01 - Kurzbiographie

  • Guten Abend


    Giuseppe Porsile wurde am 5. Mai 1680 in Neapel geboren, er entstammte einer bekannten Musikerfamilie, seine erste Ausbildung erhielt er an einem Konservatorium seines Geburtsortes. 1695 wurde Porsile in Barcelona als Leiter der Hofkapelle des Erzherzoges Karls III ernannt. Karl III wollte in Spanien nicht auf italienische Opern- und Kirchenmusik verzichten und berief in seine Kapelle viele Musiker aus Neapel. 1711 wurde Karl III. in Wien als Karl VI. zum Kaiser des „heiligen römischen Reiches“ gekrönt, Porsile und Teile der Hofkapelle folgten Karl VI. nach Wien. Dort trafen die „Neapolitaner“ aber auf die voll besetzte kaiserliche Hofkapelle, Porsile musste sich bis 1720 gedulden, bevor er einen freiwerdenden Posten als „Hofcompositeur“ besetzen konnte, J.J. Fux setzte sich für seinen Kollegen -„gewesener Capellmeistern in Barcellona“- ein. Bis zu seiner Pensionierung durch Maria Theresia trug Porsile zum Glanz des Wiener Opernlebens bei und wirkte dort bis zu seinem Tode am 29. Mai 1750. Neben Johann Joseph Fux und Antonio Caldara nahm er in Wien wichtige Positionen im Musikleben des Habsburger Hofes ein. Er komponierte 21 größere oder kleinere Opern, seine erste Oper „Il ritorno di Ullisse alla Partria“ brachte er 1707 heraus. Der Wiener Kaiser spendete seiner Gattin jährlich eine Oper und auch umgekehrt, der Fasching verlangte ebenfalls jährlich nach neuen Opern. 1726 durfte er die zweite Karnevalsoper „Spartakus“ aufführen, die berühmte Faustina Bordini sang die Rolle der „buffa graziosa“ Gianisbe. In der Fasten- und Osterzeit waren im Wien italienische Oratorien gefragt, 13 Oratorien über biblische Figuren wie Moses, Absalon oder Jephta komponierte Porsile. Weiterhin verfasste er eine beträchtliche Zahl an Kantaten sowie Instrumentalmusik und war der Gesangslehrer der Kaiserin Elisabetta Cristina sowie deren Töchter Maria Josepha und Maria Amalia. Wenige seiner Opern und Oratorien fanden außerhalb Wiens Verbreitung. Abschriften seiner Kantaten haben sich hingegen in Belgien, Deutschland, England, Italien und Ungarn erhalten, dies deutet auf eine große Beliebtheit dieser Werke hin. Porsile war der einzige Vertreter der Neapolitanischen Schule der sich am Habsburger Hof behaupten konnte.


    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

    «Es ist wurscht, ob das jemand versteht, aber es muss gesagt werden» (Samuel Beckett)