Jetzt auf den Augen - Filme (2018)


  • Asylum - Irrgarten des Schreckens

    GB 1972


    Vom Titel her mir ewig bekannt, aber heute endlich mal gesehen - er lief im TV nachts um 3:00 Uhr. Bisher waren Episodenfilme immer so eine Sache, doch seit ich Die Todeskarten des Dr. Schreck gesehen habe, hat sich das deutlich relativiert. Und so stürzte ich unvermittelt in ein Vergnügen, welches ich gar nicht erwartet hatte. Hier geht es um einen jungen Psychiater, der in einer Anstalt vier Patienten in Augenschein nimmt, um zu ermitteln, wer der ursprüngliche Anstaltsleiter ist; dieser hat nämlich die "Seiten" gewechselt und ist nun selber Patient. Der junge Doktor hört sich vier makabre Geschichten an und muß dann entscheiden, wer nun der Leiter ist. Wie zu erwarten, ist das Ergebnis für uns Zuschauer überraschend und für ihn fatal. Und tatsächlich schafft es dieser Film, die Spannung bis zuletzt aufrechtzuerhalten und mit einer etwas gemeinen Pointe zu enden, die so typisch britischer Humor ist.


    Eine echte Perle... :jubel::jubel::jubel::jubel:


  • Gold

    Deutschland 1934


    Wieder so ein Fall: vom Titel her mir lange bekannt, doch erst jetzt zum ersten Mal gesehen. Ein deutscher SF-Film um das Thema des Goldherstellens aus Blei, der alte Menschheitstraum. Hans Albers spielt einen Wissenschaftler, der sich mit sinistren Kräften auseinandersetzen muß, die die Goldherstellung zugunsten ihrer eigenen Vorteile sabotieren. Es kommt Vieles zusammen - Begierde, Rache, Bedenken, Zweifel, Entschluß, Tat. Technisch hervorragend umgesetzt, wirkt der Film durch Albers' Art auch etwas hemdsärmelig; aber dazu kommt eine seltsam entschwebte Stimmung, die die Brisanz des Themas etwas unterminiert: zuviel Vertrauen wird vorausgeschickt, zu deutlich ist das Fatale am Gelingen, als daß sich so wenig Widerstand zwischen den Charakteren bilden könnte. Was bleibt, ist ein interessantes Beispiel für die technische Utopie früherer Generationen, gesehen aus einer speziellen Situation heraus.


    Es liegt eine restaurierte Qualität vor: das Bild hat viele Artefakte aufzuweisen, ist aber dennoch beständig und stabil. Es liegt stellenweise noch jener Zauber der Stummfilmzeit in den Bildern, der sich erst gegen Ende der Dekade in den Dialogen verlieren wird.


    Fein... *yepp*

  • Kürzlich habe ich mir diesen Film angetan:



    Nette Story, aaaaber eine total hysterische Doris Day, die einfach nur nervt, so dass man sich wünscht, der perfide Mordplan wäre tatsächlich zu Gunsten ihres Filmgatten final realisiert worden *hide*. Ähnlich geht es mir übrigens bei der Zweitfassung von "Der Mann,der zuviel wußte" - aber da ist glücklicherweise ihr Filmpartner Jimmy Stewart zur Stelle, der ihr, bevor es richtig zur Sache gehen konnte, die notwendigen Beruhigungsmittel verabreicht.


  • Die Verfluchten

    USA 1960


    Die erste von Roger Cormans Poe-Adaptionen zeigt schon deutlich das Geschick, aus einer Kurzgeschichte genug Substanz für einen Langfilm zu bekommen; mit einem Drehbuchautor wie Richard Matheson war aber auch jemand gefunden, der genug Stil hatte, um Poes Storys etwas mehr Breite zu geben.


    Daneben ist es natürlich Vincent Price, der dem Geschehen die nötige Empathie verpaßt; wie sehr sich Mark Damon und Myrna Fahey bemühen, sie bleiben dennoch ziemlich blaß in ihren Möglichkeiten, eher funktional denn berührend.


    Immer noch ein stilvoller Film, der aus dem niedrigen Budget eine Menge herausholt. Fein...*yepp**yepp**yepp*


  • Kong: Skull Island

    USA 2017


    Nein, dieser Film kommt nicht an die Genialität des 1933er heran, und zu Jacksons Adaption fehlt auch Einiges - aber für einen reinen Special-Effects-Film hat er dennoch seine Momente: beeindruckende Kämpfe zwischen den Monstern, ein herrliches Production Design und einige Schauspieler vom Kaliber eines Samuel L. Jackson, die mehr dürfen als unbedarft durch die Gegend latschen und sich fressen lassen. Gut, John Goodman hat wenig zu tun, die Soldaten dürfen Helden sein und Ehre bezeugen, und manche Storydetails sind etwas wenig entwickelt, doch als Package für eine 2-h-Unterhaltung hat der Film definitiv ein Lob verdient. Wenn Kong seinen Auftritt hat, knallt es gewaltig, und die erste Begegnung ist nicht gerade zimperlich; der Endkampf hat auch eine kluge Dramaturgie mit viel Sinn für das filmische Erbe - ansonsten ist der Film im üblichen Schema mit viel Bodycount und unverbindlichem Leiden.


    Nicht falsch verstehen: ich mag den Film, weil er manchmal doch mehr kann als nur Krach machen und Trümmer hinterlassen - aber er bleibt reine Unterhaltung, und als solche funktioniert er sehr gut. Und man kann John C. Reilly als Inselgestrandeten sehen, der das Herz am richtigen Fleck hat. Schmatz!


    Fazit: goil... *castor*


  • Mr. Hobbs macht Ferien

    USA 1962


    Ja, es gibt diese familienfreundlichen Komödien, die einem zum Schmunzeln bringen, die gelegentlich sogar witzig sind und eine gewisse Güte haben. Dieser Film ist sicherlich typisch für seine Zeit, hat aber doch so seine Augenblicke - es gibt sogar eine etwas ernste Szene, wenn Stewart mit seinem Sohn im Handsegler in den Nebel gerät und die Orientierung auf dem Meer verliert. Es endet alles im Guten, denn Stewart managt alle Schwierigkeiten so gut es geht. Und es sind immerhin Sachen wie den einen Schwiegersohn zu einer neuen Stellung zu verhelfen oder den anderen von seinen außerehelichen Freiheiten zu kurieren.


    James Stewart ist der richtige Mann für die Rolle, gibt sie ihm die Möglichkeit, der Aufrichtigkeit in Person Leben einzuhauchen. Wie altmodisch das auch klingen mag, aber diese Art der "Wertevermittlung" hat durchaus ihre Meriten, weil sie mehr ist als nur eine Macke - gerade bei James Stewart sollte man sich darüber im Klaren sein, daß er sich gewiß nicht für etwas hergibt, an das er nicht überzeugt war. Deshalb funktioniert dieser Film auch so gut.