügliche Darstellung, unterlegt mit einer Vielzahl von Klangbeispielen, Videos und Bildern, findet man hier (Besaitete Tasteninstrumente des 15. bis 19. Jahrhunderts). Ein Nebenaspekt (?) wäre im übrigen, ob es Unterschiede in klanglicher Hinsicht zwischen restaurierten Originalinstrumenten und Nachbauten gibt.

  • Das ist natürlich richtig, spannend und hochinteressant (tolle Seite nebenbei); gerade für Leute wie uns - für den "naiven" Rezipienten freilich, der ein Musikstück hört, ist die Bauweise irrelevant, wenn er lediglich klangliche Aspekte verbalisieren will.

    1. Das Beste, was der Mensch je erfunden hat, war Gott.

    2. Traurigkeit macht dich zum Gefangenen Gottes.

    3. Das Ende der Liebe ist verbunden mit dem Ende des Glaubens an die Seele.

    4. Wenn jemand Bach etwas schuldet, dann Gott.

    5. Jesus übt Rache an uns, weil er nicht auf einer Couch gestorben ist.

    6. Sterben ist eine Kunst wie jede andere.

  • Was fällt einem auf die Schnelle ein?


    Zum Cembalo: weich, wattig, spitzig, schrill, ohne Hall, verschluckt, warm, rustikal ...


    Zum Fortepiano: Habe ich hier mal zu umschreiben versucht.


    Klavier: funkelnd, perlend, hell, dunkel ...

    1. Das Beste, was der Mensch je erfunden hat, war Gott.

    2. Traurigkeit macht dich zum Gefangenen Gottes.

    3. Das Ende der Liebe ist verbunden mit dem Ende des Glaubens an die Seele.

    4. Wenn jemand Bach etwas schuldet, dann Gott.

    5. Jesus übt Rache an uns, weil er nicht auf einer Couch gestorben ist.

    6. Sterben ist eine Kunst wie jede andere.

  • Insgesamt für fast alle Instrumentenbaureihen gütlig (aber nicht immer zutreffend): nussig, irden/erdig, warm, silbern/silbrig, flirrend, scheppernd, gläsern/glasklar, ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Nussig??? 8-)

    1. Das Beste, was der Mensch je erfunden hat, war Gott.

    2. Traurigkeit macht dich zum Gefangenen Gottes.

    3. Das Ende der Liebe ist verbunden mit dem Ende des Glaubens an die Seele.

    4. Wenn jemand Bach etwas schuldet, dann Gott.

    5. Jesus übt Rache an uns, weil er nicht auf einer Couch gestorben ist.

    6. Sterben ist eine Kunst wie jede andere.

  • Da kann ich mir rein verbal nichts drunter vorstellen, mal nachhören.

    1. Das Beste, was der Mensch je erfunden hat, war Gott.

    2. Traurigkeit macht dich zum Gefangenen Gottes.

    3. Das Ende der Liebe ist verbunden mit dem Ende des Glaubens an die Seele.

    4. Wenn jemand Bach etwas schuldet, dann Gott.

    5. Jesus übt Rache an uns, weil er nicht auf einer Couch gestorben ist.

    6. Sterben ist eine Kunst wie jede andere.

  • Yorick hat kürzlich diese Aufnahmen gehört:


    Bemerkenswert daran ist, dass der Interpret Miklós Spányi nach der JPC-Produktbeschreibung die Kopie eines Instruments aus der Antwerpener Werkstatt von Johannes Daniel Dulcken verwendet (1745), das über eine „Schwellvorrichtung“ verfüge und "somit dynamische Abstufungen und Crescendi / Decrescendi, wie sie in Bachs Partituren vorgesehen" seien, ermögliche.


    Gemeint sein dürfte ein Jalousieschwellsystem, das über den Cembalosaiten angebracht wird und je nach Bedarf geschlossen oder geöffnet werden kann.


    Hier das Bild eines solchen Instruments von Burkat Shudi (1773). Bislang sind mir solche Schweller nur aus der englischen Cembalobauhistorie bekannt, nicht jedoch aus der norddeutschen oder flämischen, wobei ein Austausch zwischen den Vertretern diesen Schulen stattgefunden haben dürfte.


    Der Schweller ist doch sicher nicht "original" oder etwa doch?

    Sind dynamische Abstufungen durch den EInsatz des Schwellers in den Aufnahmen Spanyis hörbar (möglicherweise in den langsamen Sätzen)?

  • Antworten:


    Instrument?

    Kopie Michael Walker (2007) nach Dulcken (1745) mit vier Registern: drei 8'-Register (davon ein nasales R. - Cornett- Spinettklangcharakter), ein 4'-Register


    Schweller, original? Nein - vielmehr handelt es sich um eine mobile Eigenkonstruktion, die wahrscheinlich per Hand bedient wird. Die englischen Originale verfügen über einen Pedaltritt. Nach Auffassung Spanyis soll es sich um eine Kombination aus musikhistorischer Authentizität (Dulckencembalo - Kopie) )und Zweckmäßigkeitserwägungen (Schweller) handeln, aha (angeblich war kein historisches Instrument mit Schwelleinrichtung oder die Kopie eines solchen für diese Aufnahmen zu finden).


    Hörbarkeit des Schwelleffekts?

    Insbesondere in den langsamen Sätzen soll die Schwellwirkung in Gestalt dynamischer Abstufungen nach Spanyis Auffassung angeblich von Vorteil sein (Anpassung des Cembaloklangs an die Begleitstimmen).


    Infos aus dem Booklet, das sich im WWW finden lässt.


  • aus: Petra Morsbach, Der Cembalospieler


    "Es war der herrlichste Klang, den ich je gehört hatte. Ich kniete auf dem Teppich und weinte. Pures Gold! Auch heute noch denke ich beim Cembalo immer an Gold. Klavier ist schwarzgrau - wuchtig, mechanisch, schweißtreibend, Orgel silber - säuerlich metallisch. Das Cembalo aber funkelt und strahlt."


    Wenn ich dann so etwas lese, bin ich natürlich sofort angefixt:


    "Und schon erliegt auch der Leser der Aura eines Außenseiterinstruments - durch die hohe Kunst der Autorin, eine an sich tragische Künstlerbiografie nicht in Larmoyanz zu ertränken. "Der Cembalospieler" ist ein kraftvolles Plädoyer für ein verkanntes Instrument, ein psychologisch überzeugender Künstlerroman - und vor allem eine Hymne an Johann Sebastian Bach."

  • Nicht dein Ernst? Ulli und ich haben das Buch doch längst besprochen ...

    1. Das Beste, was der Mensch je erfunden hat, war Gott.

    2. Traurigkeit macht dich zum Gefangenen Gottes.

    3. Das Ende der Liebe ist verbunden mit dem Ende des Glaubens an die Seele.

    4. Wenn jemand Bach etwas schuldet, dann Gott.

    5. Jesus übt Rache an uns, weil er nicht auf einer Couch gestorben ist.

    6. Sterben ist eine Kunst wie jede andere.